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Große Let's Putz-Aktion am Max-Eyth-See

26.06.2017 Aktuelles
Die Landeshauptstadt Stuttgart, der Förderverein Sicheres und Sauberes Stuttgart und die Jörg-Ratgeb-Schule haben am Samstag, 24. Juni, eine Aktion zum Erhalt des Naturschutzes am Max-Eyth-See gestartet. Mit selbst entworfenen Plakaten wollen Schülerinnen und Schüler der Jörg-Ratgeb-Schule Besucher auf den Umweltschutz aufmerksam machen.

Die Plakate weisen Spaziergänger und Seebesucher darauf hin, dass sie ihren Müll in die dafür vorgesehenen Tonnen werfen sollen und nicht in den See oder auf die Wiesen.

Große Let's Putz-Aktion am Max-Eyth-SeeIm Rahmen der Aktion haben die Sporttaucher des Polizeisportvereins Stuttgart und des Tauchclubs Uni Stuttgart Manatees, begleitet von der Wissenschaftlichen Tauchgruppe der Universität Stuttgart, der DLRG und dem Stuttgarter Kajak-Club die Uferbereiche des Max-Eyth-Sees abgetaucht und vom Müll befreit. Foto: Ferdinando Iannone

Landes-Umweltminister Franz Untersteller unterstützt die Aktion: "Eine wichtige und gelungene Initiative, um auf den Umweltschutz in diesem Bereich hinzuweisen, da der Max-Eyth-See nicht nur der Naherholung dient, sondern auch Europäisches Vogelschutzgebiet ist. Gerade in Ballungsräumen ist es notwendig, Naherholungs- und Naturschutzgebiete, die unter hohem Nutzungsdruck stehen, zu schützen. Die Idee der Schülerinnen und Schüler, die Nutzer auf ihre Mitverantwortung beim Schutz des Max-Eyth-Sees aufmerksam zu machen, ist sehr gut und ich unterstütze die Aktion gerne."

Engagierte Anwohnerinnen und Anwohner säubern Wege und Plätze

Begleitet wurde die Aktion von Tauchern, die in einer groß angelegten Aktion den Max-Eyth-See von Müll befreit haben. Gemeinsam mit den Tauchern haben insgesamt 70 engagierte Anwohnerinnen und Anwohner auch die angrenzenden Freiflächen, Wege und Plätze rund um den Max-Eyth-See gesäubert.

Angestoßen wurde diese Reinigungskampagne vom Bezirksvorsteher in Mühlhausen, Ralf Bohlmann: " Vor rund 20 Jahren haben eine Handvoll Taucher einen Teil des Uferbereichs abgetaucht und damals unter anderem große Abfalltonnen, Waschmaschinenteile und Heizungsradiatoren aus dem Wasser geborgen. Aber auch der Plastikmüll, der sich nicht auflöst und unsere Seen und Meere verschmutzt, ist ein aktuelles Umweltproblem."

Im Rahmen des Wettbewerbs Let's Putz haben die Sporttaucher des Polizeisportvereins Stuttgart und des Tauchclubs Uni Stuttgart Manatees, begleitet von der Wissenschaftlichen Tauchgruppe der Universität Stuttgart, der DLRG und dem Stuttgarter Kajak-Club, zwischen 9 und 16 Uhr, die Uferbereiche des Max-Eyth-Sees abgetaucht und vom Müll befreit. "Die Aktion soll ein deutliches Signal für den Umweltschutz und die Umwelterziehung sein. Sie soll allen Menschen klar machen, dass unsere Gewässer keine Müllkippen sind und Gegenstände, die achtlos ins Wasser geworfen werden, nicht einfach weg sind", so Bohlmann weiter.

"Müssen bei den Erholungsuchenden ein Umdenken bewirken"

Unterstützung fand der Bezirksvorsteher beim Förderverein Sicheres und Sauberes Stuttgart, der mit diesem Appell ein Zeichen für ganz Stuttgart setzen will. Klaus Thomas vom Förderverein Sicheres und Sauberes Stuttgart sagte: "Der Max-Eyth-See ist eines der beliebtesten Stuttgarter Naherholungsgebiete und gleichzeitig das Symbol für die 'Stadt am Fluss'. Die intensive Freizeitnutzung darf nicht zu einer Vermüllung und damit Zerstörung führen."

Waren es 2005 in Stuttgart noch 5018 Tonnen Müll im öffentlichen Raum, stieg die Zahl kontinuierlich auf zwischenzeitlich 5882 Tonnen an. "Die Beseitigung von wildem Müll ist teuer und kostet die Mitarbeiter der Stadt viel Zeit. Wir müssen bei den Erholungsuchenden ein Umdenken bewirken - für die Stadt und für die Umwelt", ergänzte Thomas.


Für die Schülerinnen und Schüler der Jörg-Ratgeb-Schule in Neugereut stand im Unterricht nicht nur das Gestalten der Plakate, sondern auch der Naturschutz im Fokus. Die Schülerinnen und Schüler informierten sich vor Ort bei einer Exkursion mit dem Garten-, Friedhofs- und Forstamt unter anderem darüber, dass der Max-Eyth-See Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes ist. Auf der Vogelinsel im See leben neben Graugänsen auch Schwäne und Graureiher. Mit der Aufräumaktion soll auch die Artenvielfalt im stadtnahen Naherholungsgebiet erhalten bleiben.

Auch den Schülern war Vermüllung schon aufgefallen

Brigitte Liebelt, Schulleiterin der Jörg-Ratgeb-Schule sagte: "Für die Schülerinnen und Schüler unserer Schule ist der Max-Eyth-See Lebensraum in unmittelbarer Nachbarschaft. Auch ihnen war die Vermüllung schon aufgefallen. Sie haben sich gerne dafür eingesetzt, dass dieses Naherholungsgebiet am Rande einer Großstadt schön und liebenswert bleibt beziehungsweise wieder wird."

Als Bezirksleiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts für den Bereich Neckar liegt Kilian Bezold der Max-Eyth-See besonders am Herzen: "Grünanlagen sollen die 'Gute Stube' im Freien sein. Mit Leckereien bepackt und mit der Sehnsucht nach Natur strömen Familien und Freunde in die Parkanlage des Max-Eyth-Sees, um gemeinsam zu picknicken und freie Zeit miteinander zu verbringen. Jeder möchte dazu ein sauberes und lauschiges Plätzchen finden. Das Lauschige entsteht, wenn die Kräfte der Natur wirken können und von Gärtnern und Baumpflegern des Garten-, Friedhofs und Forstamts gestaltet, gepflegt und geschützt werden. Dabei entstehen die Lebensräume für Vögel, Fledermäuse und andere Arten, die ein Merkmal für ein Stück intakter Natur sind."

"Wichtiger Beitrag für ein gutes Milieu am Max-Eyth-See"

Für die Sauberkeit und Sicherheit müssten aber alle gemeinsam sorgen: die Picknickgäste, durch Vermeiden von Müll und durch ordentliches Entsorgen an den vielen Müllsammelstellen, der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Stuttgart AWS, der für die Leerung der Mülltonnen zuständig ist, das Tiefbauamt, das sich um die Wasserqualität des Sees kümmert, aber ebenso die Angler und die Wassersportler, die verantwortlich mit dem Uferbereich umgehen, oder auch die Radfahrer und Spaziergänger, die aufeinander Rücksicht nehmen müssten.

"Dass Schüler mit ihren Plakaten einen Appell an die Erwachsenen aussprechen und dass die Taucher eine 'große Kehrwoche' gemacht haben, ist ein wichtiger Beitrag für ein gutes Milieu am Max-Eyth-See", so Bezold.