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Klinikum Stuttgart: Geschäftsführer berichten über weiteren Kurs

07.07.2017 Gesundheit
Der Krankenhausausschuss der Landeshauptstadt Stuttgart hat am Freitag, 7. Juli, das Zukunftskonzept des Klinikums Stuttgart beraten. Wichtige Impulse zur zukünftigen Ausrichtung lieferte ein externes Gutachten, das im März vorgestellt wurde. Die neuen Geschäftsführer, Dr. Jan Steffen Jürgensen und Dr. Alexander Hewer, präsentierten nun ihre Bewertung und eigene Empfehlungen zur Zukunft für die größte Klinik Baden-Württembergs, die das Krankenhaus Bad Cannstatt, das Katharinenhospital und das Olgahospital umfasst.

Die inhaltliche Profilierung des Krankenhauses Bad Cannstatt und des Katharinenhospitals standen dabei im Mittelpunkt. Doppelvorhaltungen an den Standorten sollen reduziert und Experten in leistungsstarken Zentren zusammengeführt werden. Mit der Konzentration soll eine klinische Versorgung gerade auch für Patienten mit komplexen, kritischen und seltenen Krankheiten erhöht werden und der Versorgungsauftrag für die Metropolenregion Stuttgart wahrgenommen werden.  

Im Krankenhaus Bad Cannstatt werden die bestehenden Stärken - beispielsweise das Zentrum für Seelische Gesundheit - weiter gefördert. Die Geschäftsführer sprachen sich gegen die von den Gutachtern aus wirtschaftlichen Gründen empfohlene Umwandlung des Standorts in eine reine Fachklinik aus. Stattdessen soll die Notaufnahme erhalten bleiben und eine Rettungswache neu angesiedelt werden.

Großes Potenzial wird in Verbesserungen der hochdefizitären Ambulanzstrukturen gesehen. In spezialisierten Ambulanzen und Medizinischen Versorgungszentren (MVZs) sollen Experten des Klinikums kompetente Anlaufpunkte für Patienten bieten und das stationäre Angebot komplettieren. 

Insgesamt bleibt auch die Bindung und Gewinnung von Fachkräften für das Klinikum Stuttgart eine wichtige Herausforderung.

Bilanz für 2016

Wirtschaftsprüfer stellten in der Sitzung des Krankenhausausschusses auch den Jahresabschluss 2016 vor. Das Klinikum konnte danach nur eine geringfügige Verbesserung gegenüber dem Vorjahr erreichen und verzeichnet erneut einen Verlust, der 23,7 Mio. € betrug. Ergebnisbelastend waren auch die notwendigen Erhöhungen von Rückstellungen zur Risikovorsorge und Erfüllung behördlicher Auflagen, die nun korrigiert wurden.   

Stark war dagegen die klinische Leistungsentwicklung, die um 3,3 % zunahm. Sowohl die Zahl der Patienten als auch der Schweregrad der Erkrankungen ist gestiegen. Insgesamt wurden 92.386 Patienten im letzten Jahr stationär im Klinikum Stuttgart behandelt und 556.986 ambulant. 

Für einen positiven Ausblick sorgten mehrere Personalentscheidungen, die das Klinikum auf Kurs bringen sollen. So hat der Krankenhausausschuss mit Claudia Pfefferle auf Vorschlag der Geschäftsführung eine ausgewiesene Expertin und erfahrene Managerin als Pflegedirektorin einstimmig in die Krankenhausleitung berufen. Ihr werden neben der Verantwortung für die Pflege auch das klinische Qualitäts- und Prozessmanagement übertragen. Auch der Baubereich wurde gestärkt. Seit 1. Juli ist Christian Kilz, der zuvor an der Berliner Charité mehrere Großbauprojekte im Zeit- und Kostenplan verantwortet hat, neuer Bau-Chef des Klinikums Stuttgart. Bereits im Mai konnte mit Ulrich Haase ein industrieerfahrener Chief Information Officer gewonnen werden, der in den letzten Jahren die IT-Leitung der Uniklinik Tübingen innehatte. Im August wird mit Dr. Thomas Ramolla einer der führenden OP-Manager in Deutschland im Klinikum Stuttgart starten.

(
Gemeinsame Pressemitteilung der Landeshauptstadt und des Klinikums Stuttgart)