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"Freunde und Refugees" feiern kulturelle Vielfalt auf dem Marktplatz - OB Kuhn: "Stuttgart sagt Danke"

10.07.2017 Aktuelles
Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat am Sonntag, 9. Juli, in der Flüchtlingsarbeit engagierte Bürgerinnen und Bürger und von ihnen betreute Geflüchtete zum Dankesfest "Freunde und Refugees" auf den Stuttgarter Marktplatz begrüßt. Das Fest stand unter dem Motto "Stuttgart sagt Danke!". Nach der Weihnachtsfeier im Alten Schloss 2015 und der Dankesfeier im Kursaal in Bad Cannstatt 2016 waren dieses Jahr erstmals auch die Geflüchteten mit eingeladen, um gemeinsam mit den Ehrenamtlichen ein fröhliches Fest zu feiern. Rund 3000 Menschen besuchten das Dankesfest.

OB Kuhn: "Integration ist kein einseitiger Weg"

Oberbürgermeister Fritz Kuhn erklärte in einer kurzen Ansprache auf dem Marktplatz: "Ohne das Engagement so vieler Menschen aus der Zivilgesellschaft hätten wir die Aufnahme der Geflüchteten in Stuttgart nicht so toll geschafft. Dafür bedanke ich mich als Oberbürgermeister ganz herzlich." An die Adresse der Geflüchteten sagte Kuhn: "Herzlich willkommen in der Stuttgarter Stadtgesellschaft." Jetzt gehe es um das große Thema der Integration. Integration sei aber kein einseitiger Weg. "Integration heißt nicht einfach, dass die Geflüchteten stuttgarterisch werden. Integration bedeutet vielmehr auch Erneuerung für unsere Stadtgesellschaft", so der Oberbürgermeister.

Kuhn dankte auch dem Forum der Kulturen, das die Bühne und die erforderliche Logistik für das Dankesfest zur Verfügung gestellt hat, und der Bürgerstiftung für deren finanzielle Unterstützung.

Dankesfest mit Kultur und Kulinarik

Werner Wölfle, Bürgermeister für Soziales und gesellschaftliche Integration, und Rolf Graser, Geschäftsführer des Forums der Kulturen, haben die zahlreichen Besucherinnen und Besucher durch ein buntes Programm geführt.

Bürgermeister Wölfle sagte: "Viele Ehrenamtliche haben beim Dankesfest im vergangenen Jahr angeregt, dass sie zusammen mit den Geflüchteten feiern wollen. Das habe ich damals versprochen. Heute ist es soweit, im Herzen von Stuttgart wird von Herzen gefeiert. Zusammen mit den geflüchteten Menschen, denen die Engagierten helfen, in Stuttgart Fuß zu fassen, gibt es dieses bunte Dankesfest mit Kultur und Kulinarik. Ich freue mich sehr über das gemeinsame Feiern, auch wenn einigen Geflüchteten nicht zum Feiern zu Mute ist, weil sie trotz aller Integrationsanstrengungen keine sichere Bleibeperspektive haben."

Rolf Graser sagte: "Das Fest ist eine schöne Gelegenheit, alle in der Flüchtlingsarbeit Engagierten sowie die gesamte Stuttgarter Stadtbevölkerung dafür zu würdigen, dass sie mit ihrer Offenheit und ihrer Bereitschaft für eine aufgeschlossene Atmosphäre und ein friedliches Miteinander gesorgt und den Geflüchteten das Ankommen erleichtert haben."

Migrantenvereine sorgen für Unterhaltung

Die Migrantenvereine haben gemeinsam mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern, die teilweise selbst einen Fluchthintergrund haben, für kulturelle und kulinarische Vielfalt gesorgt. Zu internationalen Speisen gab es ein buntes Kulturprogramm mit zahlreichen Highlights: Dirigent Adrian Werum, bekannt durch sein "Orchester der Kulturen", präsentierte den neuen "Chor der Kulturen" und die belgische Gruppe "Jaune Toujours" sorgte mit einem Potpourri aus Latin, Jazz, Salsa und Balkan für Unterhaltung.

Das Forum der Kulturen Stuttgart feiert vom 11. bis zum 16. Juli sein "Sommerfestival der Kulturen" auf dem Marktplatz. Weitere Informationen zum Festival unter www.forum-der-kulturen.de.

Hintergrund

Derzeit leben 7711 Flüchtlinge in 123 Unterkünften in Stuttgart (Stand 31.05.2017). Rund 2.000 Bürgerinnen und Bürger engagieren sich aktiv in 41 Flüchtlingsfreundeskreisen und darüber hinaus in Initiativen, Vereinen, Gruppen und Unternehmen. Weitere 800 Bürgerinnen und Bürger unterstützen die Flüchtlingsarbeit sporadisch.

Die Stadt hat mehr als 123 Millionen Euro in Flüchtlingsunterkünfte investiert. Die 123 Unterkünfte sind derzeit zu 80 Prozent belegt. Die größte Zahl der Flüchtlinge kommt aus Syrien (31 Prozent), gefolgt vom Irak (18 Prozent) und Afghanistan (15 Prozent). Inzwischen verlassen mehr Flüchtlinge Unterkünfte als neue aufgenommen werden.

Weitere Informationen für und über Flüchtlinge und ehrenamtlich Engagierte sind unter www.fluechtlinge.stuttgart.de erhältlich.