Presse
  •  

Fortsetzung des "Testprojekts Straßenreinigung Feinstaub" mit breiter Mehrheit beschlossen

25.07.2017 Umwelt
Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Stuttgarter Gemeinderats hat am Dienstag, 25. Juli, mit breiter Mehrheit die Fortsetzung des "Testprojekts Straßenreinigung Feinstaub" beschlossen. Die Verwaltung wurde in dem Beschluss damit beauftragt, eine öffentliche Ausschreibung für die Fortsetzung des Testprojekts durchzuführen.

Ziel der Verwaltung ist es, die zweite Testphase nach Abschluss der Ausschreibung möglichst zum Start der neuen Feinstaubalarm-Periode am 15. Oktober 2017 zu starten. Sie soll die gesamte Feinstaubalarm-Periode bis zum 15. April 2018 andauern. Die zu reinigenden Strecken sind identisch mit denen der ersten Projektphase vom 1. März bis 6. April 2017. Sie betreffen Abschnitte rund um das Neckartor. In der Summe aller Fahrspuren handelt es sich um eine Länge von rund acht Kilometern.

Start für Testprojekt 'Straßenreinigung Feinstaub'In 27 Nächten wurde die Fahrbahn rund ums Neckartor in einer Kombination aus Wasserdruck und Absaugung sowie mechanischer Reinigung der Gehwege regelmäßig intensiv gesäubert. Foto: Max Kovalenko/Stadt Stuttgart
Die genauen Kosten für die Fortsetzung der Straßenreinigung können erst nach Abschluss der Ausschreibung beziffert werden. Die grobe Kostenschätzung beläuft sich auf ca. 655.000 Euro.

Hintergrund Straßenreinigung

Zwischen dem 1. März und dem 6. April 2017 wurden sämtliche Fahrspuren sowie Gehwege rund ums Neckartor in einer Kombination aus Wasserdruck und Absaugung sowie mechanischer Reinigung der Gehwege intensiv gesäubert. Die Reinigung fand immer sonntags bis freitags in der Zeit von 22 bis 5 Uhr statt.

Die DEKRA leitete die Testkoordination und organisierte die Messtechnik sowie die Analytik. Der Eigenbetrieb AWS Abfallwirtschaft Stuttgart unterstützte das Projekt.

Beteiligt waren zudem die Firmen Faun Umwelttechnik (13 Einsätze), Kärcher (13) sowie Reuther Straßenreinigung (14). Bei der Auswertung unterstützte zudem die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW).

Das Testprojekt, das ursprünglich nur bis Ende März laufen sollte, wurde kurz vor Ablauf des Zeitraums um eine Woche bis zum Beginn der Osterferien verlängert. Mit dieser Verlängerung konnte die Feinstaubalarm-Periode, die am 15. April 2017 planmäßig endete, für die Straßenreinigung weitgehend abgedeckt werden. An diese Reinigungsphase schloss sich eine Kontrollphase vom 19. April 2017 bis zum 23. Mai 2017 an. Die Kosten für das Testprojekt wurden jeweils von den beteiligten Projektpartnern selbst getragen. Insgesamt belief sich die Summe auf rund 136.000 Euro.

Kernziel des Testprojekts war es, mögliche Vorprodukte des Feinstaubs - also z.B. Reifenpartikel, Bremspartikel, Streugut - zu beseitigen, so dass diese sich nicht mehr durch die Fahrzeugbewegungen zu Feinstaub entwickeln können.

Am 11. Juli 2017 hatte die DEKRA im Ausschuss für Umwelt und Technik die ersten Ergebnisse des Testprojekts vorgestellt. Dabei konnte festgestellt werden, dass es erste Indizien gibt, die darauf hinweisen, dass die Straßenreinigung positive Ergebnisse bringt und einen positiven Effekt auf die Feinstaub-Werte am Neckartor hatte. Oberbürgermeister Fritz Kuhn hatte deshalb dem Ausschuss vorgeschlagen, in der kommenden Feinstaubalarm-Periode eine zweite Projektphase durchzuführen. Das Gremium hatte sich mit breiter Mehrheit für dieses Vorgehen ausgesprochen.

Verwaltung bereitet EU-weite Ausschreibung vor

Die Verwaltung bereitet nun eine den Rahmenbedingungen entsprechende Ausschreibung vor. Diese EU-weite Ausschreibung beinhaltet auch den Abschluss einer Rahmenvereinbarung mit einer Mindestlaufzeit von einem Jahr nach Abschluss der zweiten Testphase. Die Rahmenvereinbarung wird erst nach erfolgreicher Testphase gesondert beauftragt. Diese kann dreimalig um jeweils ein Jahr verlängert werden. In der Rahmenvereinbarung sollen, je nach Bedarf und zur Verfügung stehender Mittel, neben der wissenschaftlichen Begleitung Fahrzeuge entweder mit oder ohne Fahrer beauftragt werden können. Optional sollen auch zusätzliche Strecken beauftragt werden können.