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Erster Bürgermeister Michael Föll hat Verdienstorden an Alfred Kieß überreicht

06.09.2017 Ehrungen
Der Erste Bürgermeister Michael Föll hat am Mittwoch, 6. September, im Großen Sitzungssaal des Rathauses an Alfred Kieß das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

In den vielen Jahren seines Wirkens hat Alfred Kieß mit seinem Schreinerei-Handwerksbetrieb ein Vorbild für nachhaltige und dynamische Entwicklung geschaffen. Neben seiner erfolgreichen selbstständigen Tätigkeit engagierte sich Kieß im ehrenamtlichen, kommunalpolitischen, berufsständischen sowie sozialen Bereich.

EBM Michael Föll überreicht Verdienstorden an Alfred KießEngagiert im ehrenamtlichen, kommunalpolitischen, berufsständischen und sozialen Bereich: Alfred Kieß mit Stuttgarts Erstem Bürgermeister Michael Föll. Foto: Ferdinando Iannone
Alfred Kieß absolvierte nach dem Schulabschluss eine Schreinerlehre, legte 1964 die Meisterprüfung ab und übernahm 1966 die Schreinerei seines Vaters. Von 1975 bis 1978 bildete er sich an der Abendschule zum Betriebswirt des Handwerks fort und gehörte zu den ersten Absolventen dieses flexibel gestalteten, neuartigen Studienganges. Kieß ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Manufaktur für das Besondere

Alfred Kieß entwickelte den elterlichen Betrieb von der ursprünglichen Bauschreinerei mit Möbelbau zu einer Manufaktur für das Besondere, wobei ihm neben seinem fundierten Fach- und passioniertem Kunstwissen der Kontakt mit dem Künstler Fred Stelzig aus Besigheim zu Gute kam. Mit Kunstleidenschaft und einem ausgeprägten handwerklichen Geschick verstand er es, die von Fred Stelzig entworfene "Kunst am Bau" zu realisieren. Eines der namhaftesten Beispiele dieser bis in die späten 90er-Jahre währenden Zusammenarbeit ist die "Alte Kelter" in Besigheim.

Kieß verdoppelte nicht nur die Zahl der Mitarbeiter seines Betriebs, sondern motivierte und schulte diese im Umgang mit hochwertigen Materialien und bildete sie zu kompetenten, auf kleinste Details achtenden Schreiner fort. 1979 siedelte er die Firma in einen Neubau um. Kieß baute in der Folge die Firma zu einem leistungsstarken Betrieb aus, der in den Bereichen hochwertiger Innenausbau für Büros, Objekte und Privatkunden, Yachtausbau, Aufzugsausbau sowie Messe und Ausstellungsbau nationales wie auch internationales Ansehen hat. Heute arbeiten 48 festangestellte und weitere 20 freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Alfred Kieß GmbH mit Sitz in Stuttgart Fasanenhof. Die Firma wird seit 2005 gemeinsam von Sohn Tilo Kieß und Walter Rosskopf geleitet, während Alfred Kieß weiter als Berater agiert.

Der Erfolg der Firma lässt sich unter anderem an der 2011 verliehenen Auszeichnung durch den Kommunalverband für Jugend- und Soziales Baden-Württemberg als "Preisträger Behindertenfreundlicher Arbeitgeber" sowie der 2012 von der Caritas und dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft im Rahmen des Mittelstandspreises für soziale Verantwortung vergebenen Auszeichnung mit dem Titel "Sozial Engagiert 2012" ablesen.

Kommunalpolitisches Schaffen

In den 70er-Jahren war Alfred Kieß Bezirksbeirat in Möhringen und gehörte von 1980 bis 1984 für die CDU-Fraktion dem Stuttgarter Gemeinderat an. Auf berufsständischer Ebene ist Kieß seit 1972 im Vorstand der Stuttgarter Schreiner-Innung vertreten. Er übernahm von 1972 bis 1982 die Funktion des Kassenprüfers bei der Kreishandwerkerschaft Stuttgart, war von 1976 bis 1980 Vorsitzender der Gesellenprüfungskommission der Stuttgarter Schreiner-Innung, von 1984 bis 1997 Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft Stuttgart sowie von 1977 bis September 2011 Innungsobermeister der Schreiner-Innung Stuttgart. Darüber hinaus engagiert er sich seit 1990 als ehrenamtlicher Schöffe und seit 2011 als ehrenamtlicher Richter am Amtsgericht Stuttgart.

Kieß' Interesse in der kommunalpolitischen Arbeit galt vor allem den Belangen des Mittelstandes, der Ortsentwicklung und der Verkehrssituation. So hat er sich für die Möglichkeit der Mitnahme von Fahrrädern in öffentlichen Verkehrsmitteln eingesetzt, verfolgte mit Nachdruck die Idee, im damals noch geteilten Deutschland eine Städtepartnerschaft Stuttgarts mit einer Stadt im anderen Teil Deutschlands zu begründen und vertrat seine Fraktion im Sozialausschuss des Gemeinderates.

Im berufsständischen Bereich organisierte Kieß im eigenen Betrieb 1979 erstmals eine Lehrlingsbörse für Schreiner, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und jungen Menschen einen Einblick in den Beruf zu verschaffen. Er erzielte mit dieser Aktion seinerzeit bundesweite Aufmerksamkeit. Alfred Kieß erwies sich als wertvolle Stütze des Stuttgarter Handwerks und hat insbesondere das Schreinerhandwerk maßgeblich vorangebracht. Er initiierte die Messe "Echtholz", vertrat die Schreiner-Innung Stuttgart auf Landesebene, förderte die Zusammenarbeit mit der Berufsschule, organisierte die Ausstellung "Möbel-Kunst-Stücke" sowie weitere Ausbildungsmessen, Werbeaktionen und gesellschaftliche Veranstaltungen und wirkte nicht zuletzt an einer Materialpreisliste mit.

Engagement für die Olgäle-Stiftung

Darüber hinaus ist Alfred Kieß seit 2007 Mitglied der Olgäle-Stiftung für das krebskranke Kind. Er hat in den Jahren 2006, 2007 und 2010 erfolgreiche Veranstaltungen zugunsten der Stiftung organisiert, bei denen die Schreinerei-Gebäude ausgeräumt und in ein Theater "umgewandelt" wurden. Kieß übernahm sämtliche Kosten, die Gäste   spendeten rund 17.000 Euro für die Stiftung. 2007 hat die Firma Kieß die Einrichtung eines Mutter-Kind-Raumes im Olgahospital unterstützt, indem lediglich die Hälfte der tatsächlichen Kosten in Rechnung gestellt wurde.