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OB Kuhn zum Tod von Heiner Geißler: "Deutschland verliert einen bedeutenden Politiker"

12.09.2017 Aktuelles
Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat sein Bedauern über den Tod des CDU-Politikers Heiner Geißler zum Ausdruck gebracht.
Der OB erklärte am Dienstag, 12. September: "Mit Heiner Geißler verliert Deutschland einen bedeutenden Politiker. Heiner Geißler hatte in allen politischen Fragen stets eine klare Meinung. Angriffslustig, querdenkend und streitbar ging er keinem Konflikt aus dem Weg. Geißler war nicht bequem. Er hatte den Mut zu streiten, sein Ziel war jedoch immer, in den Dialog und zur Versöhnung zu kommen."

Zum Tod von Heiner GeißlerHeiner Geißler ist am 12. September 2017 im Alter von 87 Jahren in Gleisweiler in Rheinland-Pfalz gestorben. Foto: Wikimedia/Heike Huslage-Koch (CC BY-SA 4.0), 2016
Bei den Stuttgarter Bürgerinnen und Bürgern werde er besonders als besonnener Schlichter im Konflikt um das Bahnprojekt Stuttgart 21 in Erinnerung bleiben, so der OB. "Die Schlichtung hatte in der schwierigen Situation einer gespaltenen Stadtgesellschaft Gegner und Befürworter des Projekts wieder an einen Tisch und zum Austausch von Argumenten gebracht. Er war als Schlichter bei allen Parteien der Schlichtung trotz inhaltlich unterschiedlicher Positionen hoch angesehen." Den Angehörigen sprach der Oberbürgermeister sein tiefstes Beileid aus.

Heiner Geißler ist am 12. September 2017 im Alter von 87 Jahren in Gleisweiler in Rheinland-Pfalz gestorben. Er wurde am 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar geboren. Der studierte Jurist begann seine berufliche Tätigkeit 1962 als Richter am Amtsgericht Stuttgart, dann als Leiter des Ministerbüros des Arbeits- und Sozialministers von Baden-Württemberg. 1965 zog er als CDU-Abgeordneter des Wahlkreises Reutlingen-Tübingen in den Deutschen Bundestag ein.

Von 1989 bis 2000 war er Mitglied des Bundesvorstandes der CDU und von 1991 bis 1998 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Geißler war von 1982 bis 1985 Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit und von 1977 bis 1989 Generalsekretär der CDU. Nach seiner aktiven Zeit als Politiker vermittelte Geißler häufig als Schlichter in Tarifkonflikten. 2010 fungierte er als Schlichter im Konflikt um das Bahnprojekt Stuttgart 21.

Geißler war seit 1970 Träger des Bundesverdienstkreuzes. 1995 erhielt er den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg.