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Stuttgart nimmt an Forschungsprojekt zum "Radfahren in beengten Verhältnissen - Wirkung von Piktogrammen und Hinweisschildern auf Fahrverhalten und Verkehrssicherheit" teil

30.10.2017 Verkehr/Mobilität
Radfahrern stehen häufig keine eigenen Verkehrsräume wie Schutzstreifen, Radfahrstreifen oder Radwege zur Verfügung, da beengte Platzverhältnisse keine eigene Spur zulassen. Die Radler laufen Gefahr, von Autofahrern übersehen oder an den Rand der Straße gedrängt zu werden.

In einem bundesweiten Forschungsvorhaben der Bergischen Universität Wuppertal in Kooperation mit der technischen Universität Dresden wird nun untersucht, ob Fahrradpiktogramme auf der Fahrspur zu mehr Sicherheit für Radfahrer und einem besseren Miteinander im Straßenverkehr führt. Die Präsenz und Rechte der Radfahrer sollen damit verdeutlicht werden. In der Straßenverkehrsordnung sind derartige Sinnbilder außerhalb von Radverkehrsanlagen bisher nicht vorgesehen.

Untersucht wird unter anderem, ob sich das Fahrverhalten der Rad- und Autofahrer ändert oder anpasst und die Verkehrssicherheit für Radler damit erhöht wird. Dazu zählt beispielsweise der Überholabstand oder die Flächennutzung der Radfahrer.

Die Landeshauptstadt nimmt als eine von sechs Kommunen mit über 100.000 Einwohnern an diesem Forschungsprojekt teil, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert wird.

Anfang November wird versuchsweise die Ludwigsburger Straße in Zuffenhausen zwischen der Hohensteinstraße und dem Emil-Schuler-Platz in beiden Richtungen mit Fahrradpiktogrammen versehen. Mittels Kameras wird an ausgewählten Tagen beobachtet, wie die Verkehrsteilnehmer sich verhalten, und ob sich etwas gegenüber vorher geändert hat. Die Auflösung der Kameras ist so gering, dass keine Gesichter oder Kennzeichen zu erkennen sind. Die Daten werden nach Projektende gelöscht. Zusätzliche Befragungen der Anwohner und Verkehrsteilnehmer sowie eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit ergänzen die Forschungen.

Die Erkenntnisse sollen im Sommer 2019 vorgestellt werden und anschließend in einem Leitfaden auch anderen Kommunen zur Verfügung stehen.