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Energiebericht 2015: Stuttgart auf gutem Weg

14.11.2017 Umwelt
Stuttgart geht schonend mit Energie um. 2015 hat die Landeshauptstadt insgesamt 23 Prozent weniger Primärenergie verbraucht als im Referenzjahr 1990. Das geht aus dem Bericht zum Energiekonzept hervor, den Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, am Dienstag, 14. November, im Ausschuss für Umwelt und Technik vorgestellt hat.

Damit erfüllt die Stadt bereits heute das für 2020 angestrebte Ziel, den Primärenergieverbrauch gegenüber 1990 um 20 Prozent zu reduzieren. Auch beim zweiten Ziel ist Stuttgart auf einem guten Weg: Bis 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der verbrauchten Endenergie auf 20 Prozent steigen. 2015 konnte der Anteil gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent auf insgesamt 14,5 Prozent erhöht werden.

Bis 2012 wurde die Stuttgarter Energiebilanz im Zwei-Jahres-Rhythmus erstellt. Seit 2013 entwickelt das Fraunhofer-Institut jährlich eine detaillierte Analyse. Sie basiert auf Energiedaten der Netz- und Kraftwerksbetreiber, statistischen Größen und Berechnungsmodellen. Die Energiebilanz unterscheidet zwischen Primärenergieverbrauch und Endenergieverbrauch. Primärenergie ist die in den Energiequellen vorhandene Energie, beispielsweise der Energiegehalt von Erdgas oder Kohle. Weiterhin wird bei der Primärenergie der Transportaufwand berücksichtigt. In Kraftwerken, Heizungen oder auch Raffinerien wird Primärenergie in Endenergie umgewandelt, die der Verbraucher in Form von Strom oder Wärme anschließend nutzen kann. Bei der Umwandlung von Primärenergie in Endenergie kommt es zu Umwandlungsverlusten.

Während der Primärenergieverbrauch 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 1 Prozent gesunken ist, stieg der Endenergieverbrauch gegenüber 2014 um 4 Prozent an. Der Anstieg ist vor allem durch den überdurchschnittlichen Bevölkerungszuwachs zu erklären. Hinzu kommt die positive konjunkturelle Lage, die zu einer wirtschaftlichen Produktionssteigerung geführt hat. Dass der Primärenergieverbrauch trotzdem gesenkt werden konnte, liegt am höheren Anteil der erneuerbaren Energien im deutschen Strommix.

Rund die Hälfte der Energie wird in Stuttgart in den Sektoren Gewerbe, Handel, Dienstleistungen sowie sonstige Industrie und Verarbeitendes Gewerbe verbraucht. Es folgen die Stuttgarter Haushalte. Auf die städtischen Liegenschaften entfällt ein Anteil von 4 Prozent am Gesamtenergieverbrauch im Stadtgebiet.

Die Energieziele für das Jahr 2020 sind ein Meilenstein des Konzepts "Urbanisierung der Energiewende in Stuttgart", das der Gemeinderat am 28. Januar 2016 beschlossen hat. Das Konzept beschreibt den Weg zu einer klimaneutralen Landeshauptstadt im Jahr 2050. Durch einen stark reduzierten Energieverbrauch, ein hohes Maß an Energieeffizienz und einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien soll sich Stuttgart zu einer Stadt der nachhaltigen Energienutzung entwickeln. Das Energiekonzept sieht verschiedene, ineinandergreifende Maßnahmen wie Gebäudesanierungen oder den Umstieg auf emissionsfreie Elektrofahrzeuge vor. Außerdem sollen weitere Blockheizkraftwerke und Biogasanlagen errichtet und die Photovoltaik ausgebaut werden.  

Innerhalb der Stadtverwaltung wurde die Zahl der Anlagen mit erneuerbaren Energien im Bilanzjahr 2015 von 74 auf 83 erhöht. Darin sind jetzt 33 Photovoltaikanlagen, 20 Anlagen für Solarthermie, 18 Anlagen für holzartige Brennstoffe, 5 Biogasanlagen und 7 Anlagen mit Umweltwärme enthalten.