Degerloch - Einwohnerversammlung

Die letzte Bürgerversammlung im Stadtbezirk Degerloch fand am Montag, 20. Oktober 2014 statt. Alles Wissenswerte erfahren Sie hier:

Von Schmuckstücken und Parkproblemen

Vor rund 400 Bürgerinnen und Bürgern hat Bezirksvorsteherin Brigitte Kunath-Scheffold am 20. Oktober 2014 die Bezirksversammlung in der Degerlocher Turn- und Versammlungshalle eröffnet. Oberbürgermeister Fritz Kuhn benannte in seiner Ansprache viel Positives, das die Stadt und der Stadtbezirk aufbieten können. Vor allem die Themen Mobilität und Verkehr beschäftigten die Bürger.

Fernsehturm-DegerlochDas Markenzeichen Stuttgarts, der Fernsehturm, steht in Degerloch und ermöglicht einen weiten Blick nach Stuttgart. Foto: Ute Schmidt-Contag/LHS

Zahlreiche Vorhaben auf der Tagesordnung

"Degerloch ist wunderschön, angenehm und beliebt in der ganzen Stadt", sagte der Oberbürgermeister in seiner Einführung und fügte hinzu: "Stuttgart geht's gut, Degerloch auch." Wald und landwirtschaftlich genutzte Flächen machen einen Großteil der Landeshauptstadt aus, so Kuhn: "Stuttgart ist eine grüne Stadt. Diesen Vorteil gilt es zu erhalten."

Um eine gute Infrastruktur und die Nahversorgung auch in den Stadtteilen zu sichern sei es wichtig, dass die Einwohner auch vor Ort einkaufen. Denn von Gelegenheitskäufen könne kein Einzelhändler leben. Der OB listete Projekte und Vorhaben auf, die bereits in Arbeit sind oder angegangen werden. Zentrale Beispiele: Der Umbau des Gazi-Stadions und die Ertüchtigung des Fernsehturms.

"Im kommenden Jahr feiern wir die Widereröffnung mit einem großen Fest", versprach der OB. Die finanzielle Sicherung der "Internationalen Schule" nach der vom Land angekündigten Kürzung von Zuschüssen war ebenfalls Thema der Bürgerversammlung. Kuhn erklärte, er sei in Gesprächen mit der Landesregierung: "Da kann was gelingen." Aber noch könne er nichts zusagen. Und: "Der Agnes-Kneher-Platz soll ein Schmuckstück werden, da machen wir was Gescheites."

Verkehr ist wichtiges Thema

Viele Fragen und Beiträge der Bürgerinnen und Bürger machten den Verkehr in und durch Degerloch zum Thema. Kuhn zeigte Verständnis für die Sorgen der Bürger. Er machte klar, dass eine Reduzierung des Verkehrs auch in der Region beginnen müsse, dort, wo er entstehe. Und er mahnte, das Auto öfter mal stehen zu lassen. "Das ist die einfachste Art, Verkehr zu vermeiden".

Dem Ausbau des Anschlusses beim Gewerbegebiet "Tränke" an die B27 hat der Gemeinderat zwar bereits 2002 zugestimmt, doch weckt das Vorhaben weiter Befürchtungen in Degerloch - vor allem zusätzlichen Verkehr im Ortskern.

Der OB wünscht sich hier eine aktuelle Verkehrsanalyse sowie - unter Einbeziehung des Bezirksrates - neue Vorschläge zu begleitenden Maßnahmen, wie man den Ortskern vor zusätzlichem Verkehr bewahren kann. "Wir prüfen das jetzt, erst dann wird entschieden", erklärte Kuhn. Der OB sagte aber auch: "Wir müssen schauen, dass unsere Gewerbegebiete gut angebunden sind. Ein Interessensausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie ist wichtig."

Anwohner äußerten den Wunsch, auch in Degerloch eine Parkraumbewirtschaftung rasch einzuführen. Dazu sagte Ordnungsbürgermeister Martin Schairer: "Kurzfristig wird sich dies in Degerloch nicht umsetzen lassen."

Schutz vor Lärm

Weitere Themen waren der Freizeitverkehr auf der Waldau und die Belastung in den angrenzenden Wohngebieten durch parkende Fahrzeuge und Schleichverkehr. Zudem gab es die Forderung nach einer Verbesserung des Busverkehrs der Linie 70 mit mehr Haltepunkten, den Ruf nach einem Schallschutzgutachten zum Lärm an Stadion und Eishalle sowie die Errichtung eines Kolumbariums auf dem Friedhof.