Stuttgart-West - Einwohnerversammlung

Umweltthemen stehen im Vordergrund - OB setzt auf Reduzierung des Individualverkehrs

Der Mozart-Saal der Liederhalle war mit über 600 Besuchern gut gefüllt, als Bezirksvorsteher Reinhard Möhrle die Bürgerversammlung des Stadtbezirks Stuttgart-West am 22. Juli eröffnete.

Blick vom BirkenkopfDer Birkenkopf ist die höchste Erhebnung im Stuttgarter Westen und bietet einen weiten Blick auf die Innenstadt. Foto: Harald Beutel/LHS

Ein toller Stadtbezirk

"Der Westen ist ein toller Stadtbezirk - ich wohne gerne da", gestand Oberbürgermeister Fritz Kuhn in seiner anschließenden Rede. Er porträtierte diesen Teil Stuttgarts als einen beliebten, wachsenden und auch jünger werdenden Bezirk mit durchmischtem urbanem Leben, in dem alle Generationen vertreten sind.

Als große Probleme bezeichnete er den Mangel an Kinderbetreuungsplätzen, das fehlende Grün in den bebauten Bereichen und das Thema bezahlbarer Wohnraum. "Ich will keinen Bezirk, in dem nur Menschen leben, die es sich leisten können", sagte Kuhn unter dem Beifall der Zuhörer und verwies auf das städtische Instrument des Innenentwicklungsmodells (SIM), das 20 Prozent geförderten Wohnungsbau bei Bauprojekten vorschreibe.

Pendelverkehr und Parknot

Einen weiteren Schwerpunkt seiner Rede bildeten Pendlerverkehr und Parknot. Hier habe das Parkraummanagement positiv im Bezirk gewirkt und die bisher meist von ortsfremden Pendlern belegten Stellplätze freigemacht, sagte der OB.

Er kündigte an, dies auch in den Innenstadtbezirken Süd, Mitte und Ost sowie in Teilen von Bad Cannstatt einführen zu wollen. Dennoch lasse sich das eigentliche Problem nur durch eine Reduzierung des Individualverkehrs lösen: Ziel sei eine vernetzte Mobilität mit viel Schiene, Leihautos, Kraftwagen mit umweltfreundlichen Antrieben sowie einem möglichst großen Anteil Rad- und Fußgängerverkehr.

Umwelt steht im Fokus

Was die Bürgerinnen und Bürger im Saal bewegte, das waren vor allem Umweltthemen wie die Strahlenbe­lastung durch Mobilfunkan­lagen, Lärm durch Außenbewirtschaftung von Gast­stätten, die zunehmende Versiegelung und Verdichtung des Lebensraums sowie eine "Investorenbauweise" ohne Grünflächen.

Mehr Dialog gefordert

Weitere Fragen und Anregungen beschäftigten sich mit dem Ausbau der Bürgerbeteiligung und mehr Dialog mit den Bürgern. Dabei wurden bestehende Beteiligungen, wie beispielsweise beim Olgaareal, positiv bewertet. Beklagt wurde die manchmal lange dauernde, manchmal auch ganz ausstehende Reaktion der Stadtverwaltung auf An­fragen oder Anliegen der Bewohner. OB Kuhn und die angesprochenen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ­versprachen, in diesem Zusammenhang jedem einzelnen Fall nachzugehen.

"Wenden Sie sich auf jeden Fall auch in Zukunft an die Stadtverwaltung, wenn Sie eine Auskunft benötigen", legte der OB den Zuhörern abschließend ans Herz.

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