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Rathaus Stuttgart

"Möge unser Rathaus der lieben Stadt Stuttgart und ihren Bürgern recht lange erhalten bleiben! Mögen alle, die aus- und eingehen, ihre Arbeit in Frieden tun dürfen zum Wohle der Bürgerschaft! Mögen die Glocken des Turmes niemals Sturm läuten, sondern allezeit im Frieden erklingen in einer friedlichen Stadt!", verkündete Oberbürgermeister Klett anlässlich der Einweihung des neuen Stuttgarter Rathauses am 4. Mai 1956.

Die beiden Architekten Hans Paul Schmohl und Paul Stohrer haben mit dem Wiederaufbau ein Bekenntnis zum neuen Bauen abgelegt. Obwohl Vergangenes bewusst nicht nachgeahmt wurde, sollte der Rathausturm erhalten bleiben. Zwar nicht in der ursprünglichen Form, doch sinnvoll integriert, ziert der Turm samt Glockenspiel noch heute das Stuttgarter Rathaus: "Er soll immerdar bezeugen, daß das Rathaus das Herz der Stadt ist und der Mittelpunkt ihres Lebens". Auch die beiden historischen Seitenflügel sind erhalten. Das Haus der Bürger, Ort kommunalpolitischer Entscheidungen und Zentrum der Verwaltung bietet dem Gemeinderat Raum für Sitzungen, es werden Gäste aus aller Welt begrüßt und regelmäßig finden Ausstellungen und Veranstaltungen statt.

Das Stuttgarter Rathaus heute

Im Zuge der Sanierung 2004 wurde das Stuttgarter Rathaus auf den neuesten technischen Standard gebracht. Während der 17-monatigen Umbauphase wurden Brandschutz und Wärmedämmung erneuert und die Heizung modernisiert.

Heute präsentiert sich das Rathaus hell und freundlich. Der neogotische Altbau mit seiner historischen Substanz wurde optisch besser an den Marktplatzflügel angeschlossen, indem die blickdichten Strukturverglasungen innen ausgetauscht und der gemeinsame Hof neu gestaltet wurden.

Als Zentrum kommunalpolitischer Entscheidungen und Ort der Begegnung präsentiert sich das Stuttgarter Rathaus damit transparent für die Bürgerschaft. 220 Büros mit 270 Beschäftigten und drei Sitzungssälen, sind im Rathaus angesiedelt.
Paternoster verbinden die vier Stockwerke miteinander - zwei weitere Aufzüge sind außerdem vorhanden.

Auch künstlerisch genügt das Rathaus höchsten Ansprüchen: Im Erdgeschoss zieht sich das "Gespräch" von Walter Wörn an der Außenwand des Aufzugs bis in die zweite Etage. Die Flurwände im ersten Obergeschoss zeigen Portraits Stuttgarter Ehrenbürger und Bilder früherer Stadtoberhäupter, Büsten von Arnulf Klett und Theodor Heuss stehen daneben.

Als Veranstaltungsort bietet das Rathaus mit dem Panoramafenster, dem großen Sitzungssaal und Kunstausstellungen im dritten Obergeschoss Raum für Kultur und mehr.

Rathaus Frontansicht, blauer Himmel mit einigen Wolken, Marktplatz im VordergrundVergrößernFrontansicht des Rathauses. Quelle: Amt für Stadtplanung und StadterneuerungFrontansicht des Rathauses. Quelle: Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung Rathaus vom Eugensplatz gesehen. Drei Menschen verschwommen im Vordergrund, Rathausturm überragt andere GebäudeVergrößernDas Rathaus vom Eugensplatz aus gesehen. Quelle: StadtDas Rathaus vom Eugensplatz aus gesehen. Quelle: Stadt

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Geschichte des Stuttgarter Rathauses

Das älteste noch gräfliche Rathaus Stuttgarts befand sich im sogenannten Hauflerschen Haus am Marktplatz 5, das leider im Krieg zerstört wurde. "Zum besseren Ansehen des Marktes und zur Notdurft der Stadt" gab Graf Ulrich der Vielgeliebte seine Genehmigung zu dem 1456 errichteten ersten Rathaus der Bürgerschaft.

Stuttgart expandierte, im Rathaus war es längst zu eng geworden. Ende 1894 wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben - über 200 Entwürfe gingen beim Preisgericht ein. Der Rathausbau am Marktplatz sollte sich bis zur Küferstraße ausdehnen, wozu mehr als 20 alte Häuser weichen mussten.

"Sechs Jahre dauerte der Bau, bis am 1. April 1905 das neue Stuttgarter Rathaus eingeweiht werden konnte. Es war damals architektonisch ein Ereignis, das weit über Stuttgart hinaus Beachtung fand." Das Arbeitszimmer des Oberbürgermeisters war im Sinne der Tirolergotik reich geschnitzt und in Holz ausgeschlagen. 20 Jahre später wurde der Rathausturm durch ein Glockenspiel bereichert.

Rathaus Vorkriegszustand. Alte Gebäude säumen den ziemlich belebten MarktplatzVergrößernMarktplatz im Vorkriegszustand. Quelle: Amt für Stadtplanung und StadterneuerungMarktplatz im Vorkriegszustand. Quelle: Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung

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Zerstörung

Der Luftangriff 1944 zerstörte auch das Stuttgarter Rathaus. Das einst reich verzierte Baudenkmal, mit Friesen, Fensterschmuck, Wasserspeiern und Giebelbildern war "unwiederbringlich dahin" - nur der Turm mit seinem gewölbten Kupferdach blieb als Mahnmal stehen.

Zerstörte Gebäude, einige RauchschwadenVergrößernZerstörte Innenstadt. Quelle: Amt für Stadtplanung und StadterneuerungZerstörte Innenstadt. Quelle: Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung

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Das Rathaus als Veranstaltungsort

Neben kommunalpolitischen Entscheidungen bietet der Große Sitzungssaal im dritten Obergeschoss mit 520 Sitzplätzen Raum für Ehrungen, Preisverleihungen, Wahlabende und offene Bürgerbeteiligungen. Kleinere Empfänge finden üblicherweise im Festraum im ersten Stockwerk statt.

Für Zusammenkünfte und Feiern aller Art bietet sich das Panoramafenster im vierten Obergeschoss an: Hier gibt es einen schönen Ausblick aus der Höhe und Platz für viele Gäste.
Wechsel- oder Dauerausstellungen zu wirtschaftlichen, kulturellen, technischen oder kommunalpolitischen Themen bereichern die Flure des Rathauses. Exponate aus Architekturwettbewerben und Kunstwerke professioneller und Hobby-Maler finden hier Raum für ihre Ausstellungen. In der Reihe "Kunst im Rathaus" finden im vierten Obergeschoss regelmäßig Ausstellungen statt.

Viele Stühle, hintere Wand mit Holzverkleidung und Rössle, RednerpultVergrößernDer Große Sitzungssaal. Quelle: Amt für Stadtplanung und StadterneuerungDer Große Sitzungssaal. Quelle: Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung

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Der Glockenturm

Im obersten Turmgeschoß bieten zwei Altanen einen schönen Ausblick auf die Stadt nach Nordosten und Südwesten. Der Turm ist an vier Seiten mit Uhren bestückt, nach Südwest zieren ihn eine Mondphasenuhr und eine Uhr mit Wochenphasenblatt.

Auch das neue Rathaus trägt ein Glockenspiel, bestehend aus 30 freihängenden Glocken, gegossen von der Stuttgarter Glockengießerei Kurtz. Die größte Glocke hat einen Durchmesser von 1,15 Meter und wiegt 950 Kilogramm. Die Kleinste besitzt einem Durchmesser von 22 Zentimetern, bei einem Gewicht von 6 Kilogramm. Jede Glocke wurde mit dem Stuttgarter Wappen geschmückt. Führungen im Glockentrum des Stuttgarter Rathauses werden regelmäßig angeboten. Täglich um 11.05, 12.05, 14.35, 18.35 und 21.35 Uhr erklingen Volkslieder.

Glockenspiel im Rathausturm - Übersicht
  11.05 Uhr 12.05 Uhr 14.35 Uhr 18.35 Uhr 21.35 Uhr
Montag/Donnerstag 1 2 3 4 5
Dienstag/Freitag 6 7 8 9 10
Mittwoch/Samstag 11 12 13 14 15
Sonntag 11 1 6 12 10

Lied 1: Wenn alle Brünnlein fließen
Lied 2: Auf m Wasa graset Hase
Lied 3: Preisend mit viel schönen Reden
Lied 4: Bald gras i am Neckar
Lied 5: Guten Abend, gut Nacht
Lied 6: Jetzt gang i ans Brünnele
Lied 7: Drunten im Unterland
Lied 8: Kein Feuer, keine Kohle
Lied 9: Rosenstock, Holderblüt
Lied 10: Der Mond ist aufgegangen
Lied 11: Das Lieben bringt groß Freud
Lied 12: Muß i denn, muß i denn zum Städele
Lied 13: Kein Hälmlein wächst auf Erden
Lied 14: Wenn ich ein Vöglein wär
Lied 15: Weißt du, wieviel Sternlein stehen

einige Glocken vor der Kulisse der abendlich beleuchteten InnenstadtVergrößernGlockenspiel im Rathausturm. Foto: Horst RudelGlockenspiel im Rathausturm. Foto: Horst Rudel

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