Opferentschädigungsgesetz

Wer im Geltungsbereich des Gesetzes oder auf einem deutschen Schiff oder Luftfahrzeug infolge eines vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriffs gegen seine oder eine andere Person oder durch dessen rechtmäßige Abwehr eine gesundheitliche Schädigung erlitten hat, erhält wegen der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen auf Antrag Versorgung in entsprechender Anwendung der Vorschriften des Bundesversorgungsgesetzes - BVG.

Das Opferentschädigungsgesetz (OEG) bietet in folgenden Fällen Hilfe:

  • Sie haben aufgrund der Tat voraussichtlich dauernde (mindestens sechs Monate bestehende) körperliche und / oder psychische Schäden
    oder
  • Sie mussten wegen der Schädigung Zuzahlungen für Krankenhaus, Zahnersatz, Brille, Medikamente oder Ähnliches leisten (Quittungen aufheben)
    oder
  • Sie beziehen aufgrund der Tat Krankengeld
  • Ein naher Angehöriger (Ehepartner, Eltern, Kind) ist durch die Gewalttat ums Leben gekommen
  • Sie haben die Kosten der Beerdigung eines Gewaltopfers getragen

Voraussetzungen

Es muss eine Gewalttat im Sinne des Opferentschädigungsgesetzes vorliegen, das ist zum Beispiel

  • vorsätzliche Körperverletzung
  • Vergewaltigung und sexuelle Nötigung
  • Tötungsdelikt

Es dürfen in der Person des Opfers keine Versagungsgründe vorliegen, das sind

  • Weigerung des Opfers, die Aufklärung der Straftat und die Strafverfolgung des Täters aktiv zu unterstützen
  • eine Mitverursachung der Straftat
  • sonstige, im eigenen Verhalten des Opfers liegende Unbilligkeitsgründe

Leistungen

Soweit Leistungen nach dem OEG zu gewähren sind, wird auf die für Kriegs- und Wehrdienstopfer nach dem BVG vorgesehenen Leistungen verwiesen.

 
 

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