Waren es in den 80er Jahren etwa zehn Prozent übergewichtige Kinder, stieg der Anteil bis 2005 auf 16 Prozent an. Kinder aus sozial benachteiligten Familien sind dabei besonders häufig betroffen. Ansonsten tritt das Problem bei Jungen und Mädchen gleichermaßen auf.
Angesichts dieser Situation beschloss der Sozial- und Gesundheitsausschuss des Gemeinderats die Einsetzung eines Runden Tisches, um nach Lösungsansätzen zu suchen. Am Runden Tisch nahmen
zahlreiche Fachleute und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, der Kinder- und Jugendarbeit sowie Vertretungen von Kindertageseinrichtungen und Schulen teil. Die Ergebnisse wurden am 2. Juli 2007 vorgelegt. Das Ziel das dabei formuliert wurde, lautet: "Stopp der Zunahme des Übergewichts bei Kindern und Jugendlichen bis 2012".
Den Anstieg des Übergewichts bei Kindern und Jugendlichen bis 2012 zu stoppen, ist ein sehr ehrgeiziges Vorhaben. Um erfolgreich zu sein, müssen gleich mehrere Faktoren verändert werden. Notwendig sind sowohl Anstrengungen im Bereich der Kindertageseinrichtungen und Schulen, wie auch bei der Spielplatzgestaltung, dem Ausbau des Radverkehrs, der Thematisierung in den Jugendhäusern und Sportvereinen und so weiter.
Bei den vorgeschlagenen Maßnahmen des Runden Tisches stehen Bewegungsförderung und eine ausgewogene Ernährung im Vordergrund. Aber auch soziale Themen spielen eine Rolle. Dabei geht es zum Beispiel darum, wie den Kindern eine gesündere Ernährung nähergebracht werden kann, wie die Essenversorgung in den Betreuungseinrichtungen aussehen sollte, wie die Kinder zu mehr Bewegung ermuntert werden können und wie sich das städtebauliche Bild verändern muss, damit das Leben in den Stadtteilen gesünder und bewegungsfreundlicher wird.
Die Wirksamkeit der vorgeschlagen Maßnahmen hängt davon ab, wie ernst die zuständigen Institutionen dieses Problem nehmen und wie stark sie es bei ihrer Arbeit und in ihren Angeboten berücksichtigen. Die Vermittlung einer gesunden Lebensweise und die Gestaltung einer gesundheitsfördernden Lebensumwelt spielen hierbei eine bedeutende Rolle.
Das Gesundheitsamt wird die Entwicklungen weiter beobachten und anlaßbezogen berichten.