Erkenntnisse zum Rauchverhalten Jugendlicher - Gesundheitsamt plant Maßnahmen zur Suchtprävention

In Stuttgart rauchen 13 Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren regelmäßig. Im bundesweiten Durchschnitt sind es 28 Prozent. Diese und viele weitere wichtige Informationen stammen aus der Jugendgesundheitsstudie Stuttgart 2005 (JUGS-Studie).

Grundlagen

Die Studie hat das Gesundheitsamt Stuttgart im Herbst 2005 in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut durchgeführt. Damals wurden 550 Acht- und Neuntklässler aller Schularten anonym unter anderem zu ihrem Zigarettenkonsum befragt.

Zielsetzung

Rauchen und Passivrauchen bergen hohe gesundheitliche Risiken. Deshalb wollte das Stuttgarter Gesundheitsamt im Rahmen der JUGS-Erhebung wissen, wie stark Jugendliche von dieser Gefährdung betroffen sind. Demnach rauchen 13 Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren regelmäßig, Mädchen mehr als Jungen. Die Hälfte dieser Jugendlichen hat bereits vor ihrem 13. Geburtstag mit dem regelmäßigen Rauchen begonnen.

Ergebnisse

Im Tagesdurchschnitt werden acht Zigaretten geraucht. Doch immerhin etwa fünf Prozent der Jugendlichen rauchen täglich mehr als zehn Zigaretten und werden damit als starke Raucher eingestuft. 20 Prozent aller nicht rauchenden Jugendlichen gaben an, dass sie sich täglich in Räumen aufhalten, in denen geraucht wird. Bei 35 Prozent trifft dies mehrmals wöchentlich zu.

Rauchverhalten unterschiedlicher Gruppen

Während in Gymnasien und Realschulen unterdurchschnittlich geraucht wird, rauchen in Haupt- und Förderschulen bis zu 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler regelmäßig. Unterschiede zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund wurden dabei nicht festgestellt. Speziell Mädchen, die einen Medienkonsum von mehr als sechs Stunden am Tag angaben, gehören zur Gruppe der starken Raucher. Jungen, die regelmäßig Sport treiben, greifen deutlich seltener zur Zigarette.

Einflussfaktoren für das Rauchverhalten

Die Stuttgarter JUGS-Studie beweist, dass das Risiko, selbst zu rauchen, stark vom Freundeskreis abhängig ist: Es steigt um das Zwanzigfache, wenn gute Freunde rauchen. Jugendliche, die über ein hohes Taschengeld verfügen, rauchen häufiger als Jugendliche, die weniger Taschengeld haben. So liegt bei Jugendlichen, die monatlich über 50 Euro zur freien Verfügung haben, der Raucheranteil bei 20 Prozent, während in der Gruppe der Jugendlichen mit einem Taschengeld bis maximal 25 Euro lediglich neun Prozent regelmäßig rauchen.

Zusammenhang: Rauchen und Übergewicht

Es gibt auch einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Rauchen und Übergewicht. Jugendliche, die sich selbst als zu dick einschätzen, sind doppelt so häufig regelmäßige Raucher wie Jugendliche, die mit ihrem Körpergewicht zufrieden sind. Hier gibt es bei den Geschlechtern einen deutlichen Unterschied:
Übergewichtige Mädchen zählen dreimal so häufig zu den regelmäßigen Rauchern wie nicht übergewichtige Mädchen.

Konsequenzen

Dr. Dr. Hans-Otto Tropp, Leiter des Gesundheitsamtes der Landeshauptstadt Stuttgart, begrüßt die vorliegende Datenauswertung: "Sie zeigt uns, wo wir künftig bei der Suchtprävention schwerpunktmäßig ansetzen müssen."

 
 

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