Kopfschmerzen verbreitetes Problem bei Jugendlichen

Jugendliche haben überraschend häufig Kopfschmerzen. Viele nehmen ohne ärztliche Kontrolle über längere Zeit Schmerztabletten ein, so das alarmierende Ergebnis der Jugendgesundheitsstudie.

Kopfschmerzen sind bei Jugendlichen die häufigsten Schmerzen

Kopfschmerzen sind bei Erwachsenen weit verbreitet. Was bisher wenig bekannt ist: Auch viele Jugendliche haben oft und regelmäßig Kopfschmerzen.

Das Gesundheitsamt hat im Rahmen der Jugendgesundheitsstudie Stuttgart 2005 rund 550 Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren zum Thema Schmerzen befragt. 45 Prozent der Mädchen und 28 Prozent der Jungen gaben an, dass sie im Zeitraum von drei Monaten wiederholt Kopfschmerzen hatten. 23 Prozent der Mädchen und 17 Prozent der Jungen haben sogar täglich oder mehrmals in der Woche Kopfweh.

"Kopfschmerzen sind damit bei Jugendlichen die häufigsten Schmerzen", sagt Jodok Erb der Gesundheitsberichterstatter des Gesundheitsamtes. "Viele Jugendliche sind von Kopfschmerzen stark beeinträchtigt, fühlen sich appetitlos und leiden unter Schlafproblemen. Häufig können sie nicht zur Schule gehen. Bei einigen sind die Schmerzen so stark, dass auch ein Elternteil zuhause bleiben muss."

Ursachen für Kopfschmerzen

Als eine der Hauptursachen geben die Jugendlichen Lärmbelästigungen an. "Wenn man außerdem die langen Zeiten berücksichtigt, die manche vor Computer und Fernsehen verbringen, muss auch dies als ein Grund in Betracht gezogen werden ", so Monika Gickeleiter, Sachgebietsleiterin für Kinder- und Jugendgesundheit beim Gesundheitsamt. Darüber hinaus können zum Beispiel Medikamente, Allergien oder bestimmte Nahrungsmittel Kopfschmerzen auslösen.

Auch psychische Faktoren spielen eine Rolle. Die Gesundheitsstudie hat ergeben, dass junge Menschen, die oft unglücklich sind, die sich häufig Sorgen machen, leicht ihr Selbstvertrauen verlieren oder sich ängstigen, doppelt so häufig unter Kopfschmerzen leiden, wie Jugendliche, die diese Probleme nicht haben.

Was tun Jugendliche gegen Kopfschmerzen ?

Ein Drittel der Mädchen und ein Viertel der Jungen versuchen sich auszuruhen. Nur die Wenigsten gehen zum Arzt. Elf Prozent der Mädchen und sieben Prozent der Jungen greifen häufig oder immer zu Medikamenten. Fast zehn Prozent der Jugendlichen haben schon länger als einen Monat täglich Schmerzmittel eingenommen, die meisten ohne ärztliche Verordnung.

Empfehlungen des Gesundheitsamtes

Die Kinder- und Jugendärzte des Gesundheitsamts empfehlen, Kopfschmerzen auf jeden Fall ernst zu nehmen, da diese chronisch werden können.

Bei seltenen Kopfschmerzattacken reicht es aus, sich hinzulegen und Reize wie Lärm und Licht zu meiden. Die meisten Kopfschmerzen sind durch Schlaf gut kurierbar. Aber auch in schmerzfreien Zeiten ist auf ausreichenden Schlaf in ruhiger Umgebung zu achten, möglichst in einem kühlen Raum mit frischer Luft.

Häufig wirken auch ein Eisbeutel auf der Stirn oder eine leichte Kopfmassage, zum Beispiel mit Pfefferminzöl, schmerzlindernd.

Treten die Kopfschmerzen häufiger auf, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Wichtig ist ein präzises Wissen über die auslösenden Faktoren. Ein Kopfschmerztagebuch kann dabei helfen.

Auch bei Kindern und Jugendlichen wirken oft Entspannungsübungen, wie die progressive Muskelrelaxation, Phantasiereisen oder besondere Atemtechniken sowie Biofeedbackverfahren. Sehr gut wirksam ist auch eine Kombination aus Entspannung und kindgerechtem Training zum Stressmanagement.

Weitere Informationen
Tipps gegen Kopfschmerzen:

Infokasten Kopfschmerz (PDF - 13 KB)

Deutsches Grünes Kreuz

Info-Telefon (montags bis donnerstags 9 bis 15.30 Uhr, freitags, 9 bis 12 Uhr): 0711 216-2232