Neubau von Olgahospital und Frauenklinik am Katharinenhospital
Auf dem Gelände des Katharinenhospitals entsteht derzeit der Neubau der Frauenklinik und des Olgahospitals. Der Klinikumstandort Mitte soll über 2.000 Räume und eine Gesamtgeschossfläche von 96.000 Quadratmetern verfügen.
Olgahospital
Im Olgahospital, das derzeit noch in der Bismarckstraße im Stuttgarter Westen steht, werden jährlich rund 15.000 Kinder und Jugendliche behandelt. Aufgrund des umfangreichen Leistungsspektrums reicht das Einzugsgebiet weit über Stuttgart und Baden-Württemberg hinaus. Im Neubau wird das Olgäle über 311 Betten und eine topmoderne Ausstattung verfügen. Viele Räume sind als Eltern-Kind-Zimmer konzipiert.
Frauenklinik
Die Frauenklinik, die ihr Domizil noch bis zur Fertigstellung des Neubaus im Krankenhaus Bad Cannstatt hat, gehört mit jährlich über 2.500 Geburten sowie insgesamt fast 5.000 stationären und zahlreichen ambulanten Behandlungen zu den großen Frauenkliniken in Deutschland. Im Neubau wird sie 74 Betten haben.
Synergien
Durch die künftige Wand-an-Wand-Lösung mit dem Olgahospital ergeben sich viele Vorteile, beispielsweise bei der Versorgung von kranken Neugeborenen.Insgesamt wird es in dem neuen Kinder- und Frauenzentrum sechs Pflegestationen, zwei Wöchnerinnenstationen, drei Stationen für Frühgeborene, neun Operationssäle, eine Notfallaufnahme und mehrere Ambulanzen geben.
Konzept
Das neue Kinder- und Frauenzentrum wird nach den Entwürfen der Architekten HPP Lage und Partner sowie Sorg und Frosch Planungs GmbH errichtet. Vorgesehen ist ein Gebäudeensemble, das aus einem mehrgeschossigen Sockelbau besteht, auf dem sich sechs versetzt angeordnete Pavillons befinden. Lichthöfe - teilweise mit Glas überdacht - sorgen für helle Räume. Alle Dachflächen werden mit Blütenstauden, Gras und Kräutern begrünt. Insgesamt wird der Neubau zehn Stockwerke haben, drei davon sind Tiefgeschosse. Außerdem gibt es eine Tiefgarage mit 476 Stellplätzen.
Vorarbeiten
Bereits Mitte 2006 haben die Arbeiten auf dem nördlichen Teil des Baufeldes entlang der Panoramastraße begonnen, auf dem der Grundstein gelegt wurde. Zunächst ist das Areal von unterirdischen Leitungen frei gemacht worden. 10.000 Meter Stromleitungen wurden verlegt, außerdem 400 Meter Entwässerungskanäle und 1.000 Meter Gasleitungen. Zu den großen Herausforderungen gehörte die Verlegung einer Gaspipeline, die den gesamten Stuttgarter Norden versorgte. Danach wurden sieben nicht sanierungsfähige Gebäude abgebrochen. Erst dann konnte mit dem Aushub der 7.500 Quadratmeter großen und 28 Meter tiefen Baugrube begonnen werden.
Baumaßnahmen
Bis Ende 2009 wurde auf dem nördlichen Baufeld der Rohbau errichtet. Gleichzeitig begann der Aushub im südlichen Teil des Baufelds, auf dem der Rohbau bis Frühsommer 2011 vervollständigt wird. Insgesamt fallen bei dem Bauprojekt 185.000 Kubikmeter Erdaushub an, die von bis zu 200 Lkw am Tag abtransportiert werden. Um Anwohner und Patienten so wenig wie möglich zu belasten, wurde bereits in der Ausschreibung festgelegt, dass nur als geräuscharm klassifizierte Baumaschinen verwendet werden dürfen. Lärmintensive Arbeiten dürfen nur zu eingeschränkten Zeiten ausgeführt werden.
Kosten
Die Kosten des Neubaus belaufen sich auf ingesamt 268,4 Millionen Euro. Das Land fördert den Klinikneubau mit 150 Millionen Euro. Das Hochbauamt der Stadt hat die Projektleitung. Die Arbeitsgemeinschaft für Projektsteuerung, bestehend aus der Firma Drees und Sommer und der HWP Planungsgesellschaft, sind für die Kostenkontrolle und das Terminmanagement zuständig. Für die kindgerechte Ausgestaltung des Projekts engagieren sich die im Olgahospital verankerten Stiftungen und Förderkreise.
Weitere Projekte
Auf dem Gelände des Katharinenhospitals sollen mittelfristig das Zentrum für Innere Medizin und das Zentrum für Operative Medizin entstehen. Dann wird es nur noch zwei Klinikumsstandorte geben: Beim Katharinenhospital (Standort Mitte) und in Bad Cannstatt. Ziel ist es, durch die räumliche Konzentration die einzelnen Klinikbereiche besser zu vernetzen. Damit kann die Qualität der medizinischen Versorgung gesteigert und zugleich die Wirtschaftlichkeit verbessert werden.
Unterthemen
- Eine Arche für alle - das künftige Olgahospital
- Künftiges Zentrum für Innere Medizin und Operative Medizin: Jury-Entscheidung am Klinikum Stuttgart ist gefallen


