Interkulturelle Öffnung und Qualifizierung der islamischen Gemeinden in Stuttgart
Ausgangslage
In Stuttgart leben etwa 60.000 Muslime. Ein Teil von ihnen ist in etwa 20 Moscheevereinen und als Aleviten in Cem-Häusern organisiert.
Die islamischen Selbstorganisationen bieten religiöse Dienstleistungen an. Sie werden auch zunehmend als soziale und Bildungseinrichtungen konzipiert und betrieben. Dabei konkurrieren sie untereinander um die Erfüllung der Bedürfnisse der muslimischen Einwohner.Die Partizipation am kommunalen Geschehen besteht bisher nur punktuell:
- Einladungen in Cem-Häuser, zum Tag der offenen Moschee und zum Fastenbrechen
- Mitwirkung an interreligiösen Begegnungen, z.B. am christlich-islamischen Dialog
- Teilnahme am Gesprächskreis der Muslime beim Integrationsbeauftragten, am Gesprächskreis der Polizei mit islamischen Gemeinden und teilweise an interkulturellen Veranstaltungen
Durchführung
Die Abteilung für Integrationspolitik hat im Juni 2008 mit Förderung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge das Projekt "Interkulturelle Öffnung und Qualifizierung der islamischen Gemeinden" gestartet. Etwa 30 aktive Vereinsmitglieder aus sechs größeren Gemeinden werden für die Integrationsarbeit intensiv geschult. Weitere islamische Vereine werden in dieses Projekt ebenfalls einbezogen, um in Zusammenarbeit mit kommunalen Stellen einen Arbeitskreis zu Integration aufzubauen. Dieses Kooperationsnetzwerk soll ab 2009 konkrete Maßnahmen für ein besseres Miteinander von Muslimen und Nichtmuslimen in unserer Stadt auf den Weg bringen.
Zielgruppe
Zielgruppe des Projekts sind vereinsaktive Jugendliche und Heranwachsende in den Islamischen Gemeinden, die bereit sind, neben weiteren Aufgaben auch eine größere Verantwortung für die Jugendarbeit im Verein zu übernehmen und den Kontakt zu deutschen Einrichtungen und Kooperationsnetzwerken aufzubauen.
Ziele
- Interkulturelle Öffnung der Stuttgarter islamischen Gemeinden und stärkere Einbindung ihrer Mitglieder in die kommunale Integrationsarbeit durch gemeinsame Qualifizierung von aktiven Jugendlichen und Heranwachsenden aus mehreren islamischen Gemeinden.
- Aufbau eines Stuttgarter Arbeitskreises mit Muslime zur Integration (Islamforum) in Zusammenarbeit mit kommunalen Akteuren.
- Aufbau einer dialogbegleitenden Fachgruppe aus muslimischen Gemeinden, die bei Veränderungsprozessen und Konfliktsituationen vermittelnd eingreift.
- Erstellung eines Anwenderhandbuches zum Aufbau lokaler Islamforen und zur Einbindung von islamischen Gemeinden in lokale Netzwerkstrukturen.

