Karl Lautenschlager

Stuttgarter Oberbürgermeister von 1911 - 1933

Karl Lautenschlager (1868-1952) ist seit 1945 Ehrenbürger von Stuttgart. Unter seiner Regie als Oberbürgermeister entwickelte sich Stuttgart zur modernen Großstadt und zum Wirtschaftszentrum.

Drei Mal im Amt bestätigt

Karl Lautenschlager wurde am 18. Mai 1868 in der Stadt geboren, deren Oberbürgermeister er später einmal werden sollte. Er studierte Staats- und Rechtswissenschaften in Tübingen und Leipzig und trat dann eine Beamtenlaufbahn an. Darin hatte er es bis zum Regierungsrat der Stadtdirektion gebracht, als ihn die Stuttgarter am 12. Mai 1911 zu ihrem Verwaltungschef wählten. Zweimal, 1921 und 1931, wurde er mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt.


Karl Lautenschlager. Foto: Stadtarchiv Stuttgart
Karl Lautenschlager. Foto: Stadtarchiv Stuttgart

Erster Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise

Lautenschlager führte die Stadt durch die schwierigen Jahre des Ersten Weltkriegs und der Weltwirtschaftskrise. Dabei lag ihm die Stuttgarter Infrastruktur am Herzen. Er ermöglichte den Beitritt Stuttgarts zur Landeswasserversorgung und beseitigte so den Wassermangel, ließ die erste Kläranlage errichten und forcierte den Bau des Hauptbahnhofs sowie wichtiger Straßen, zum Beispiel der heutigen Nürnberger oder der Heilbronner Straße.

Eingemeindungen und Badewesen

Unter seiner Leitung fand 1922 die Eingemeindung von Obertürkheim, Hedelfingen, Kaltental und Botnang statt, sieben Jahre später dann von Hofen und 1931 von Zuffenhausen. Auch die Weiterentwicklung des Badewesens geht auf Lautenschlager zurück. 1920 ließ er städtischer Badeanstalten bauen wie beispielsweise das Heslacher Bad das Leuze, damals "Untertürkheimer Inselbad" genannt.

Von den Nazis aus dem Amt gedrängt

Sein Wirken hatte nach 1933 ein Ende, als ihn die Nationalsozialisten in den Ruhestand drängten. Das Abschiedsschreiben der Bürgermeister bekundet deren Respekt vor Lautenschlager: "Ihr vornehmer Charakter, die Lauterkeit Ihrer Geschäftsführung und Ihr unverwüstlicher Glaube an die Zukunft unseres Volkes und unserer Heimat" seien Vorbild und Rückhalt zugleich gewesen.

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