Reinhold Maier

Bodenständiger Pragmatiker

Dr. Reinhold Maier (1889-1971) ist seit 1969 Ehrenbürger von Stuttgart. Schon vor 1933 hielt Dr. Reinhold Maier die Solidarität aller Demokraten gegen radikale Kräfte für unerlässlich.

Ein Grundsatz seines politischen Wirkens war deshalb die faire Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner, dem er den menschlichen Respekt nie versagte.

Reinhold Maier war ein bodenständiger Pragmatiker, "ein Politiker, der im Volk wurzelte und sich im Volk wohl fühlte", meinte Otto Aichele, Bürgermeister von Welzheim, über den gebürtigen Schorndorfer.

Dr. Reinhold Maier
Dr. Reinhold Maier (Foto: picture alliance / dpa)

Für einen vereinigten Südweststaat

Der promovierte Jurist Maier sammelte seine ersten politischen Erfahrungen von 1930 bis 1933 als württembergischer Wirtschaftsminister. 1945 übertrug ihm die amerikanische Militärregierung das Amt des Ministerpräsidenten von Württemberg-Baden. Zusammen mit Gebhard Müller wurde Maier einer der Vorkämpfer eines vereinigten Südweststaats.

Erster Ministerpräsident Baden-Württembergs

Am 24. April 1952 wählte die Verfassungsgebende Landesversammlung Reinhold Maier zum ersten Ministerpräsidenten des neu geschaffenen Baden-Württemberg.

Es widerstrebte ihm in seiner einjährigen Amtszeit, vom grünen Tisch aus zu regieren. Deshalb unternahm er zahlreiche Arbeitsbesuche in verschiedene Landesteile. Auch nach seinem Rücktritt als Ministerpräsident blieb Dr. Maier als Landtagsabgeordneter, Bundestagsabgeordneter sowie als Vorsitzender der FDP politisch aktiv.