Gebhard Müller

Politische und Juristische Karriere

Dr. Gebhard Müller (1900-1990) ist seit 1975 Ehrenbürger von Stuttgart. Von 1953 bis 1958 war Dr. Müller zweiter Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, anschließend wirkte er bis 1971 als Präsident des Bundesverfassungsgerichts und damit als oberster Richter der Bundesrepublik.

Den Politiker und Juristen, aber auch den Menschen Gebhard Müller charakterisieren seine Aussage: "Von dem freiwilligen Bemühen der Einzelnen, von ihrer Haltung, ihrem guten Willen und ihrem Pflichtbewusstsein hängt es letztlich ab, ob man viel oder wenig Staat braucht."

Brachte wichtige Gesetze auf den Weg

In seiner fünfjährigen Amtszeit als Ministerpräsident war Gebhard Müller als fleißiger und sparsamer Hausherr in der Villa Reitzenstein bekannt. Wichtige Gesetze, die so genannten "Aufbaugesetze", traten unter seiner Regie in Kraft, zum Beispiel das Landtagswahlgesetz, die Landeswahlordnung oder das Landesverwaltungsgesetz.

Zweimal hatte Müller "schweren Herzens" darauf verzichtet, einem Ruf nach Karlsruhe zu folgen; 1958 nahm er schließlich den Platz an der Spitze des obersten Gerichts der Bundesrepublik ein. Der von ihm geleitete Erste (rote) Senat fällte maßgebliche Entscheidungen über die Auslegung der Grundrechte. Müller übte sein Amt bis ins hohe Alter von 72 Jahren aus.

 

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