Erwin Schoettle

Erwin Schoettle (1899-1976) ist seit 1975 Ehrenbürger von Stuttgart. Der gelernte Buchdrucker musste als SPD-Mitglied 1933 aus Deutschland fliehen. Er hielt sich im Exil bis 1939 im schweizerischen St. Gallen und dann in London auf. Dort leitete er das Auslandsbüro von Neu Beginnen und arbeitete bei der BBC als Redakteur und Sprecher für Radiosendungen in deutscher Sprache.

Mitbegünder der Stuttgarter Nachrichten und SPD-Kreisvorsitzender

1946 ins Nachkriegsdeutschland zurückgekehrt, engagierte sich der gebürtige Leonberger sogleich wieder als Journalist und Politiker. Er war Mitbegründer der "Stuttgarter Nachrichten", Kreisvorsitzender der SPD in Stuttgart und Abgeordneter im Landtag von Württemberg-Baden.

Erwin Schoettle
Erwin Schoettle (Foto: picture-alliance / dpa)

Mitglied im Deutschen Bundestag

1949 zog Schoettle in den ersten Deutschen Bundestag ein. Er profilierte sich unter anderem als Vorsitzender des Haushaltsausschusses, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender und als Bundestags-Vizepräsident.

Einer der letzten Höhepunkte seines politischen Lebens war die Verleihung des Ehrenbürgerbriefs durch die Landeshauptstadt. In seinen Dankesworten zog Schoettle Bilanz: "Ich habe versucht, in einem halben Jahrhundert die mir gegebenen Fähigkeiten zu verwenden, nicht für meine Partei alleine, sondern mit dem Blick auf das Ganze."