Eichenprozessionsspinner

Eichenprozessionsspinner bevorzugen zur Eiablage lichte Eichenwälder oder Einzelbäume wie an Waldrändern, Grün- oder Freizeitanlagen mit Eichenbaumbeständen, öffentlichen Bereichen z.B. Kindergärten, Schulen, Freibädern, Parks, Friedhöfen, Sportanlagen etc.
Aus den Eiern schlüpfen Anfang Mai Raupen, die in geselligen Familienverbänden leben und Gespinstnester von bis zu einem Meter auf Blättern und Zweigen spinnen. Von dort aus gehen die Raupen wie in einer Prozession auf Nahrungssuche - dabei können 20 bis 30 Raupen nebeneinander herwandern.

Später wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die für Menschen gesundheitsgefährdend sein können. Die Härchen der Raupen verbreiten sich massenhaft von Ende Mai bis in den späten Herbst mit dem Wind. Die Brennhaare haben Widerhaken, sind hohl und enthalten als giftige Substanz das Eiweiß Thaumetopin.

Krankheitserscheinungen

Die folgenden Krankheitsbilder können von Allgemeinsymptomen wie Schwindelgefühl, Fieber, Müdigkeit und allgemeinem Krankheitsgefühl begleitet sein. In Einzelfällen treten bei überempfindlichen Personen allergische Schockreaktionen auf.

Unmittelbar nach dem Kontakt mit den Raupenhaaren entwickelt sich ein starker Juckreiz und die Haut reagiert oft mit schmerzhaften Hautrötungen, insektenstichartigen Bläschen, nesselsuchtartigen Quaddeln oder roten Flecken. Gelangen die Raupenhaare in die Augenbindehaut, kommt es dort zu einer akuten Bindehautentzündung mit Röte und Lichtscheue. Das Einatmen der Raupenhaare reizt Mund- und Nasenschleimhäute. Das kann im Rachenbereich zu Entzündungen führen, die Nasenschleimhaut anschwellen lassen und Bronchitis, schmerzhaften Husten und Asthma verursachen.

Vorsichtmaßnahmen

Der wirksamste Schutz vor den Brennhaaren ist das Meiden betroffener Gebiete in der kritischen Verbreitungszeit. Die Bürger sollten die Bäume aufmerksam anschauen, unter denen sie spazieren gehen, ihre Liege- oder Picknickplätze gut inspizieren und vor allem auf Nester des Eichenprozessionsspinners achten. Es wird nicht empfohlen, die Raupen oder die Nester zu berühren. Solange Raupennester erkennbar sind, sollte auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen verzichtet werden. Die Bekämpfung sollte nur von Fachleuten ausgeführt werden. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme wäre der Schutz empfindlicher Hautbereiche wie Nacken, Hals und Unterarme.

Was tun bei Kontakt mit Raupenhaaren?

Bei Kontakt mit Raupenhaaren sollte sofort die Kleidung gewechselt werden. Außerdem sollte man unbedingt duschen und die Haare waschen. Die Kleidung sollte ebenso gewaschen werden.

Gegen den Juckreiz helfen Antihistaminika wie z.B. Fenistil oder Soventol. Bei Auftreten von Krankheitserscheinungen sollte ein Arzt oder Hautarzt aufgesucht werden, der auf den eventuellen Kontakt mit Raupenhaaren aufmerksam gemacht werden sollte.

 
 

Mehr zum Thema