Tony (Anthony) Cragg: Points of View, 2002

Als Pendant zur Liebesvase von Friedrich Distelbarth aus dem frühen 19. Jahrhundert steht seit Dezember 2002 Tony Craggs Skulptur Points of View auf dem neuen Museumsplatz zwischen Kammertheater, Staatsgalerie und dem Haus der Geschichte. Die Skulptur ist so geformt, dass je nach Standort des Betrachters völlig neue Eindrücke entstehen. Es kommt also - so auch der Titel - tatsächlich auf den Standpunkt an, was der Betrachter darin erkennen kann.

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Tony Cragg: Points of View ©Wolfram Janzer

Das Pendant zur Liebesvase

Am 13. Dezember 2002 wurde das neue Museum "Haus der Geschichte Baden-Württemberg" an der Kulturmeile Konrad-Adenauer-Straße eröffnet. Kurz vorher wurde die Skulptur Points of View auf dem neuangelegten Museumsplatz aufgestellt.

Eine Auswahlkommission für "Kunst am Bau" hatte sich für den Ankauf der 2002 entstandenen Skulptur des britischen Künstlers Anthony Cragg entschieden. Die neue Skulptur sollte in Material und Farbe ein Pendant zu der klassizistischen Liebesvase des 19. Jahrhunderts des Dannecker-Schülers Friedrich Distelbarth (1768-1836) darstellen, so lautete die Vorgabe der Planungsgruppe des für den Bau zuständigen Bauamtes.

Die tonnenschwere Skulptur, "Points of view", aus Bronzeguss ist eine Weiterentwicklung der zahlreichen Variationen der organisch geformten Figuren, die Anthony Cragg mit "Early Forms" seit 1990 geschaffen hat.

Cragg über Points of view

"Die Spannungsfelder zwischen dem was wir wissen und was wir nicht wissen, dem was wir sehen und nicht sehen, dem was wir als rational und irrational empfinden und dem was wir fühlen und nicht fühlen bilden das Subjekt dieser Skulptur", so der Künstler Tony Cragg in seiner Beschreibung des Werks. Cragg sieht das Entstehen einer Skulptur als das Ergebnis eines Dialogs zwischen Material und Künstler. Viele seiner Arbeiten sind durch das Aufeinanderstapeln von Material entstanden. Manchmal bleiben die Einzelteile sichtbar, oft werden die Materialien miteinander verklebt und mit einer Haut versehen. Das Ergebnis, die Skulpturen - ohne praktischen Nutzen, so der Künstler - stellen den Versuch dar, "menschliches Denken und Fühlen mit stummer Materie auszudrücken".


So gesehen passt seine Skulptur Points of View sehr gut in den Dialog zwischen Kunst und Geschichte, zwischen Staatsgalerie und Haus der Geschichte.


Technische Daten
Künstler Tony Cragg
Titel Points of View
Jahr 2002
Material Bronze
Maße 2,30 x 1,75 x 1,60 m
Standort Museumsplatz, Stuttgart-Mitte
Eigentümer Vermögen und Bau Baden-Württemberg

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

 
 

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