Mutterschutz, Elterngeld und Elternzeit

Mutterschutz

Alle erwerbstätigen Frauen sind durch das Mutterschutzgesetz (MuSchG) vor Kündigung während der Schwangerschaft und nach der Geburt geschützt.

Vom Beginn der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung ist eine Kündigung des Arbeitgebers bis auf wenige Ausnahmen unzulässig. Außerdem sind Frauen während der Mutterschutzfrist (sechs Wochen vor dem berechneten Geburtstermin bis regulär acht Wochen nach der Entbindung) finanziell abgesichert, in der Regel durch das Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse und einen Zuschuss des Arbeitgebers.

Schutzvorschriften am Arbeitsplatz

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit gelten besondere Schutzvorschriften am Arbeitsplatz. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Schutz für die Gesundheit von Mutter und Kind am Arbeitsplatz zu gewährleisten. So muss der Arbeitgeber die werdende Mutter beispielsweise für Vorsorgeuntersuchungen ohne Verdienstausfall von der Arbeit freistellen.

Staatsangehörigkeit und Familienstand spielen beim Mutterschutz keine Rolle. Entscheidend ist, dass sich der Arbeitsplatz der (werdenden) Mutter in Deutschland befindet.

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Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend


Mutterschutz, Elterngeld und Elternzeit
Foto: ccvision.de

Elterngeld

Anstelle des bisherigen Erziehungsgeldes können Mütter und Väter, deren Kind nach dem 31.12.2006 geboren wurde, Elterngeld beantragen.

Anspruch auf Elterngeld haben Mütter und Väter, die ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen, nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich erwerbstätig sind, mit ihren Kindern in einem Haushalt leben und einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

Elterngeld ersetzt einen Teil des Nettogehaltes vor der Geburt

Im Rahmen des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG) ersetzt das Elterngeld 67 Prozent des nach der Geburt des Kindes entfallenden durchschnittlichen Nettogehalts der letzten 12 Monate. Der Höchstsatz beträgt dabei 1800 Euro, der Mindestsatz 300 Euro. Bei Geringverdienern mit einem Einkommen unter 1000 Euro vor der Geburt des Kindes wird die Ersatzrate auf bis zu 100 Prozent angehoben.

Dauer der Auszahlung

Die Auszahlungszeit beträgt bei Elternpaaren maximal 14 Monate. Ein Elternteil kann dabei höchstens zwölf Monate für sich beanspruchen, zwei weitere Monate gibt es, wenn der Partner sich an der Betreuung des Kindes beteiligt. Alleinerziehende bekommen das Elterngeld in jedem Fall 14 Monate ausbezahlt. Auch eine Nebentätigkeit (maximal 30 Wochenstunden) ist während des Bezugs von Elterngeld erlaubt.

Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das Elterngeld um 300 Euro je Kind. Familien mit mehreren Kindern erhalten einen zusätzlichen Geschwisterbonus von 10 Prozent oder mindestens 75 Euro. Aber auch Eltern ohne Erwerbseinkommen können Elterngeld beziehen. Die Auszahlung beträgt hier 12 Monate lang je 300 Euro.

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Elternzeit

Die Elternzeit gibt erwerbstätigen Eltern die Möglichkeit, sich ihrem Kind zu widmen und gleichzeitig den Kontakt zum Arbeitsleben aufrechtzuerhalten.

Anspruch haben demnach alle Mütter und Väter, die sich in einem Arbeitsverhältnis befinden. Er endet mit der Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Während der Elternzeit besteht ein Kündigungsschutz.

Die Neuregelungen, die zum 1. Januar 2007 in Kraft getreten sind, gelten im Bezug auf die Elternzeit nicht erst für Geburten ab dem 1. Januar 2007, sondern auch für Eltern, deren Kinder vorher geboren wurden oder die sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Elternzeit befunden haben.

Umfassende Beratung zur Elternzeit

Wer Elternzeit nehmen möchte, muss dies spätestens sieben Wochen vor dem Beginn schriftlich beim Arbeitgeber einreichen. Die erwerbstätigen Eltern können dabei frei entscheiden, wer von ihnen Elternzeit nimmt. Nach Beendigung der Elternzeit haben die Mütter und Väter einen Anspruch, auf ihren oder einen gleichwertigen Arbeitsplatz zurück zu kehren.

Die Elterngeld- und Erziehungsgeldstellen bieten eine umfassende Beratung zur Elternzeit an. Bei Fragen können sich Arbeitgeber und Eltern auch an die Servicetelefon-Mitarbeiter des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wenden.

Service-Telefon: 030 - 201 79 130

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