Richtig kompostieren

Der Boden

Boden ist das mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzte, unter dem Einfluss der Umweltfaktoren an der Erdoberfläche entstandene und eine eigene morphologische Organisation aufweisende Umwandlungsprodukt mineralischer und organischer Substanzen, das in der Lage ist, höheren Pflanzen als Standort zu dienen.

Die Bestandteile eines jeden Bodens sind die mineralischen und organischen Bestandteile sowie Wasser und Luft. Die organische Substanz, kurz Humus, ist der wichtigste Förderer der Bodenfruchtbarkeit.

Der einfachste und natürlichste Weg, die Humusversorgung des Bodens dauerhaft zu erreichen, ist der Einsatz von Kompost.

In einer Kompostmiete oder in einem Kompostbehälter müssen die gleichen Bedingungen für das Edaphon geschaffen werden, die auch im Boden den Zersetzungs- und Umwandlungsprozeß ermöglichen:

  • Genügend Luftsauerstoff
  • Feuchtigkeit
  • geeignete Ausgangsmaterialien mit dem richtigen Verhältnis zwischen Stickstoff und Kohlenstoff (C zu N)

Die Standortwahl

Im Garten muß ein Stück offener Boden von ca. einem Quadratmeter vorhanden sein, möglichst in halbschattiger Lage. Laut baden-württembergischem Nachbarrecht ist ein Mindestabstand von 50 cm zur Nachbargrenze einzuhalten (möglichst eine abgeschirmte Stelle suchen, die Gewähr bietet, auch auf Dauer keine Einsprüche vom Nachbarn befürchten zu müssen). Der Platz sollte aus allen Bereichen des Grundstücks gut erreichbar sein und für die spätere Bearbeitung genügend Arbeitsraum bieten. Der Untergrund sollte gut aufgelockert und mit grobem Sand oder Kies durchmischt sein.

Kompostmiete oder Kompostlege?

Die klassische Kompostmiete bis zu einer Höhe von maximal einem Meter und einer Länge je nach Bedarf dürfte bei den heutigen Gartengrößen kaum mehr angelegt werden, obwohl diese Mietenform für große Materialmengen die beste Möglichkeit darstellt.

Üblich und am komfortabelsten dürfte die Kompostlege sein, platzsparend auf einem knappen Quadratmeter oder auch erweiterbar, bzw. die sogenannte Komposttonne, auf einer noch kleineren Standfläche.

Die dafür eingesetzten Baumaterialien haben keine Auswirkung auf den Kompostierungsprozess (es ist nur eine Frage der Dauerhaftigkeit, ob man sich für Recyclingkunststoffe, Metall, behandeltes oder unbehandeltes Holz entscheidet).

Kompostlegen, die einen festen Boden haben oder zu wenige Öffnungen aufweisen, sind ungeeignet.

Die isolierende Schicht eines Thermokomposters wird durch mechanischen Abrieb im Laufe der Zeit fast vollständig entfernt. Bedenklich ist eine Kompostlege mit Deckel, denn der natürliche Niederschlag kann nicht auf das Kompostgut gelangen und trockener Kompost verrottet nicht weiter.

Die Mindestgröße einer Kompostlege sollte die Grundfläche von 1 m² nicht unter- und eine Höhe von bis zu 1,2 m nicht überschreiten.

Die Entnahmemöglichkeit durch eine unten angebrachte Klappe ist sinnvoll und notwendig.

 

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