Kompostierungshilfen, -zuschläge und Kompostbehandlung

Eine Menge Kompostierungszuschläge werden angeboten, deren Nützlichkeit zweifelhaft ist. Man kann als Hilfestellung mit Kompoststartern den Prozess der Rotte einleiten, was als eine Art Impfung bei der Neuanlage zu verstehen ist.

Die nach der vollständigen Verrottung aus dem Kompostiergut ausgesiebten abfallenden groben Bestandteile sind zur erneuten Impfung des dann angelegten Komposthaufens weiter verwendbar. Somit ist eine regelmäßige Zugabe nicht erforderlich.

In jedem Fall ist eine einseitige Beschickung nur mit einem Grüngutanteil zu vermeiden. Es sollte immer eine größere Menge Kompostiermaterial aufgeschichtet werden, so daß schnell Temperaturen bis 60 und 70 Grad Celsius entstehen, wodurch Krankheitserreger und Unkrautsamen abgetötet werden.

Schwer verrottbare und kranke Pflanzenteile müssen also immer in die Mitte einer Kompostlege eingebracht werden.

Zusätzliche Kalkgaben sind nur dann ratsam, wenn man über den Säuregrad seines Kompostes Bescheid weiß.

Die Ausbringung von Kräuterbrühen und Jauchen ist an der Pflanze am Standort effizienter als auf dem Komposthaufen.

Einer Geruchsentwicklung kann mit Gesteinsmehl sehr gut entgegen gewirkt werden. Gesteinsmehl wirkt nicht nur wasser- und geruchsbindend, sondern erhöht auch den Mineralgehalt und bildet stabile Ton-Humus-Komplexe.

Grundsätzlich sind keine Düngerzuschläge für die Kompostierung erforderlich. Nur wenn das sogenannte C-N-Verhältnis weiter als 25 : 1 auseinander liegt, müssen z. B. stickstoffreiche Materialien bzw. Düngemittel zugeführt werden; eine Zugabe von Guano, Horn- oder Blutmehl oder Rizinusschrot ist dann erst sinnvoll. Wenn aber ausschließlich Garten- und Küchenabfälle gut zerkleinert und vermischt kompostiert werden, ist immer von einem ausgewogenen C-N Verhältnis auszugehen.

Bei richtiger Anlage ist es zudem nicht erforderlich und sogar falsch, das Kompostiergut umzusetzen.

Besonders in den Sommermonaten und Zeiten größerer Trockenheit muß neben den Gartenpflanzen auch dem Komposthaufen mit zusätzlichen Wassergaben geholfen werden.

Die Verwendung des Fertigkompostes

In einer Kompostlege mit etwa 1 m³ Inhalt sollte bei Beachtung aller vorangegangenen Hinweise der Verrottungsprozeß nach etwa einem ¾ bis 1 Jahr abgeschlossen sein. Wenn der Fertigkompost entnommen wird, dürfen darin keine Regenwürmer mehr enthalten sein, dann ist es das Zeichen, dass der Kompost fertig ist.

Das Material wird durch ein Wurfsieb von noch nicht fertig zersetzten Bestandteilen gereinigt.

Der Kompost muß bald verarbeitet und in die obersten 5 - 10 cm des Gartenbodens mit dem Vierzahn oder Rechen eingearbeitet werden.

Fertiger Kompost ist für alle Pflanzen und Kulturen im Garten und im Haus verwendbar. Auch mit regelmäßigen Gaben kann nichts falsch gemacht werden.

Wenn der Rotteprozess noch nicht zum Abschluss gekommen ist, aber dennoch die Notwendigkeit besteht, die Kompostlege zu räumen, kann man den Rottekompost zum Mulchen auf Pflanzflächen von Bäumen, Sträuchern und Hecken bis zu 5 cm stark, locker ausstreuen.

 
 

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