Schlichtungsstelle Täter-Opfer-Ausgleich

Die Dienststelle Jugendhilfe im Strafverfahren bietet den Täter-Opfer-Ausgleich an - eine Option für Beschuldigte und Geschädigte, die nach einer Straftat entstandenen Probleme, Belastungen und Konflikte zu bereinigen. Hierbei muss entweder ein Beschuldigter zwischen 14 und 20 Jahren oder ein Geschädigter unter 21 Jahren sein.

Dieser Tatfolgenausgleich wird von einem Sozialarbeiter oder einer Sozialarbeiterin begleitet. Diese/r führt Einzelgespräche mit den Betroffenen, regt Täter und Opfer zu einer persönlichen Begegnung an und moderiert die dabei zustande kommenden Ausgleichsgespräche. Möglich ist auch, dass über eine Wiedergutmachungskonferenz die Familien bzw. ein größerer Kreis von Betroffenen in die Konfliktklärung mit einbezogen werden.

Die Konfrontation von Tätern und Geschädigten gewährleistet eine intensive Auseinandersetzung des Täters mit seiner Straftat und ihren Folgen. Die Täter müssen sich überlegen, ob und wie sie die Folgen ihrer Tat beheben können.

Dem Opfer gibt die Begegnung die Möglichkeit einerseits Gefühle wie Wut, Ärger und Angst auszusprechen, um die Tat zu verarbeiten sowie andererseits auch Ansprüche auf Schadensersatz und Wiedergutmachung geltend zu machen.

Nach einem erfolgreichen Täter-Opfer-Ausgleich wird das Strafverfahren in der Regel eingestellt oder in der Gerichtsverhandlung beim Strafmaß zu Gunsten des Beschuldigten berücksichtigt.

Körperverletzungen machen mehr als die Hälfte aller Straftaten aus, die im Täter-Opfer-Ausgleich bearbeitet werden.

Inhalte des Verfahrens

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schlichtungsstelle Täter-Opfer-Ausgleich

  • nehmen Kontakt mit Beschuldigten und Geschädigten auf
  • führen mit den Beschuldigten ein Gespräch über die Gründe der Tat
  • klären die Bereitschaft zur Wiedergutmachung und zur Teilnahme am Täter-Opfer-Ausgleich ab
  • führen ein Gespräch mit den Geschädigten über die Folgen der Tat und über Möglichkeiten der Wiedergutmachung
  • klären die Bereitschaft zur Teilnahme am Täter-Opfer-Ausgleich ab
  • vermitteln, falls beide Seiten zu einer persönlichen Begegnung bereit sind, im gemeinsamen Gespräch oder in der Wiedergutmachungskonferenz zwischen Geschädigten und Beschuldigten und ggf. deren Angehörigen.
  • kümmern sich darum, dass die getroffenen Vereinbarungen eingehalten werden.

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