Kurz vor 18 Uhr, die Mitglieder des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 hatten gerade angekündigt, sich, ob der aus ihrer Sicht nichtweiterführenden Diskussion, in ihr Beratungszimmer zurückziehen zu wollen, da erklärte Heiner Geißler, dass er den Tag im Stuttgarter Rathaus nicht beenden wolle, "ohne einen Vorschlag zu unterbreiten, wie der Konflikt um Stuttgart 21 vielleicht doch noch gelöst werden kann". Sein Kompromiss, so Geißler, solle zumindest für einen Funken Hoffnung auf eine friedliche Lösung sorgen, deshalb trage das Papier auch den Titel "Frieden in Stuttgart".
Die Kompromisslösung hat Heiner Geißler zusammen mit den Experten von SMA erarbeitet. Dabei bleibt die Grundidee einer durchgehenden Schnellfahrtstrecke Mannheim-Stuttgart-Ulm mit einem tiefliegenden Durchgangsbahnhof in Stuttgart an der heutigen Stelle bestehen.
Neu ist: Ein verkleinerter Kopfbahnhof mit seinen Zufahrten und die Gäubahn auf Stuttgarter Gebiet sollen weiterhin in Betrieb bleiben. Dadurch könnten die geplanten unterirdischen Zufahrten in Richtung Bad Cannstatt und Ober-/Untertürkheim entfallen. Durch diese Änderung wären nur noch vier Bahnsteiggleise im Durchgangsbahnhof nötig. Diese Gleise würden dann unter den heutigen Gleisen des Kopfbahnhofs liegen. Weiteres Plus: Wenn weniger Bahnsteiggleise gebaut werden, können diese breiter als jetzt vorgesehen angelegt werden, zum Beispiel mit 13 Metern statt der bislang projektierten zehn Meter.
Letztlich würde der neue Tiefbahnhof durch den Kompromiss kleiner werden als jetzt geplant: nur noch 51 Meter breit anstatt 81 Meter, nur noch 1000 Meter lang statt 1350 Meter. Durch diese Verkürzung könnte eventuell auch die Bahnsteigneigung reduziert werden.
Die geschätzten Investitionskosten dieses neuen, SK2.2 genannten Projektes, belaufen sich auf 2,5 bis drei Milliarden Euro gegenüber 4,1 Milliarden beim geplanten Projekt Stuttgart 21. Nur ein Streifen der heutigen Gleisanlagen müsste für neue Nutzungen freigegeben werden. Der Südflügel, so heißt es in dem Vorschlag, könnte möglicherweise bestehen bleiben.
Hier der gesamte Kompromissvorschlag zum Download:
Liveübertragung auf PHOENIX
- Der Sender beginnt seine Berichterstattung um 9.00 Uhr. Ab 10.00 Uhr überträgt PHOENIX dann LIVE die Präsentation:
www.phoenix.de
Sendungen im SWR
- Das Dritte überträgt am Vormittag die Präsentation des Gutachtens aus dem Großen Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses. In "Baden-Württemberg extra: Stresstest Stuttgart 21 - Was leistet der neue Bahnhof?" können Zuschauerinnen und Zuschauer die von Schlichter Heiner Geißler moderierte Diskussion live verfolgen. Durch die Sendung führt Michael Matting.
- Ein "Südwest extra: Stresstest bestanden - Wie geht es weiter mit Stuttgart 21?" am selben Tag von 22 Uhr bis 22.15 Uhr beleuchtet die Ergebnisse der Diskussion. Moderation: Clemens Bratzler.
- Das Informationsradio SWR cont.ra überträgt die Präsentation des Stresstests live auf allen Mittelwellenfrequenzen in Baden-Württemberg, in Stuttgart auf UKW 91,5 MHz und im Internet unter
www.SWR.de/contra
- Der Südwestrundfunk (SWR) informiert ebenfalls in seinen Regelsendungen, in den Fernseh-Nachrichtensendungen, der SWR Landesschau Baden-Württemberg, in seinen Radioprogrammen und in seinem Onlineangebot
www.SWR.de über die Präsentation des Gutachtens.
Liveübertragung auf fluegel.tv
Auchder freie Internetsender fluegel.tv wird die Präsentation des Stresstest live auf der Internetseite
www.fluegel.tv übertragen.
Hier gib's die Teilnehmerliste der Präsentation des Stresstests Stuttgart 21:
Rückblick
Befürworter und Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben sich anlässlich der Schlichtungsgespräche im vergangenen Herbst auf folgenden Vorschlag von Schlichter Dr. Heiner Geißler geeinigt: "Die Deutsche Bahn AG verpflichtet sich, einen Stresstest für den geplanten Bahnknoten Stuttgart 21 anhand einer Simulation durchzuführen. Sie muss dabei den Nachweis führen, dass ein Fahrplan mit 30 Prozent Leistungszuwachs in der Spitzenstunde mit guter Betriebsqualität möglich ist."
Verständigt hat man sich darauf, den Stresstest vom unabhängigen Schweizer Unternehmen SMA und Partner AG prüfen zu lassen.
Hier gibt´s die Dokumente zum Stresstest zum Herunterladen: