Oldtimerkennzeichen mit dem Kennbuchstaben "H"

Das historische oder Oldtimerkennzeichen wird nur für Fahrzeuge zugeteilt, die auf Grund eines Gutachtens (gem § 23 StVZO) eines amtlich anerkannten Sachverständigen eine Betriebserlaubnis für Oldtimerfahrzeuge erhalten haben. Hierfür kommen nur Kraftfahrzeuge in Betracht, die vor mindestens 30 Jahren erstmals zum Verkehr zugelassen wurden und vornehmlich zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes eingesetzt werden.

Seit 1.11.2012 können bei der Berechnung des Mindestzeitraums von 30 Jahren auch Zeiten angerechnet werden, in denen ein Fahrzeug außerhalb des öffentlichen Straßenverkehrs in Betrieb genommen wurde. Dazu müssen entsprechende Nachweise vorliegen.

Diese Einschränkung dient der Abgrenzung zu "nur alten" Kraftfahrzeugen, die im Alltagsverkehr eingesetzt werden. Ein Oldtimerfahrzeug zeichnet sich dadurch aus, dass es als historisches Sammlerstück in der Regel nicht als übliches Beförderungsmittel eingesetzt wird.

Mit der Zuteilung eines Oldtimerkennzeichens gelten alle Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Das bedeutet, dass für diese Fahrzeuge eine Betriebserlaubnis erteilt sein muss und sie der Pflicht der regelmäßigen Haupt- und Abgasuntersuchung unterliegen. Bezüglich der Abgasuntersuchung sind nur die Fahrzeuge mit Ottomotoren befreit, die vor dem 01.07.1969 erstmals in den Verkehr gebracht wurden. Für Fahrzeuge mit Dieselmotoren gilt der 01.01.1977 als Stichtag.

Die Fahrzeuge unterliegen der Versicherungspflicht. Das bedeutet, dass bei der Zuteilung eines historischen Kennzeichens eine neue eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigungsnummer)  vorgelegt werden muss. Zusätzlich unterliegen diese Fahrzeuge der Steuerpflicht. Für Oldtimer gelten jedoch ermäßigte Steuersätze von z. Zt. 46,02 EUR für Krafträder und 191,72 EUR für Pkw und andere Kraftfahrzeuge.

Weitere Informationen

Ab dem 01. Juli 2007 darf auch in Baden-Württemberg die Zulassungsbehörde ein Fahrzeug grundsätzlich erst zulassen, wenn der Fahrzeughalter das Finanzamt schriftlich zum Einzug der Kraftfahrzeugsteuer von einem inländischen Bankkonto ermächtigt hat. Die schriftliche Erklärung ist bei der Zulassungsbehörde zusammen mit den anderen Unterlagen vorzulegen. Rechtsgrundlage sind § 13 Abs. 1 Satz 2 und 3 sowie Abs. 1a des Kraftfahrzeugsteuergesetzes in Verbindung mit der Verordnung der Landesregierung über die Mitwirkung der Zulassungsbehörden bei der Verwaltung der Kraftfahrzeugsteuer (MZuLKraftStVO).