Erlaubnis zur Fahrgastbeförderung

Wer gewerblich Personen befördern will, benötigt hierzu eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung.

Voraussetzung

Für die erstmalige Erteilung müssen folgende Antragsvoraussetzungen erfüllt sein:

  • Besitz des Führerscheins im Scheckkartenformat, gegebenenfalls müssen Sie den bisherigen Führerschein zunächst in einen EU-Führerschein umtauschen
  • Mindestalter: 21 Jahre (bei Beschränkung auf Krankenkraftwagen 19 Jahre)
  • Besitz des Führerscheins der Klasse B oder eines entsprechenden Führerscheins seit mindestens zwei Jahren (bei Krankenkraftwagen: ein Jahr)
  • Nachweis der körperlichen und geistigen Eignung
  • persönliche Zuverlässigkeit (es dürfen keine gravierenden Vorstrafen, Verkehrsverstöße oder sonstige Auffälligkeiten vorliegen)
  • Nachweis der Ortskenntnis bei Taxen, Mietwagen und Krankenkraftwagen

Unterlagen

Eine persönliche Vorsprache ist erforderlich.

  • Antragsformular
    Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung (PDF - 234 KB)
  • Personalausweis oder Reisepass
  • allgemeiner Führerschein im Scheckkartenformat
  • Nachweis der Ortskenntnis (nur bei Taxen, Miet- und Krankenkraftwagen): In Stuttgart wird die Ortskundeprüfung durch die TÜV Auto Service GmbH abgenommen. Im schriftlichen Prüfungsteil werden im Multiple-Choice-Verfahren u. a. Straßen, öffentliche Einrichtungen, Hotels, Ausflugsziele und Wegstrecken innerhalb der Stadt Stuttgart und den Gemarkungen Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen abgefragt. Im mündlichen Teil wird die Kenntnis von Wegstrecken geprüft. Die Ortskundeprüfung muss innerhalb von sechs Monaten nach Antragstellung abgelegt werden. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Merkblatt zur Ortskundeprüfung:
    Merkblatt zur Ortskundeprüfung für die Erlaubnis zur Fahrgastbeförderung (PDF - 44 KB)
  • ärztliche Bescheinigung über die Untersuchung des Sehvermögens beziehungsweise Zeugnis eines Augenarztes: Diese Untersuchung können Sie von Ihrem Augenarzt oder von einem Betriebs- oder Arbeitsmediziner, einem Arzt einer Begutachtungsstelle für Fahreignung oder einem Arzt der öffentlichen Verwaltung durchführen lassen. Ein ausgestelltes Gutachten/Zeugnis besitzt zwei Jahre Gültigkeit.
  • ärztliche Eignungsbescheinigung: Für diese Bescheinigung gibt es einen amtlichen Vordruck, über den die Ärzte im Regelfall verfügen. Sie können die Untersuchung von einem Arzt Ihrer Wahl durchführen lassen. Bei Antragstellung darf die Bescheinigung nicht älter als ein Jahr sein.
  • leistungspsychologisches Gutachten (auch bei Wiedererteilung nach Entzug der Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung): Die leistungspsychologische Untersuchung enthält beispielsweise eine Überprüfung der Belastbarkeit, Reaktionsfähigkeit, Orientierungsleistung und Konzentrationsfähigkeit. Der Nachweis, dass Sie diese "besonderen Anforderungen" erfüllen, erfolgt durch ein betriebs- oder arbeitsmedizinisches Gutachten oder durch ein Gutachten einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung. Dieses Gutachten darf bei Antragstellung nicht älter als ein Jahr sein.
  • gegebenenfalls ein medizinisch-psychologisches Gutachten: Ein solches Gutachten ist erforderlich, wenn Sie nachweisen müssen, dass Sie der "besonderen Verantwortung bei der Beförderung von Fahrgästen" gewachsen sind. Die Beibringung wird von der Fahrerlaubnisbehörde angeordnet. Für die Ausstellung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens müssen Sie sich an eine amtlich anerkannte Begutachtungsstelle für Fahreignung wenden.

Fristen

Die Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung wird für eine Dauer von nicht mehr als fünf Jahren erteilt. Sie wird auf Antrag jeweils um fünf Jahre verlängert, wenn Sie folgende Nachweise erbringen:

  • Nachweis der körperlichen und geistigen Eignung, ab Vollendung des 60. Lebensjahres durch Vorlage eines leistungspsychologischen Gutachtens
  • Nachweis über die Erfüllung der Anforderungen an das Sehvermögen
  • Nachweis, dass keine Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass der Antragsteller nicht die Gewähr dafür bietet, dass er der besonderen Verantwortung bei der Beförderung von Fahrgästen gerecht wird
Wenn Zweifel besteht, dass Sie die Ortskenntnis noch besitzen, muss dieser Nachweis neu erbracht werden.