Bauen im Grundwasser

Bei Bauvorhaben gilt es, das Grundwasser möglichst wenig zu belasten. Chemischphysikalische Einflüsse - zum Beispiel, dass sich die Temperatur oder pH-Wert des Grundwasser erhöhen - sind kaum vermeidbar. Jedoch sollte Grundwasser möglichst sparsam in Anspruch genommen und nicht verunreinigt werden.

Grundwasserschonendes Bauen

Bei Bauvorhaben ist oftmals für die Herstellung von Kellern und Tiefgaragen ein Bodenaushub erforderlich. Wird dabei Grundwasser angetroffen, muss dieses vorübergehend abgepumpt und in die öffentliche Kanalisation oder einen nahe gelegenen Bach abgeleitet werden, um Fundamente oder die Bodenplatte betonieren zu können. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Ableiten von Grundwasser nur kurzzeitig erfolgt und möglichst wenig Grundwasser abgeführt wird. Das heißt, dass der Bauablauf so optimiert wird, dass die Absenktiefe im Verlauf des Baus allmählich angepasst bzw. ganz eingestellt wird, sobald die Auftriebssicherheit des Bauwerks erreicht ist.

Das ständige Abpumpen von Grundwasser, um Gebäude trocken zu halten, entspricht nicht dem Stand der Technik und wird heute auch nicht mehr zugelassen. Sofern Gebäude in das Grundwasser einbinden, werden diese bis zum höchsten erwarteten Grundwasserstand wasserdicht und auftriebssicher gebaut (weiße Wanne). Damit durch den Baukörper kein Aufstau des Grundwassers erfolgt, werden wasserdurchlässige Materialien um das Gebäude herum eingebaut, so dass sich die natürlichen Grundwasserverhältnisse nach dem Bau wieder einstellen können.

Ergänzend hierzu hat auf Baustellen der Umgang mit Betriebstoffen sorgsam zu erfolgen. Wo es möglich ist, sollen grundwasserverträgliche Stoffe (z.B. biologisch abbaubare Hydraulikflüssigkeit) verwendet werden.

Um sicherzustellen, dass bei Baumaßnahmen das Grundwasser ausreichend geschützt wird, ist neben der Baugenehmigung auch eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich. Diese ist beim Amt für Umweltschutz- untere Wasserbehörde - einzuholen.


Bauvorhaben im Heilquellenschutzgebiet

Große Teile des Stuttgarter Stadtgebiets liegen innerhalb des Heilquellenschutzgebiets von Stuttgart-Bad Cannstatt und -Berg. Je nachdem in welcher Zone (Kernzone, Innenzone, Außenzone) ein Bauvorhaben geplant ist, sind zum Schutz der Quellen zusätzliche baubegleitende Maßnahmen und Bestimmungen zu beachten. In der Kernzone des Heilquellenschutzgebiets sind beispielsweise keinerlei Wasserhaltungsarbeiten oder Eingriffe unter die Quartärbasis zulässig. Manche Bauprojekte, z.B. im Zusammenhang mit "Stuttgart 21", sind dann nur noch durch aufwändige Sonderbauverfahren zu realisieren.

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