Kontinuität und Wandel: Ulrike Groos als neue Leiterin des Kunstmuseums Stuttgart vorgestellt
Schuster zeigte sich überzeugt, dass Ulrike Groos die erfolgreiche Arbeit ihrer Vorgängerin Marion Ackermann in ihrer eigenen Weise fortsetzen werde. "Ich freue mich, dass mit Ihnen neue Akzente gesetzt werden und die Kontinuität gewahrt bleibt", sagte der Oberbürgermeister.
Kulturbürgermeisterin Eisenmann, zugleich Vorsitzende des Stiftungsrates des Kunstmuseums, freute sich auf eine spannende Zeit: "Ulrike Groos steht für die konsequente Weiterentwicklung des Kunstmuseums." Groos, geboren 1963 im hessischen Schlüchtern, war zuvor Direktorin der Kunsthalle Düsseldorf. An Stuttgart hat sie zunächst einmal das Kunstmuseum an sich, das Haus, gereizt, aber auch die Sammlung. "Die Schwerpunkte hier interessieren mich besonders."
Besonders am Herzen liegt ihr die Kulturvermittlung, um möglichst viele Menschen für die Kunst und das Kunstmuseum zu interessieren.
Die Grundlagen für das engagierte Programm, das Groos vorstellte, reichen zum Teil zu ihrer Vorgängerin zurück, zum Teil setzt sie neue Akzente. Eine Ausstellung über den 2002 gestorbenen Michel Majerus im Oktober 2011 wird die erste, von Groos selber kuratierte Ausstellung sein. Da die großformatigen Bilder des eigentlich als "unausstellbar" geltenden Künstlers im Kubus nicht zu hängen sind, soll die die ständige Sammlung vom unteren Gebäudeteil in den Kubus ausweichen.
Kooperation ist wichtig
Generell will die neue Leiterin einen Schwerpunkt auf junge Künstler legen, die sogar einen eigenen Raum bekommen sollen. Ausbauen will sie auch Wissenschaft und Forschung im Museum. "Wichtig für die Kontinuität sind regelmäßige Publikationen."
Groos, die Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Ethnologie studiert hat, setzt auf Kooperation. Für 2012 plant sie einen mit anderen Museen vernetzten "Ausstellungsreigen" über Dix, für 2013 ist eine große Retrospektive zu Baumeister geplant.
Eine Koperation ist auch eine in New York entwickelte Ausstellung über die aus Stuttgart stammende Fotografin Gerda Taro, die von Januar bis Mai 2010 zu sehen sein wird.
Karl Semle


