Wiedereinbau mineralischer Abfälle

Mineralische Abfälle machen mit etwa 60% den größten Teil des Gesamtabfallaufkommens aus. Es muss daher vorrangiges Ziel sein, eine möglichst große Menge dieser Abfälle einer umweltgerechten Wiederverwertung zuzuführen.
Für die Verwertung mineralischer Abfälle existieren in Baden-Württemberg verschiedene Regelwerke. Darin werden Fragen zu folgenden Themen behandelt:

  • Untersuchungserfordernis
  • Untersuchungsumfang
  • Beprobung/Analytik
  • Einbaukonfigurationen
  • Materialqualitäten
  • Zulassung, Qualitätssicherung, Dokumentation
Ergänzend können Sie als Hilfe zur Dokumentation der Probenahme und der Verwertung ein Probenahmeprotokoll sowie ein Stammdatenblatt herunterladen (rechts im Menü unter "Formulare").

Die Tabelle gibt einen Überblick über Ausgangsmaterialien, geltende Regelungen und Karten zum Wiedereinbau mineralischer Abfälle in Stuttgart.

Regelungsbereich Material Regelwerke Karten
Durchwurzelbare Bodenschicht Anstehender Boden entsprechend § 2 (1) BBodSchG (1), begrenzt auf den durchwurzelbaren Bereich (das sind in der Regel die obersten 2 Meter) und Begrünungsschicht von technischen Bauwerken (z.B. von Erddämmen)
  • § 12 BBodSchV (2)
  • Anhang 2 BBodSchV (2), Ziffer 4 (Vorsorgewerte)
  • Vollzugshilfe zu § 12 BBodSchV (3)
  • Merkblatt "Geländeauffüllungen im Außenbereich" (4)
  • Umweltatlas Wasser (5) (Wasserschutzgebiete)
  • Planungskarte Bodenqualität (6)
Bodenmaterial unterhalb der durchwurzelbaren Bodenschicht
  • Bodenmaterial mit mineralischen Fremdbestandteilen kleiner 10 %
  • Bodenmaterial mit mineralischen Fremdbestandteilen größer 10%, bei Einbau in technische Bauwerke
  • Gilt nicht für Mutterboden
  • Verwaltungsvorschrift des Umweltministeriums für die Verwertung von als Abfall eingestuftem Bodenmaterial (7)
  • LAGA PN 98 (12)
  • Umweltatlas Wasser (5) (Wasserschutzgebiete)
  • Karte "Hydrogeologisch günstige Deckschicht" (Z1.2)
  • Karte "Flurabstand" (Z1.1, Z2)
Baustoffrecyclingmaterial zur Verwertung außerhalb des Straßenbaus Aufbereiteter Bauschutt, geeigneter unaufbereiteter Bauschutt, Werksteine, Straßenaufbruch (bitumenhaltig)
  • Vorläufige Hinweise zum Einsatz von Baustoffrecyclingsmaterial (8)
  • LAGA PN 98 (12)
  • Umweltatlas (5) (Wasserschutzgebiete)
  • Karte "Hydrogeologisch günstige Deckschicht" (Z1.2)
  • Karte "Flurabstand" (Z1.1,Z2)
Baustoffrecyclingmaterial zur Verwertung im Straßenbau Aufbereiteter Bauschutt, geeigneter unaufbereiteter Bauschutt, Werksteine, Straßenaufbruch
  • RUA-StB (9)
  • RUVA-StB (10)
  • TL Gestein (11)
  • Umweltatlas (5) (Wasserschutzgebiete)
  • Karte "Hydrogeologisch günstige Deckschicht" (Z1.2)
  • Karte "Flurabstand" (Z1.1,Z2)
Gleisschotter Gleisschotter ohne gefährliche Stoffe
  • Handlungshilfe für die Verwertung von Gleisschotter in Baden-Württemberg (13)
keine

(1) BBodSchG Gesetz zum Schutz des Bodens (Bundes-Bodenschutzgesetz, BBodSchG) vom 17.03.1998
www.bmu.de/bodenschutz/downloads/doc/6640.php

(2) BBodSchV Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) vom 16.07.1999
www.bmu.de/bodenschutz/downloads/doc/6640.php

(3) Vollzugshilfe zu § 12 BBodSchV der Länderarbeitsgemeinschaft Boden (LABO) vom 11.09.2002
www.brandenburg.de/cms/media.php/2318/vollzug.pdf

(4) Merkblatt "Geländeauffüllungen im Außenbereich", Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Oktober 2009
Merkblatt "Geländeauffüllungen im Außenbereich" (PDF - 103 KB)

(5) Umweltatlas Wasser: Trinkwasserschutzgebiete, Quellenschutzgebiet, Überschwemmungsgebiete, Stand Dez. 2004
Umweltatlas Wasser (PDF - 1.237 KB)

(6) Planungskarte Bodenqualität
Planungskarte Bodenqualität

(7) Verwaltungsvorschrift des Umweltministeriums für die Verwertung von als Abfall eingestuftem Bodenmaterial vom 14.03.2007
www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/31725/

(8) Vorläufige Hinweise zum Einsatz von Baustoffrecyclingmaterial, Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg, 13.04.2004 einschließlich erläuterndem Vermerk vom 12.10.2004
www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/31725/

(9) RUA-StB Richtlinie für die umweltverträgliche Anwendung von industriellen Nebenprodukten und Recycling-Baustoffen im Straßenbau

(10) RUVA-StB Richtlinie für die umweltverträgliche Verwertung von Ausbaustoffen mit teer/pechtypischen Bestandteilen sowie für die Verwertung von Ausbauasphalt im Straßenbau

(11) TL Gestein Technische Lieferbedingungen für Gesteinskörnungen im Straßenbau

(12) L AGA PN 98 Richtlinie für das Vorgehen bei physikalischen, chemischen und biologischen Untersuchungen im Zusammenhang mit der Verwertung/Beseitigung von Abfällen vom Dezember 2001
www.laga-online.de/mitteilungen/docs/LAGA%20PN%2098.pdf

(13) Handlungshilfe für die Verwertung von Gleisschotter in Baden-Württemberg, Umweltministerium Baden-Württemberg, März 2008
www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/31725

Die Regelwerke (9), (10) und (11) werden von der FGSV (Forschungsgesellschaft für Straßen- u. Verkehrswesen) erstellt und im FGSV-Verlag vertrieben. Sie können aus urheberrechtlichen Gründen nicht als Volltextversionen im Internet zur Verfügung gestellt werden.

Einbaukonfigurationen:

Eine Übersicht der Verwertungsarten und Einbaukonfigurationen:

Einbaukonfiguration Z1 (offener Einbau)

Verwertung in technischen Bauwerken in wasserdurchlässiger Bauweise.

Bei Z1 wird unterschieden zwischen
  • Z1.1: Sollen mineralische Materialien der Qualitätsstufe Z1.1 für den offenen Einbau in technischen Bauwerken verwendet werden, so ist ein Abstand von Einbausohle zum höchsten Grundwasserstand (Bemessungswasserstand) von mind. 1 m einzuhalten. Die Karte Flurabstand zeigt Ihnen Bereiche im Stadtgebiet, die hinsichtlich des geforderten Mindestabstands zum Grundwasser "günstige", "bedingt günstige" oder "eher ungünstige" Verhältnisse vorweisen.

    Karte Flurabstand (PDF - 5.076 KB)
    Erläuterungen zur Karte "Grundwasser-Flurabstand" (PDF - 25 KB)
  • Z1.2: Sollen mineralische Materialien der Qualitätsstufe Z1.2 für den offenen Einbau in technischen Bauwerken verwendet werden, so müssen günstige hydrogeologische Verhältnisse vorliegen, d.h. eine mind. 2 m mächtige bindige Schicht mit kf-Wert kleiner 10-6 m/s zwischen Einbausohle und höchstem Grundwasserstand ist erforderlich.
  • Die Karte "Hydrogeologisch günstige Deckschicht" zeigt Ihnen Bereiche im Stadtgebiet, in denen die hydraulische Eignung der Deckschichten aus hydrogeologischer Sicht als "günstig", "bedingt günstig" oder "ungünstig" zu bewerten ist.
  •  
  • Karte "Hydrogeologisch günstige Deckschicht" (PDF - 4.108 KB)
    Erläuterungen zur Karte "Hydrogeologische Deckschicht" (PDF - 31 KB)

Einbaukonfiguration Z2

Verwertung in technischen Bauwerken mit definierten technischen Sicherungsmaßnahmen.

Durch eine Abdichtung/Versiegelung oder andere technische Maßnahmen ist sicherzustellen, dass ein Eindringen von Oberflächen- oder Niederschlagswasser in den Schüttkörper dauerhaft auszuschließen ist. Ein Mindestabstand zum höchsten Grundwasserstand von mind. 1 m ist einzuhalten.

Die Karte "Flurabstand" zeigt Ihnen Bereiche im Stadtgebiet, die hinsichtlich des geforderten Mindestabstands zum Grundwasser "günstige", "bedingt günstige" oder "eher ungünstige" Verhältnisse vorweisen.

Karte Flurabstand (PDF - 5.076 KB)
Erläuterung zur Karte "Grundwasser-Flurabstand" (PDF - 25 KB)

Schutz der Heil- und Mineralquellen

Über die Regelanforderungen der o. g. Vorschriften hinaus sind bei der Verwertung mineralischer Materialien im Stadtgebiet zum Schutz der Heil- und Mineralquellen folgende Einschränkungen gegeben:

  • Keine Verwertung mineralischer Materialien in Trinkwasserschutz- und Überschwemmungsgebieten möglich.
  • Kein Einbau von Z2-Material in der Innen- und Kernzone des Heilquellenschutzgebietes.

In Innen- und Kernzone des Heilquellenschutzgebietes gelten folgende Regelungen:

Materialqualität Einbaukonfiguration
Z0 Z0 bis Z2
Z0 bis Z1.1 Z1.1 bis Z2
Z0 bis Z1.2 Z2

Weitere Informationen unter Tel.: 0711/216-88433.