Piercen und Tätowieren

Wer sich piercen oder tätowieren lassen will hat unterschiedliche Gründe dafür. Mal geht es um das Schmücken des Körpers, mal geht es darum, zu schockieren. Anderen ist die persönliche Aussage wichtig, oder Mut zu beweisen. Man will mit der Mode gehen, macht es aus Gruppendruck, verspricht sich einen Zuwachs des Selbstvertrauens, will einen Lebensabschnitt markieren oder sich von den Eltern abgrenzen, etwa indem eigene Entscheidungen getroffen und durchgesetzt werden. Wichtig ist dabei, dass Ihr Euch darüber im Klaren seid, dass euch eine Tätowierung oder die Narbe eines Piercings ein Leben lang begleitet. Wenn nicht vorschriftsmäßig gereinigte oder desinfizierte Geräte verwendet werden, könnt Ihr Euch mit Hepatitis oder HIV infizieren.

Piercen

Beim Piercen werden Körperteile - Augenbrauen, Ohrmuschel, Lippen, Zunge, Nase, Nabel, Brustwarzen, Genitalien - durchstochen, um Schmuck anzubringen.

Man sollte sich nicht piercen lassen bei

  • Diabetes
  • Blutkrankheit
  • der Einnahme von bestimmten Medikamenten
  • einer Schwächung des Immunsystems
  • Herzfehlern
Minderjährige dürfen sich nur mit schriftlichem Einverständnis der Erziehungsberechtigkeiten piercen lassen.

Mögliche Komplikationen

  • Schwellungen, Blutergüsse, Wundinfektionen
  • Verwachsungen, Narben
  • Zahnschmelzschäden aufgrund der ständigen Abnutzung des Zahnschmelzes durch Piercings im Mundbereich
  • Kontaktallergien
  • Lähmungen, zum Beispiel von Gesichtsnerven, bei Augenbrauenpiercing

Und danach...?

Wer sich für ein Piercing entschieden hat sollte danach vor der täglichen Pflege des Körperschmucks die Hände waschen. Die Wunde desinfizieren und nicht daran herumspielen. Erstmal nicht heiß baden oder schwimmen gehen. In der Regel dauert es drei Wochen bis acht Monate, bis alles verheilt ist.

Abheilungsprozesse

  • Augenbraue: 6 bis 8 Wochen
  • Ohrknorpel: 3 bis 9 Monate
  • Bauchnabel: 4 bis 6 Monate
  • Zunge: 1 bis 2 Wochen
  • Nasenflügel: 6 bis 9 Wochen
  • Lippe: 3 bis 6 Wochen


Tätowieren

Beim Tätowieren wird ein Motiv, also Bild oder Text, per Tätowiermaschine mit Tinte oder anderen Farbpigmenten in tiefere Hautschichten des Körpers gestochen.

Bleibender Körperschmuck

Bei einer Tätowierung handelt es sich um bleibenden Körperschmuck. Daher solltet Ihr Euch vorher Gedanken über Motiv und Stelle machen. Sichtbare Tätowierungen könnten später ein Hindernis für eine Einstellung in bestimmten Berufsfelder sein, zum Beispiel im medizinischen Bereich. Besonders eingehend sollte über Tattoos mit dem Namen der derzeitigen Freundin, des Freundes oder einer Lieblingsband nachgedacht werden.

Wer seine Tätowierung irgendwann nicht mehr möchte, kann sie durch eine Laserbehandlung beim Hautarzt entfernen lassen. Das ist aber sehr teuer und dauert lang. Nicht immer kann die Tätowierung ganz entfernt werden. Häufig bleiben Narben und Veränderungen der Hautfarbe.

Komplikationen

Wer sich tätowieren lässt, muss damit rechnen, dass es zu Infektionen oder allergischen Reaktionen sowie Fremdkörperreaktionen auf Farbpigmente kommt.

Und danach...?

Wer sich für eine Tätowierung entschieden hat sollte vor der täglichen Pflege die Hände waschen. Es ist wichtig, die Haut nach Anweisung einzucremen und zu waschen. Nicht kratzen, keine enge Kleidung oder Kleidung aus Wolle tragen. Für acht Wochen solltet Ihr Solarien und starke Sonneneinstrahlung meiden. Nicht heiß baden oder schwimmen gehen. Bis die Tätowierung verheilt ist dauert es fünf bis sieben Tage.


Welches Studio?

Vor dem Piercen oder Tätowieren steht die Auswahl des Studios. Darauf solltet Ihr achten:

  • Helligkeit und Sauberkeit
  • Sterilisationsgerät
  • Einverständniserklärung der Eltern muss vorliegen
  • Entsorgung von benutzten Nadeln, überschüssiger Farbe usw.
  • Sterile Handschuhe
  • Keine Pistole beim Piercen
  • Keine Tiere
Ein seriöses Studio klärt Euch vorher über die Risiken auf und gibt Euch nacher genaue Pflegeanweisungen mit.