Herbert A. Böhm: Unbeschreiblich weiblich, 1979

Die reliefartige Marmorskulptur Unbeschreiblich weiblich von Herbert A. Böhm wurde 1979 gefertigt und bei der Bundesgartenschau in Bonn, danach beim Internationalen Kunstkongress in Stuttgart und im Kloster Maulbronn ausgestellt. 1981 kaufte sie die Stadt Stuttgart und stellte sie in der Königstraße auf. Die Skulptur macht ihrem Namen alle Ehre und regt die Menschen, die an ihr vorbeikommen, zu einer direkten Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk an.

Herbert A. Böhm: Unbeschreiblich weiblich, 1979Vergrößern
Herbert A. Böhm: Unbeschreiblich weiblich ©Wolfram Janzer

Beschreibung

Die Skulptur steht auf zwei Eisenbahnschwellen und ist 2,50 Meter hoch. Die Steinplatte ist ein freistehendes Relief aus rostrotem Ruhpoldinger Marmor, die ihre Schauseite den aus Richtung Kunstmuseum kommenden Passanten präsentiert.

Man erkennt einen prächtigen nackten Frauenkörper, der reliefartig aus dem Marmor herausgearbeitet ist und dahinter die schemenhafte Figur eines Mannes. Die Frau hat ihren Oberkörper dem Betrachter zugewandt, das linke Bein ist angewinkelt und zeigt einen voluminösen Oberschenkel, ihre Arme sind hinter dem Kopf verschränkt, welchen sie anhebt.

Die linke Partie des Oberkörpers ist deutlich herausgearbeitet, der Rücken und die rechte Seite verlieren sich im Stein. Die Frau scheint den Mann zu umarmen und sich an ihn zu schmiegen, aber ihr Blick richtet sich an die Betrachter. Die Figuren schmiegen sich in die oberen zwei Drittel der Steinplatte, der andere Teil ist weitgehend unbehandelt und zeigt noch Bearbeitungsspuren.

Kunst zum Anfassen

Die Skulptur Unbeschreiblich weiblich wurde an den meisten Stellen nur grob behauen. Der Betrachter kann sich des Gefühls nicht verwehren, dass das Kunstwerk noch nicht fertig ist und die Figuren noch im Material gefangen sind. Aber das Relief weist auch polierte Stellen auf. Diese springen einem sofort ins Auge und betonen Brust, Gesäß und Oberschenkel der Frau. Die glatten Stellen sind vom Künstler zwar schon vorbearbeitet worden, doch erst die Berührungen der Passanten brachten die Figur an ihren weiblichsten Stellen zum Glänzen.

Unbeschreiblich weiblich
ist also im wahrsten Sinne des Wortes Kunst zum Anfassen - und das macht den Reiz dieses Kunstwerkes auch aus.

Technische Daten
Künstler Herbert A. Böhm
Titel Unbeschreiblich weiblich
Jahr 1979
Material rostroter Ruhpoldinger Marmor
Maße 2,50 x 1,23 x 0,48 m
Standort Königstraße (auf Höhe Hausnummer 38), Stuttgart-Mitte
Eigentümer Stadt Stuttgart

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

 
 

Mehr zum Thema

Schlagwörter