Herbert A. Böhm: Frau mit Ziegenbockmaske, 1980/85

Die Skulptur Frau mit Ziegenbockmaske wurde 1986 im Rahmen der Initiative "Plastik im Freien" der Stadt Stuttgart aufgestellt. Auch diese figurative Arbeit aus Stein zeigt die für Böhm typische Verknüpfung von Material und Figur. Auffallend ist aber nicht nur die Harmonie zwischen Material und Figur, sondern auch zwischen Figur und Umgebung.

Die Skulptur einer Frau, die sich eine Ziegenbockmaske vor das Gesicht hält.Vergrößern
Herbert A. Böhm: Frau mit Ziegenbockmaske ©Lea Scheurer

Beschreibung

Geht man stadtauswärts die Rotebühlstraße entlang, trifft man kurz vor dem Feuersee auf die Frau mit Ziegenbockmaske von Herbert A. Böhm. Die Plastik ist allansichtig und überlebensgroß. Die Frau steht auf einem niedrigen, quadratischen Betonsockel - ihr Oberkörper ist Richtung Rotebühlstraße ausgerichtet. Zu erkennen ist eine stehende, nackte Dame mit kurzen Haaren, die sich eine Ziegenbockmaske vor das Gesicht hält. Ihre Erscheinung wirkt, mit den ausladenden Hüften und prallen Formen, sehr weiblich.

Ihr rechtes Bein dreht sie nach außen, das linke ist durchgesrteckt, ihre Hüfte ist abgeknickt und der wohlproportionierte Oberkörper leicht nach links gedreht. Ihre Haltung erinnert an den Kontrapost. Um die Skulptur in ihrer Ganzheit zu erfassen muss man einmal um sie herum schreiten. Die Ziegenbockmaske in der linken Hand haltend verdeckt sie eine Hälfte ihres Gesichts. Nur die rechte Gesichtshälfte bleibt sichtbar - ihren Kopf hält sie gesenkt, ihren Blick richtet sie auf den Boden. Die kurzen Haare ermöglichen dem Betrachter den straffen Rücken zu begutachten.

Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass nicht nur eine Frau auf dem Sockel steht, sonder auch ein Tier. Das Hinterteil des Tieres ist vorne zwischen den Beinen der Frau zu erkennen. Der Kopf des Tieres streift das linke Bein der Frau. Es erinnert an ein grasendes Schaf - mit Sicherheit kann das allerdings nicht behauptet werden.

Die Skulptur ist an einigen Stellen nur grob bearbeitet. Der untere Teil des Frauenkörpers ist rau und großkörnig - ab der Hüfte wird die Oberfläche etwas glatter. Besonders ins Auge springen, wie bei Unbeschreiblich weiblich, glatt polierte Stellen. Diese Stellen sind vom Künstler schon vorgearbeitet worden, aber erst die Berührungen der Passanten bringen diese Stellen zum Glänzen.

Gerade die weiblichen Rundungen der Frau, ihre rechte Brust, die linke Pobacke und ihre Hüfte, glänzen im Licht und sind Anzeichen dafür, dass einige Passanten ihre Finger nicht von ihr lassen können.

Technische Daten
Künstler Herbert A. Böhm
Titel Frau mit Ziegenbockmaske
Jahr 1980/85
Material Cannstatter Travertin
Maße -
Standort nördliche Seite des Feuerseeplatzes, Stuttgart-West
Eigentümer Stadt Stuttgart

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

 
 

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