Willi Baumeister

Willi Baumeister wurde am 22. Januar 1889 in Stuttgart geboren und starb dort am 31. August 1955.

Der Maler, Grafiker und Bühnenbildner Baumeister zählt neben Oskar Schlemmer und Max Ackermann zu den international anerkannten Vertretern klassischer Moderne des deutschen Südwestens, die Avantgarde der späten vierziger und fünfziger Jahre. Nach einer Lehre als Dekorationsmaler studierte er von 1909 bis 1922, unterbrochen durch die Kriegsjahre, an der Kunstakademie Stuttgart zusammen mit Oskar Schlemmer bei Adolf Hölzel. Von 1919 bis 1923 entstanden seine typographischer Arbeiten und Bühnenbilder. Baumeister begann in den 20er Jahren mit konstruktivistischen "Mauerbildern" auf Gründen aus Sand, Gips und Kitt. Darin modellierte er reliefartige kubistische Figuren. 1926 bis 1927 hatte er seine erste Einzelausstellung in Paris.

Von 1928 bis 1933 lehrte Baumeister Typographie und Photographie an der Städelschen Kunstgewerbeschule in Frankfurt am Main. Seit 1930 wandte er sich freieren Wachsturmsformen zu: "Ideogramme" und "Eidosbilder" und verarbeitete seit etwa 1942 in steigendem Maß archaische und exotische Anregungen wie in den Zeichnungen zum Gilgamesch-Epos. Nach seiner Entlassung aus dem Lehramt 1933, in der Zeit des Nationalsozialismus waren seine Werke als "entartete Kunst" verfemt, ab 1941 galt für ihn ein Mal- und Ausstellungsverbot, arbeitete er im maltechnischen Institut des Lackfabrikanten Kurt Herberts in Wuppertal.

Ab 1943 schrieb Baumeister an dem Buch "Das Unbekannte in der Kunst", das 1947 veröffentlicht und zur Legitimationsschrift der Abstraktion wird. 1946 bis 1955 war er Professur an der Stuttgarter Kunstakademie. In dieser Zeit entstanden die Reihen "Urbilder", "Kegelspiele" und "Metaphysische Landschaften". Hierin entwirft Baumeister eine geistige Welt des Neuanfangs, in der sich figürliche Motive verdichten und wieder auflösen. In seinen letzten Jahren entstanden seine visionären Bild-Serien "Monturi" und "Montaru".

Willi Baumeister auf dem Vorhang zu Manuel de Fallas 'Liebeszauber', 1947. Foto: Archiv Baumeister im Kunstmuseum StuttgartVergrößern
Willi Baumeister auf dem Vorhang zu Manuel de Fallas 'Liebeszauber', 1947. Foto: Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart

Spuren in Stuttgart

Weitere Informationen

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