Inanspruchnahme von Freiflächen

"Flächenverbrauch" ist vielfach ein Synonym für "Bodenverbrauch". Gemeint ist meist die Umwandlung von Freifläche in Siedlungs- oder Verkehrsfläche. Im Zuge solcher Inanspruchnahme kommt es oft zu Beeinträchtigungen einzelner Bodenfunktionen bis hin zum totalen Funktionsverlust.

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlief das Siedlungswachstum deutlich langsamer. Danach haben die Böden aufgrund der immer produktiveren Landwirtschaft und steigender Lebens- und Futtermittelimporte ihre Bedeutung als regionale Nahrungs- und Erwerbsgrundlage zunehmend verloren. Gleichzeitig stieg der subjektive Flächenbedarf pro Kopf, vor allem im Bereich Wohnen. Dies hat traditionelle Hemmschwellen beseitigt, so dass der aktuelle Bedarf durch die Inanspruchnahme qualitativ immer höherwertigerer Böden im Umfeld der Ortschaften gedeckt wird. Als Folge davon werden immer mehr Böden mit noch intakten natürlichen Funktionen zerstört.

Die Landeshauptstadt Stuttgart verfolgt eine nachhaltige Stadtentwicklung. Das bedeutet auch, dass der rasante Flächenverbrauch reduziert und die Bodeninanspruchnahme in Richtung einer haushälterischen Bodenbewirtschaftung gesteuert werden muss.

Mit den beiden Projektansätzen

  • Bodenschutzkonzept Stuttgart (BOKS) des Amts für Umweltschutz sowie
  • Nachhaltiges Bauflächenmanagement Stuttgart (NBS) des Stadtplanungsamts
soll dies verwirklicht werden. Beide Projekte wirken zusammen und ergänzen sich. Durch verstärkte Innenraumverdichtung, Revitalisierung brachliegender und oftmals belasteter Flächen sowie Schonung wertvoller und intakter Böden soll der Verbrauch naturnaher Böden in nachhaltige Bahnen gelenkt werden.

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Foto: Amt für Umweltschutz

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