Stoffliche und physikalische Beeinträchtigungen

Schädliche Bodenveränderungen entstehen u.a. durch Eintrag von Schadstoffen (zum Beispiel Schwermetalle, Lösemittel, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) oder bodenfremden Stoffen (zum Beispiel Bauschutt, Trümmerschutt, Brandrückstände) sowie Versiegelung, Verdichtung und Erosion.

Durch das lange "Gedächtnis" des Bodens, sind wir heute noch mit Problemen konfrontiert, deren Ursachen häufig bereits in früheren Zeiten zu suchen sind. Der sorglose Umgang mit Schadstoffen oder der Eintrag von sonstigen bodenfremden Stoffen bewirkt, dass die Bodenfunktionen ganz oder teilweise zerstört werden.


Stellenweise hohe Schadstoffgehalte, die oftmals bis in mehrere Meter Tiefe reichen, sind häufig im Bereich von Altlasten zu finden. Dazu zählen Altstandorte, wo früher mit boden- und wassergefährdenden Stoffen umgegangen wurde, ohne die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Ferner gibt es Altablagerungen. Hierbei handelt es sich meist um Deponien, in denen bis Ende der 70er Jahre Abfall und Bodenaushub dezentral und weitgehend unkontrolliert beseitigt wurde.

Altlastenverdacht besteht im Stadtgebiet Stuttgart auf einer Fläche von nahezu 21 Quadratkilometer, das heißt ca. 20 Prozent der Siedlungsfläche!


Boden aus Trümmerschutt (Großansicht)Vergrößern
Boden aus Trümmerschutt. Foto: Amt für Umweltschutz

Flächenhafter Schadstoffeintrag kann zum einen durch Immissionen über den Luftpfad (zum Beispiel Schwermetalle, PAK), besonders in den oberen Dezimetern, verursacht werden. Zum anderen treten diffuse Schadstoffanreicherungen oft im Zusammenhang mit unsachgemäßer Bodenbearbeitung (zum Beispiel Klärschlamm- und übermäßiger Kompostauftrag, Verwendung von ungeeignetem Bodenmaterial) auf. Nicht selten entstehen dabei auch physikalische Beeinträchtigungen wie Verdichtung und Erosion.

Weitverbreitet im Stadtgebiet sind außerdem Böden aus Trümmerschutt aus dem 2. Weltkrieg. Sie enthalten vor allem Reste der zerstörten Bausubstanz sowie Brandrückstände.

Auffüllung Entenäcker
Auffüllung Entenäcker. Foto: Amt für Umweltschutz

Verwandte Themen

 
 

Mehr zum Thema

Schlagwörter