Thomas Lenk: Schichtung 107 (Stuttgarter Tor), 1977

Die Plastik Schichtung 107 von Thomas Lenk musste wegen des Baus des neuen Tiefbahnhofs abgebaut werden. Sie ist derzeit nicht öffentlich zu sehen.

Sie wurde 1977 bei der Bundesgartenschau im Zuge der Ausstellung "Konzept und Raum" im Mittleren Schlossgarten aufgestellt. An diese städtebauliche Schnittstelle von Stadt und Parklandschaft setzte Lenk eine Markierung - sein Stuttgarter Tor. Die monumentale Präsenz der Plastik erinnert an klassische Torbauten, die sowohl sakrale als auch profane Gebäude architektonisch betonen.

Ein schwarzes U-förmiges Tor.Vergrößern
Thomas Lenk: Schichtung 107 (Stuttgarter Tor) ©Wolfram Janzer

Beschreibung

Auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Planetarium trifft man auf das Stuttgarter Tor von Thomas Lenk. Die Plastik ist ohne Sockel direkt auf dem geteerten Weg verankert und erinnert in ihrer Form an ein auf den Kopf gestelltes U. Die Stahl-Konstruktion ist sechs Meter hoch, viereinhalb Meter breit und 15 Zentimeter dick. In der Mitte ist ein rechteckiges Segment von 1,50 Meter Breite und 4,50 Meter Höhe ausgespart, so dass sich ein Durchgang ergibt.

Die Ecken sind alle abgerundet und die flachen Seitenpfosten erinnern an einen Rahmen. Aus der rechten Seite der Rahmung schiebt sich ein geschichteter Körper quer in die Öffnung hinein. Dieser besteht aus insgesamt 44 quadratischen, 2,5 Zentimeter dicken Scheiben. Die letzte Scheibe ist mit einer polierten silberglänzenden Platte aus Stahl verblendet. Diese steht durch ihre Farbigkeit im Kontrast zum restlichen matt schwarzen Lack der Stahl-Plastik. Der geschichtete Körper hat eine Tiefe von 1,10 Meter, ragt aber in seiner seitlichen Verschiebung 1,90 Meter in die Mitte des Rahmens.

Strukturierte Schichtung

Die Stapelung hat eine Schlüsselfunktion für die gesamte Plastik. Es scheint als sei sie nur eine rein statische Stütze für den monumentalen Rahmen. Je nach Betrachterstandpunkt lässt sie den Durchgang verschlossen oder offen erscheinen. Die Plastik wirkt auf irritierende Weise belebt - es scheint als bestimme sie ihre Ausdehnung im Raum selbst.

Das Tor in Stuttgart nimmt Bezug auf die Umwelt und ist, was Lenk ein "Urbanwerk" nennt. Die Plastik thematisiert das Verhältnis von Fläche und Raum, von Dynamik und Statik. In Bezug auf den Ausstellungsort werden Themen wie Eingang, Ausgang, Übergang und Grenze aufgegriffen.

Verharrt der Beobachter vor der Plastik so entfaltet sie ihre ganze Monumentalität und Ruhe. Beim Vorbeischreiten jedoch verändert sich dieser Eindruck. Durch das bildhauerische Konzept der Schichtung entsteht eine rhythmische Bewegung und strukturierte Dynamik.

Technische Daten
Künstler Thomas Lenk
Titel Schichtung 107 (Stuttgarter Tor)
Jahr 1977
Material Stahl (schwarz) und Nirosta
Maße 4,50 x 1,20 x 6,00 m
Standort Mittlerer Schlossgarten, Stuttgart-Mitte
Eigentümer Stadt Stuttgart

Weiterführende Literatur:

  • Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006.

 
 

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