Ida Kerkovius

Ida Kerkovius wurde am 31. August 1879 in Riga (Lettland) geboren und starb am 7. Juni 1970 in Stuttgart.

Die Malerin und Bildteppichweberin zählt zu den Vertretern der Stuttgarter Avantgarde um Adolf Hölzel und seinen prominenten Schülern Oskar Schlemmer, Willi Baumeister, Max Ackermann und Adolf Fleischmann. Im Baltikum aufgewachsen besuchte sie zunächst eine Privatkunstschule in Riga, ging 1908 nach Deutschland, zuerst nach Berlin, dann an die Stuttgarter Kunstakademie, wo sie Meisterschülerin und langjährige Wegbegleiterin von Adolf Hölzel wurde.

1920 bis 1923 war sie am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Dort begegnete sie Wassily Kandinsky, Paul Klee und Johannes Itten. Nach 1933 erteilten die Nationalsozialisten ihr ein Ausstellungsverbot, ihre Werke waren als "entartet Kunst" verfemt. Kerkovius ging wieder nach Stuttgart und arbeitete zurückgezogen als Malerin und Bildteppichweberin weiter.

Zwischen 1950 und 1965 unternahm die Künstlerin häufige Reisen, so zum Beispiel nach Ischia, Südfrankreich, in die Bretagne und an den Gardasee. In den sechziger und siebziger Jahren hatte sie einige repräsentative und erfolgreiche Ausstellungen und ihr 90. Geburtstag wurde medienwirksam gefeiert.

Am 7. Juni 1970 starb sie im 91. Lebensjahr in Stuttgart.

Werke von Ida Kerkovius im Rathaus

Ida Kerkovius bekam 1956 den Auftrag, das Glasfenster im Festraum des neuen Rathauses zu gestalten. Das aus Überfangglas hergestellte Fenster grenzt den Raum zum Marktplatz hin ab. Integriert ist die Tür zum Rathausbalkon.

Außerdem befinden sich im Rathaus drei Farbserigrafien der Künstlerin. Die Werke hängen in den Geschäftsräumen der Gemeinderatsfraktionen von SPD und FDP und sind daher für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Hierbei handelt es sich um folgende Werke:

  • Abstrakte Komposition
  • Strandlandschaft, 1963 (nach dem Pastell "Abendsonne am Meer" von 1939)
  • Garten in H., 1964

Festraum im Stuttgarter RathausVergrößern
Das von Ida Kerkovius gestaltete Glasfenster schmückt den Festraum im Stuttgarter Rathaus. Foto: Stadt Stuttgart