Schenkungen fürs Stadtmuseum

Zwei Beispiele zeigen das Sammlungsspektrum des Planungsstabs für das Stadtmuseum.

Kinderkleid, 1905 (S 2543)

August Nathan (1855-1925), stellvertretender Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr in Stuttgart und häufiger Gast im Königshaus, erwarb um 1905 das Kinderkleidchen. Königin Charlotte hatte es für einen Wohltätigkeitsbasar gestiftet und König Wilhelm II. animierte Nathan zum Kauf des hübschen Stücks. Das Kleidchen wurde über drei Generationen in Familienbesitz aufbewahrt. August Nathans Sohn musste 1938 nach London emigrieren und nahm das Kleidchen mit, mit der Enkelin zog es nach. 2007 schenkte die Enkelin das Kleid dem Stadtmuseum. So kam es nach mehr als 100 Jahren bewegter Familiengeschichte wieder nach Stuttgart zurück.

Kinderkleid, 1905 (S 2543)Vergrößern
Kinderkleid (1905) ©Stadtmuseum

Spanschachtel der Firma Johannes Rominger, um 1880 (S 2534a-b)

Der Name Rominger ist in Stuttgart zum Inbegriff der Tourismusbranche geworden. Tatsächlich begann der Reiseunternehmer Johannes Rominger sein Geschäft mit Glas- und Porzellanwaren in der Königstraße 35. Die zerbrechliche Ware versandte er in Spanschachteln, wie in diesem Fall, adressiert an den Amtsrichter Freiherr von Seckendorff in Ellwangen. Die Auswanderungswelle bescherte Rominger jedoch ein ganz neues Geschäftsfeld: In seinem Kristallwarenladen integrierte er 1842 ein Passagebüro und organisierte für viele Württemberger die Auswanderung. Hier buchte man die Passage auf den Schiffen von Le Havre nach New York, um in der neuen Welt das Glück zu suchen.

Spanschachtel der Firma Johannes Rominger, um 1880 (S 2534a-b)Vergrößern
Spanschachtel der Firma Johannes Rominger (um 1880) ©Stadtmuseum

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