Stimmen zum Auftakt
"Stuttgart darf nicht zu einem großen Altersheim werden", betonte Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster bei der Eröffnung der Konferenz und nannte so eine der Triebfedern, die im Juni 2007 zur Gründung des Netzwerks "Cities for Children" geführt hatten. "Wir haben in Stuttgart nur 90.000 Kinder, aber viermal soviele Autos", so der OB weiter, "da ist es wichtig, sich die Frage zu stellen, wie können wir das nachhaltig verändern und vor allem besser gestalten." Die Lösung sieht Schuster in einer möglichst differenziert auf jedes einzelne Kind zugeschnittenen Bildung, denn "die Chancen unserer Kinder sind unsere Zukunft".
Ähnlich argumentierte auch der Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarats (KGRE), Ian Micallef. Das afrikanische Sprichwort - man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind aufzuziehen - toppte er mit der Aussage "heute braucht man eine ganze Stadtgemeinschaft, damit ein Kind erwachsen werden kann". Micallef bezeichnete "Cities for Children" als wichtiges Sprungbrett für künftige Aktivitäten. Die Zusammenarbeit im Netzwerk und insbesondere die Auslobung des European Award of Excellence City for Children habe gezeigt, dass es viele gute Projekte für mehr Kinderfreundlichkeit gebe, von denen eine Menge auch einfach auf andere Kommunen übertragbar seien. Dies gelte es stärker als bisher zu nutzen. Und auch die Politik, egal auf welcher Ebene, müsse die Belange von Kindern immer in ihre Überlegungen einbeziehen.
Dr. Barbara Ischinger, Direktorin für Bildung der
OECD , stellte das Schwerpunktthema der Konferenz "Chancengleichheit durch Bildung" bei ihrer
Keynote in den Mittelpunkt der Überlegungen. Dabei bot sie an, verstärkt die Erfahrungen und Erkenntniss der OECD zu nutzen, die sich seit rund 40 Jahren systematisch mit den unterschiedlichen Bildungssituationen in ihren Mitgliedsländer befasst. "Bildung ist die wichtigste treibende Kraft für unsere Zukunft", machte Dr. Ischinger deutlich. Wobei nicht nur Quantität, sondern vor allem auch Qualität entscheidend sei. "Mangelnde Bildung hat desaströse Effekte", so ihre eindringliche Mahnung. Bildungssysteme sollten deshalb dazu beitragen Barrieren abzubauen. Schwierigkeiten Einzelner müssten schnell erkannt und dann durch geeignete Fördermaßnahmen konsequent angegangen werden.