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"Cities for Children": Jahreskonferenz 2009

Am 29. und 30. Juni tagte die 3. Jahreskonferenz des Europäischen Städtenetzwerks "Cities for Children" im Stuttgarter Rathaus. Delegierte von 45 Großstädten aus mehr als 20 Ländern beschäftigen sich dabei vor allem mit dem Schwerpunktthema "Chancengleichheit durch Bildung". Ein weiterer Höhepunkt des Treffens war die Verleihung des 1st European Award of Excellence "City for Children" .

Weitere Informationen zur Preisverleihung unter:

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Chancengerechtigkeit durch Bildung

Seit "Cities for Children" im Juni 2007 gegründet wurde, haben sich in diesem Netzwerk über 50 europäische Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern aus 26 Ländern zusammengeschlossen. Dank der Unterstützung der Robert Bosch Stiftung, der tatkräftigen Mitarbeit vieler Mitgliedsstädte und dem Engagement des Kongresses der Gemeinden und Regionen Europas des Europarats und des Rats der Gemeinden und Regionen Europas als Schirmherren ist daraus inzwischen eine etablierte Plattform für den Austausch von Städten zum Thema Kinderfreundlichkeit geworden.

Die 3. Jahreskonferenz bot allen Teilnehmern die Möglichkeit, sich über die Ergebnisse der Arbeitstreffen der fünf festen Gruppen des Netzwerks zu informieren, die sich regelmäßig mit den Bereichen Bildung, Wohnen und Freiraum, Gesundheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Verkehr und Sicherheit beschäftigen.

Child-friendly StuttgartKinder sind die Zukunft der Städte. Foto: Landeshauptstadt Stuttgart

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Stimmen zum Auftakt

"Stuttgart darf nicht zu einem großen Altersheim werden", betonte Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster bei der Eröffnung der Konferenz und nannte so eine der Triebfedern, die im Juni 2007 zur Gründung des Netzwerks "Cities for Children" geführt hatten. "Wir haben in Stuttgart nur 90.000 Kinder, aber viermal soviele Autos", so der OB weiter, "da ist es wichtig, sich die Frage zu stellen, wie können wir das nachhaltig verändern und vor allem besser gestalten." Die Lösung sieht Schuster in einer möglichst differenziert auf jedes einzelne Kind zugeschnittenen Bildung, denn "die Chancen unserer Kinder sind unsere Zukunft".

Ähnlich argumentierte auch der Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarats (KGRE), Ian Micallef. Das afrikanische Sprichwort - man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind aufzuziehen - toppte er mit der Aussage "heute braucht man eine ganze Stadtgemeinschaft, damit ein Kind erwachsen werden kann". Micallef bezeichnete "Cities for Children" als wichtiges Sprungbrett für künftige Aktivitäten. Die Zusammenarbeit im Netzwerk und insbesondere die Auslobung des European Award of Excellence City for Children habe gezeigt, dass es viele gute Projekte für mehr Kinderfreundlichkeit gebe, von denen eine Menge auch einfach auf andere Kommunen übertragbar seien. Dies gelte es stärker als bisher zu nutzen. Und auch die Politik, egal auf welcher Ebene, müsse die Belange von Kindern immer in ihre Überlegungen einbeziehen.

Dr. Barbara Ischinger, Direktorin für Bildung der OECD , stellte das Schwerpunktthema der Konferenz "Chancengleichheit durch Bildung" bei ihrer Keynote in den Mittelpunkt der Überlegungen. Dabei bot sie an, verstärkt die Erfahrungen und Erkenntniss der OECD zu nutzen, die sich seit rund 40 Jahren systematisch mit den unterschiedlichen Bildungssituationen in ihren Mitgliedsländer befasst. "Bildung ist die wichtigste treibende Kraft für unsere Zukunft", machte Dr. Ischinger deutlich. Wobei nicht nur Quantität, sondern vor allem auch Qualität entscheidend sei. "Mangelnde Bildung hat desaströse Effekte", so ihre eindringliche Mahnung. Bildungssysteme sollten deshalb dazu beitragen Barrieren abzubauen. Schwierigkeiten Einzelner müssten schnell erkannt und dann durch geeignete Fördermaßnahmen konsequent angegangen werden.

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Besuch in der Römer- und in der Heusteigschule

Weil die Bildungsdirektorin der OECD neben der Theorie immer auch die Praxis im Auge hat, nutzte sie ihren Aufenthalt in Stuttgart zu einem Informationsbesuch in der Römer- und der Heusteigschule. Beide Schulen beteiligen sich gemeinsam mit mehreren Kinderbetreuungseinrichtungen an einem der Pädagogischen Verbünde des Stuttgarter Kompetenzzentrums Bildungspartnerschaft. "Im Gespräch mit den Schuldirektore und im Austausch mit mehreren Schülerinnen und Schülern habe ich viel gelernt", meinte Dr. Barbara Ischinger. Dabei sei ihr wieder einmal deutlich geworden, wie sehr Schulen mit vielen Migrantenkindern alle Verantwortlichen - von der Stadt bis zum Lehrerkollegium - fordern. Genauso klar lasse sich jedoch auch ablesen, wie viel Engagement und gute Konzepte bewirken könnten. Abschließend meinte Dr. Ischinger: "Ich wünsche allen Beteiligten, den Schülern, den Lehrern und der Politik, dass sie gemeinsam gute Wege finden."

OECD-Bildungsdirektorin Dr. Barbara Ischinger in der HeusteigschuleVergrößernDr. Ischinger im Gespräch mit Schülern der Heusteigschule. Foto: Leif-H. PiechowskiDr. Ischinger im Gespräch mit Schülern der Heusteigschule. Foto: Leif-H. Piechowski

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Studienbesuche bringen neue Eindrücke

Der zweite Konfernztag war dem konzentrierten Austausch in den Arbeitsgruppen gewidmet. Nachmittags konnten die Delegierten bei Studienbesuchen im Eltern-Kind Zentrum Stuttgart-West e.V. und beim Pädagogischen Verbund Hausen neue Eindrücke sammeln.

Das Eltern-Kind Zentrum bietet Familien praktische Bildung entsprechend dem Prinzip Selbsthilfe. Bildung wird hier als partizipativer Prozess angesehen, bei dem Familien ein dauerhaftes Gemeinschaftsgefühl entwickeln können.

Die Maria Montessori Grundschule Hausen und die städtische Kindertageseinrichtung Beim Fasanengarten 43 bilden einen der derzeit fünf Pädagogischen Verbünde in Stuttgart. Das im Februar 2009 gestartete Modellprojekt vernetzt Grundschule und Kita, um die pädagogische Arbeit der Einrichtungen miteinander zu verzahnen und den Übergang von derKindertagesstätte zur Schule zu optimieren.

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