Wolfgang Nestler: Positiv-Negativ, 1977

Das Kunstwerk Positiv-Negativ von Wolfgang Nestler befindet sich in der Parkanlage der Universität direkt an einem der unzähligen Wege, die durch den Park führen. Zwei Stahlplatten liegen nebeneinander auf dem Boden. Aus beiden sind unterschiedliche Formen geschnitten, die - am unteren Rand gespiegelt - neben dem Objekt liegen. Das Kunstwerk ist 1977 im Rahmen der Stuttgarter Bundesgartenschau entstanden. In der Zwischenzeit sind die Stahlplatten etwas in den Boden eingesunken und Teile des Kunstwerks sind nicht mehr auf den ersten Blick zu erkennen. Trotzdem hat es seinen Reiz nicht verloren - es ist im positiven Sinne gealtert.

Zwei Stahlplatten liegen im Gras. Aus den Platten sind geometrische Formen ausgestanzt.Vergrößern
Wolfgang Nestler: Positiv-Negativ ©Lea Scheurer

Beschreibung

Unweit des Universitätsgebäudes in der Breitscheidstraße 2B liegt das Kunstwerk Positiv-Negativ von Wolfgang Nestler im Gras. Steht man direkt an dem gepflasterten Weg, erkennt man zwei bräunlich-rote, quadratische Stahlplatten, die direkt nebeneinander liegen. Im unteren Teil der linken Platte sind die Umrisslinien eines Dreiecks, Quadrats, Kreises und Striches (befindet sich unterhalb der drei geometrischen Zeichen) ausgestanzt.

Unter der quadratischen Platte liegt die Negativform der jeweiligen Teile, als hätte man sie am unteren Rand der Stahlplatte gespiegelt. Dass es sich hierbei um eine Spiegelung handelt, fällt aber nur bei den Umrisslinien des Dreiecks auf, da dieses dann vom Betrachter aus gesehen auf dem Kopf steht.

Die zweite Platte rechts daneben hat dieselbe Form und Größe und auch sie weist am unteren Rand die drei geometrischen Zeichen und darunter den langen schmalen Strich, der sich beinahe über die ganze Breite zieht, auf. Hier sind aber nicht die Umrisslinien aus dem Metall geschnitten, sondern die ganze Form der jeweiligen Zeichen. Auch hier sind die Negativformen wieder am unteren Rand gespiegelt.

Um die Stahlplatten und geometrischen Formen herum und aus den ausgestanzten Flächen heraus wächst grünes Gras. Die gespiegelten Teile unterhalb der Platten sind beinahe komplett überwuchert und stechen nur dem aufmerksamen Betrachter ins Auge.

Die beiden Stahlplatten unterscheiden sich nicht nur aufgrund ihrer ausgestanzten Formen (links Umrisslinien, rechts Hohlform), sondern auch durch die Größe der ausgeschnittenen Teile. Die geometrischen Zeichen auf der linken Seite sind viel größer als die rechten, es scheint, als gebe die innere Form der linken Zeichen die Größe der rechten Seite vor.

Oberflächlich gesehen wirkt Positiv-Negativ einfach und schön. Beschäftigt man sich allerdings etwas länger mit dem Kunstwerk von Wolfgang Nestler, entdeckt man in seinen klaren, schlichten Formen Spannung und Raffinesse.

Kunst und Umwelt

Länger als 30 Jahre liegt Positiv-Negativ jetzt schon auf dem Parkgelände. Die Spuren der Zeit sind an diesem Kunstwerk nicht unmerklich vorbei gegangen. Es ist in den weichen Boden eingesunken und wird dadurch immer mehr vom üppig wachsenden Gras überwuchert. Dennoch sind die einzelnen Formen und Teile noch zu erkennen - wenn auch teilweise erst auf den zweiten Blick.

Die Stahlplastik hat aber nicht an Reiz verloren. Kunst im Öffentlichen Raum kann sich durch die verschiedenen Umwelteinflüsse verändern. Das Kunstwerk Positiv-Negativ von Wolfgang Nestler hat sich auch verändert - aber nicht negativ.

Technische Daten:

Technische Daten
Künstler Wolfgang Nestler
Titel Positiv-Negativ
Jahr 1977
Material Stahl
Maße -
Standort Parkanlage der Universität Stuttgart, Stuttgart-Mitte

 
 

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