Nachhaltiges Bauflächenmanagement - NBS

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Stuttgart - natürlich innen!

Der hohe Flächenverbrauch durch Siedlung und Verkehr ist eines der größten Umweltprobleme. Viele Jahrzehnte lang wurden Wohn- und Gewerbegebiete auf der "grünen Wiese" geplant, auch die Siedlungsgebiete von Stuttgart breiteten sich immer weiter in die Landschaft aus.

Ziel der Landeshauptstadt Stuttgart ist es, diesen Flächenverbrauch zu reduzieren und dennoch genügend Bauflächen für Wohn- und Gewerbenutzung zur Verfügung stellen zu können.
Dies gelingt, wenn die Flächenpotenziale innerhalb der Stadt identifiziert werden, die für eine Bebauung oder Umnutzung geeignet sind - z. B. Brachflächen, untergenutzte Flächen, Gebiete, die baulich ergänzt werden können oder auch Areale, die schon einmal bebaut waren, deren Nutzung aber aufgegeben wurde - gemäß dem Motto: "Innenentwicklung vor Außenentwicklung".

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat deshalb 2001 mit dem Nachhaltigen Bauflächenmanagement Stuttgart (NBS) begonnen. Dahinter verbirgt sich eine Informationsplattform, die Potenziale der Wohn-, Gewerbe- und Gemischten Bauflächen systematisch erfasst. Die Stadtverwaltung hat damit immer einen aktuellen Überblick über die Innenentwicklungspotenziale und kann aktiv und gezielt die Entwicklung einzelner Flächen vorantreiben.

Potenzialflächen im Sinne des NBS

Das NBS spricht ausdrücklich von Bauflächenpotenzialen und nicht von baureifen Grundstücken. Die Identifizierung einer im FNP dargestellten Baufläche als Potenzial erfolgt unabhängig von bestehendem Planungsrecht, den Eigentumsverhältnissen oder auch Flurstücksgrenzen. Im Zuge einer konkreten Entwicklung/ Nutzung müssen dann die vorhandenen Rahmenbedingungen individuell bestimmt und eine Herangehensweise festgelegt werden. Häufig müssen zunächst Entwicklungshemmnisse beseitigt werden, um Flächen marktfähig zu machen. Dazu gehört beispielsweise, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine neue Nutzung geschaffen, die Bereitschaft der Eigentümer ausgelotet sowie mögliche Investoren gesucht werden.

Derzeit umfasst die Informationsplattform ca. 420 Areale mit 605 ha Potenzialfläche.
Eine geeignete Auswahl von marktfähigen Bauflächenpotenziale wird im Internet veröffentlicht. Aktuell sind dies ca. 35 Flächen.

Für diese Gebiete gilt:

  • die Stadt hat großes Interesse an einer baldigen Entwicklung
     
  • geeignete Investoren/Projektentwickler/Käufer werden gesucht.
Das NBS ist damit ein wesentlicher Baustein bei der Umsetzung des Ziels des Flächennutzungsplans Stuttgart, der konsequent auf eine nachhaltige Stadtentwicklung und eine Stärkung der Innenentwicklung setzt.

Das NBS - ein wichtiger Baustein der Innenentwicklung

Die Plattform NBS bündelt Informationen und dient dem täglichen Informationsaustausch bei der Umsetzung von Planungsprojekten. Damit ist sie ein zentrales Planungsinstrument, um die nachhaltige Entwicklung in Stuttgart zu fördern. Nachhaltig bedeutet,

  • die Innenentwicklung im Sinne einer Flächenkreislaufwirtschaft zu fördern
     
  • im Sinne einer doppelten Innenentwicklung eine optimale städtebauliche Dichte zu sichern,
     
  • die Nutzungsmischung von Wohnen, Arbeiten und Infrastruktur zu fördern, sowie
     
  • zentrale Lagen und Standorte im Einzugsbereich von S- und Stadtbahnhaltestellen aufzuwerten
und dabei landschaftsplanerischen Aspekten ausreichend Rechnung zu tragen.
Regelmäßig wird der Gemeinderat über den aktuellen Stand des NBS durch einen Lagebericht informiert.

Aufbau der Informationsplattform

In der GIS-gestützten NBS-Datenbank werden zu den einzelnen Bauflächenpotenzialen wesentliche Grunddaten und Informationen systematisch erfasst.
Jede Fläche wird in einem "Gebietspass" beschrieben. Er enthält die wichtigsten Informationen zum Grundstück wie Lage, Größe, Planungsrecht, Verkehrsanbindung, realisierbare Geschossfläche, Infrastruktur, Ansprechpartner, Verfügbarkeit usw. Diese stehen zur Weiterverwendung digital zur Verfügung. Die Inhalte der Informationsplattform werden regelmäßig aktualisiert und die Plattform technisch weiterentwickelt.

Historie

Das Nachhaltige Bauflächenmanagement Stuttgart startete als Projekt im Rahmen des Forschungsprogramms BWPLUS und wurde von 2001 bis 2003 mit Mitteln des Umweltministeriums Baden-Württemberg gefördert. Partner der Landeshauptstadt Stuttgart waren dabei das Institut für Städtebau und Landesplanung (ISL) der Universität Karlsruhe und die Kommunalentwicklung LEG BW (heute LBBW Immobilien GmbH). Nach Abschluss der Projektphase wurde das NBS in die Verwaltung der Landeshauptstadt Stuttgart implementiert und stellt heute ein unverzichtbares Planungsinstrument dar.

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