Ende 2010 wird das Stadtarchiv sein neues Gebäude im Güterbahnhof-Areal in Bad Cannstatt in Betrieb nehmen.
Neue Möglichkeiten
Im neuen Haus wird das Stadtarchiv über eine Nutzfläche von etwa 7.500 Quadratmetern verfügen. Hieraus ergeben sich wesentlich komfortablere Benutzungsbedingungen für die Öffentlichkeit und völlig neue Möglichkeiten für die historische Bildungsarbeit des Archivs.
Im Lesesaal werden den Bürgerinnen und Bürgern verbesserte, technikunterstützte Recherchemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Neu sind eine umfangreiche Freihandbibliothek und separierte Langzeitarbeitsplätze. Für die Einsicht in elektronische Archivbestände gibt es künftig einen eigenen EDV-Lesesaal. Dies trägt der führenden Position Rechnung, die das Stadtarchiv Stuttgart auf diesem Gebiet einnimmt.
Für die archivische und historische Bildungsarbeit gibt es jetzt einen Vortragssaal mit 150 Plätzen, zwei Ausstellungsfoyers und einen Gruppenarbeitsraum im Lesesaalbereich, der insbesondere für die Zusammenarbeit des Stadtarchivs mit Schulen, anderen Bildungsträgern, Vereinen und Initiativen den adäquaten Raum bietet.

Visualisierung des neuen Stadtarchivs im Bellingweg 21 in Bad Cannstatt, Visualisierung: agn Paul Niederberghaus + PartnerVisualisierung des neuen Stadtarchivs im Bellingweg 21 in Bad Cannstatt, Visualisierung: agn Paul Niederberghaus + Partner
Ein sicherer Ort für das historische Gedächtnis der Stadt
Der größte Teil des Gebäudes entfällt auf den Magazintrakt. Hier wird das inzwischen auf über 9 Kilometer angewachsene Archivgut nun erstmals unter fachgerechten klimatischen Bedingungen gelagert werden. Der dauerhafte Erhalt des zumeist unikaten Kulturgutes, das von Bürgermeisterrechnungen und Gerichtsprotokollen des 16. und 17. Jahrhunderts über Pläne der städtischen Bauämter bis hin zu mehreren hundert Nachlässen bedeutender Stuttgarter Persönlichkeiten und Familien reicht, ist hierdurch dauerhaft gewährleistet. Innovativ ist auch die für die Klimatisierung eingesetzte Energietechnik: Eine Absorptionswärmepumpe mit angeschlossenem Eisspeicher, in dieser Form erstmals bei einem Archivbau eingesetzt, wird den Energiebedarf für Heizung und Kühlung erheblich reduzieren.

Schnitt durch das zukünftige Stadtarchivgebäude Bellingweg 21. Grafik: StadtarchivSchnitt durch das zukünftige Stadtarchivgebäude Bellingweg 21. Grafik: Stadtarchiv
Ein Gebäude mit Geschichte
Das Stadtarchiv Stuttgart wird als historisches Gedächtnis der Stadt künftig in einem Gebäude untergebracht sein, das selbst ein Stück Stadtgeschichte darstellt. Errichtet ab 1921 als Lagergebäude für den "Großeinkaufsverein der Kolonialwarenhändler Württembergs", erinnert es mit seiner auch im neuen Gebäude noch sichtbaren Gleiszufahrt an die frühere Funktion des Bad Cannstatter Güterbahnhofs als Knotenpunkt württembergischen Wirtschaftslebens.

Lagergebäude des Großeinkaufsvereins der Kolonialwarenhändler Württembergs beim Cannstatter Güterbahnhof. Foto: StadtarchivLagergebäude des Großeinkaufsvereins der Kolonialwarenhändler Württembergs beim Cannstatter Güterbahnhof. Foto: Stadtarchiv