Breadcrumb trail
Main menu
Gemeinderat verabschiedet Resolution für den Erhalt der geisteswissenschaftlichen Lehrerausbildung
Einstimmig hat der Gemeinderat der Landeshauptstadt in seiner Sitzung am Donnerstag, 18. Juni eine Resolution für den Erhalt der geisteswissenschaftlichen Lehrerausbildung an der Universität Stuttgart verabschiedet. Den Antrag dazu hatten die Fraktionen von Bündnis 90 / Die Grünen, CDU, SPD, Freie Wähler und FDP gemeinsam gestellt. Nachfolgend die Resolution im Wortlaut:
Der Gemeinderat hat Verständnis dafür, dass sich die Universität Stuttgart profilieren und neu ausrichten will, auch, um die zur Forschung notwendigen Ressourcen zu gewinnen. Er kann auch nachvollziehen, dass sich bei der angekündigten Effektivierung einzelner Bereiche im Rahmen eines "Masterplans" unangenehme Entscheidungen nicht vermeiden lassen.
Dennoch hat der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart größtes Interesse daran, dass die Universität nach wie vor ein breites Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen anbietet und sich unter dem Druck der Exzellenzinitiativen nicht nur auf Technik und Naturwissenschaften zurückzieht. Denn die Konzentration auf die Disziplinen einer nur technischen Universität ohne das Angebot geisteswissenschaftlicher Forschung und Lehrerausbildung in allen gängigen Fächern kann das im internationalen Maßstab ganz hervorragende kreative und kulturelle Potential der Stadt nicht nutzen. Eine Universität ohne Geisteswissenschaften, ohne Anglistik und Romanistik, wäre in der Gefahr, sich von den vielfältigen internationalen Bezügen und Verbindungen der Stadt zu isolieren. Und schließlich fehlten der Stadt selbst die notwendigen Lehramtsstudenten - und, nach dem Studium, die auch in Stuttgart dringend gesuchten Fachlehrer.
Der Gemeinderat erwartet, dass die von der Universität Stuttgart als eigene "besondere Stärke" beschriebene "Kooperation zwischen technischen und naturwissenschaftlichen sowie geistes- und sozialwissenschaftlichen Fachrichtungen" bewahrt, ausgebaut und weiterentwickelt wird. Er ist gerne bereit, die in den letzten Jahren erfolgreich verstärkte Kooperation zwischen Universität und Stadt weiter zu intensivieren.
Er bittet deshalb den Universitätsrektor, den Senat und den Universitätsrat, den Masterplan standortverträglich zu gestalten und eine für die gesamte Stuttgarter Hochschullandschaft nötige Lehrerausbildung weiter zu ermöglichen und über die Ergebnisse baldmöglichst - wie bereits aus der Mitte des Gemeinderats beantragt - im Verwaltungsausschuss zu berichten.
Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster sagte darüberhinaus zu, in einem Schreiben an Minister Frankenberg darauf hinzuweisen, dass die Universität mehr Geld vom Land benötige.