Zentrum für Seelische Gesundheit wurde eröffnet
Patienten mit psychischen Erkrankungen werden jetzt in freundlichen, hellen Räumen behandelt: Nur zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich weihten Oberbürgermeister Wolfgang Schuster und Sozialministerin Katrin Altpeter am Freitag, 16. März 2012, den 63,4 Millionen Euro teuren Klinikumsneubau am Krankenhaus Bad Cannstatt ein. Der Einzug soll bis Ende März abgeschlossen sein.
"Meilenstein für die psychiatrische Versorgung"
Bei der Einweihungsfeier bezeichnete OB Schuster den Neubau als einen Meilenstein für die psychiatrische Versorgung in Stuttgart und darüber hinaus. "Mit dem modernen Haus machen wir deutlich, dass wir seelische Erkrankungen sehr ernst nehmen." Das neue Zentrum für Seelische Gesundheit sei zudem ein wichtiger Teil der baulichen und medizinischen Neustrukturierung des Klinikums, das bis 2019/2020 mit einer Investitionssumme von über 800 Millionen Euro auf die Standorte beim Katharinenhospital sowie beim Krankenhaus Bad Cannstatt konzentriert werden soll. "Die Landeshauptstadt Stuttgart investiert als Trägerin des Klinikums - durch das Land Baden-Württemberg gefördert - mit erheblichen Mitteln in die Zukunft einer hochmodernen Krankenhausversorgung", so Schuster.
"Gute räumliche Voraussetzungen für die Genesung"
Gesundheitsministerin Katrin Altpeter erklärte, im neuen Zentrum für Seelische Gesundheit seien Ambulante, tagesklinische und vollstationäre Angebote so aufeinander abgestimmt, dass den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten optimal entsprochen werden könne. Zugleich stellte die Ministerin eine baldige weitere Förderung durch das Land in Aussicht.
Krankenhausbürgermeister Werner Wölfle verwies darauf, dass die Patienten in dem lichtdurchfluteten, freundlichen Neubau sehr gute räumliche Voraussetzungen für eine Genesung finden.
Der Geschäftsführer des Klinikums Stuttgart, Dr. Ralf-Michael Schmitz, sagte: "Das Zentrum für Seelische Gesundheit ist eine der größten und differenziertesten psychiatrischen Abteilungen an einem Allgemeinkrankenhaus in Deutschland." Er wies darauf hin, dass psychische Erkrankungen zunehmen und damit der Bedarf an guter Versorgung.
Die schwierige räumliche Situation der bislang am Bürgerhospital untergebrachten Psychiatrie war Anlass, den Neubau früher als ursprünglich vorgesehen zu errichten. Patienten finden am neuen Standort in Bad Cannstatt, Prießnitzweg 24, nicht nur eine ansprechendere Umgebung vor, das neue Gebäude bietet darüber hinaus auch bessere Möglichkeiten für
die Therapie.
Auf den Stationen und in Stationsnähe stehen nun genügend Räume für Untersuchungen und psychotherapeutische Gespräche zur Verfügung. Unter anderem wird damit auch die für die psychiatrische Behandlung wichtige Teamarbeit vereinfacht.
Rückzugsmöglichkeiten
Nicht zuletzt bieten die lichtdurchfluteten, komfortablen Patientenzimmer angenehme Rückzugsmöglichkeiten und damit die notwendige Privatsphäre. Die Zimmer orientieren sich überwiegend zur freien Landschaft und ermöglichen einen ungestörten Fernblick. Die Aufenthaltsräume sind großzügig gestaltet. Auch die Flure sind hell und freundlich.
Den Patienten steht im Neubau ein breites Versorgungsangebot mit 238 Betten in der Erwachsenenpsychiatrie, 24 Betten und tagesklinischen Plätzen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, 20 Rehabilitationsplätzen und 32 Schülerplätzen zur Verfügung. Auf zwei Komfortstationen werden auf Wunsch zudem besondere Serviceleistungen angeboten.
Lichthöfe und viel Glas
Der Gebäudekomplex besteht aus zwei kompakten, durch Lichthöfe gegliederte Baukörper, die durch eine Eingangshalle verbunden sind. Die beiden Gebäude mit großzügig verglasten Fassaden verfügen über eine Nutzfläche von 12 000 Quadratmetern.Insgesamt hat der Neubau, der nach den Plänen der Architektengemeinschaft Weinbrenner Single Arabzadeh errichtet wurde, acht Stockwerke. Drei Geschosse mit Versorgungsgängen, Tiefgarage und Technikräumen befinden sich unter der Erde.
Das Gebäude ist ein weiterer wichtiger Baustein in der baulichen und medizinischen Neuordnung des Klinikums Stuttgart, das künftig auf die Standorte beim Katharinenhospital (Mitte) sowie beim Krankenhaus Bad Cannstatt konzentriert werden soll.
Die Investitionssumme für die Bauprojekte, die bis 2019/2020 abgeschlossen sein sollen, beläuft sich insgesamt auf über 800 Millionen Euro.
Überblick
- Das Zentrum für Seelische Gesundheit des Klinikums Stuttgart bietet ein umfassendes Behandlungsangebot für das gesamte Spektrum der psychischen Erkrankungen. Dazu gehören die Bereiche Spezielle Psychiatrie, Sozialpsychiatrie, Gerontopsychiatrie, Suchtmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie und die Klinische Psychologie.
- Schwerpunkte sind unter anderem die Frühbehandlung psychischer Störungen und die Behandlung von Depressionen und schizophrenen Störungen. Im Neubau befindet sich auch die psychiatrische Akutaufnahme.
- Mütter mit psychischen Erkrankungen nach der Geburt finden in einer Mutter-Kind-Einheit Hilfe.
- Alte Menschen mit Depressionen, Psychosen und Demenz werden sowohl stationär als auch teilstationär behandelt.
- Suchtkranke werden zur Entgiftung und Entwöhnung aufgenommen. Außerdem finden sie in der Rehabilitationseinrichtung Wendepunkt Hilfe und Unterstützung.

