Feinstaub

Die Luftqualität in Stuttgart wird insbesondere durch die Emissionen des KfZ-Verkehrs bestimmt. Primär werden Stickstoffoxide, Feinstaub, Kohlenmonoxid und Benzol freigesetzt.

Die Grenzwerte für die Schadstoffe Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol und Blei werden in Stuttgart eingehalten. Der Tageswert für Feinstaub (PM10) von 50 µg/m³ wird jedoch häufiger als an den erlaubten 35 Tagen überschritten.

Aktuelle Daten der Messstation Stuttgart-Zentrum (Schwabenzentrum): www.stadtklima-stuttgart.de

Aktuelle Angaben zu den Messungen an den Spot-Messstationen der  Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): http://mnz.lubw.baden-wuerttemberg.de/messwerte/aktuell

Feinstaubalarm

Bei Feinstaubalarm appellieren die Stadt und das Land Baden-Württemberg an die Stuttgarter und die Pendler aus der Region, das Auto in Stuttgart möglichst nicht zu nutzen. Für Komfort-Kamine besteht bei Feinstaubalarm ein Betriebsverbot.

Die aktuelle Feinstaubalarm-Periode startete am 15. Oktober 2016 und endet am 15. April 2017. Der Alarm wurde ausgelöst, sobald der Deutsche Wetterdienst an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen ein stark eingeschränktes Austauschvermögen der Atmosphäre prognostizierte. Dies war 13-mal der Fall an zusammen 85 Tagen.

An der Messstation "Am Neckartor" wurden für die Feinstaubalarm-Periode durch das kontinuierliche Messverfahren 62 und durch das gravimetrische Messverfahren 64 Tage festgestellt, an welchen der Tagesgrenzwert überschritten wurde. Entscheidend ist aber das Kalenderjahr mit 35 erlaubten Überschreitungstagen.

Ein Vergleich der Zeiträume Januar bis April 2016 und 2017 zeigt: in der diesjährigen Periode wurde der Tagesgrenzwert an 35 (gravimetrisch bestimmt) statt an 31 Tagen überschritten, es wurden drei Alarme mehr ausgerufen und die Dauer der Alarme war 26 Tage länger.
Grafik: Stadt Stuttgart
  • kM: Überschreitungstage nach kontinuierlicher Messung
  • gM: Überschreitungstage nach gravimetrischer Messung
  • FA: Feinstaubalarm-Tage
  • *gravimetrische Ergebnisse noch nicht vollständig
Bei Stickstoffdioxid wurde der Grenzwert von 200 Mikrogramm bislang an drei Stunden in der Hohenheimer Straße und an zwei Stunden am Neckartor überschritten. Zulässig sind 18 Stunden im Jahr. Im Gegensatz zum Feinstaub ist jedoch bei Stickstoffdioxid der Jahresmittelwert (40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) problematischer. Am Neckartor lag das Jahresmittel 2016 bei 82 Mikrogramm. Für 2017 ist aktuell keine Prognose möglich.

Betriebsverbot für Komfort-Kamine

Laut LUBW stammen am Neckartor 51 Prozent der Belastung durch Feinstaub aus dem Verkehr, etwa ein Sechstel der Feinstaub-Emissionen aus Kaminen und Öfen - der zweitgrößten Quelle für den Feinstaub.

Seit 24. Februar 2017 ist die Verordnung über Betriebsbeschränkungen für kleine Feuerungsanlagen der Landesregierung in Kraft. Sie regelt das Betriebsverbot von Komfort-Kaminen, also von Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe, dieeine bereits vorhandene Heizung ergänzen und nicht den Grundbedarf an Wärme decken. Festbrennstoffe sind Holz und Kohle. Das Betriebsverbot gilt ausschließlich an Tagen mit Feinstaubalarm.

Testprojekt "Straßenreinigung Feinstaub"

Anfang März 2017 startete das Testprojekt "Straßenreinigung Feinstaub". Ziel ist es, durch eine intensive Reinigung Vorprodukte des Feinstaubs vom Straßenbelag zu entfernen. Damit will die Stadt bewirken, dass Luftschadstoffe erst gar nicht entstehen bzw. nicht aufgewirbelt werden. Derzeit wird die Wirkung ausgewertet. Erste Ergebnisse werden für Ende April/Anfang Mai erwartet.

Die DEKRA leitet die Testkoordination und organisiert die Messtechnik sowie die Auswertung. Der Eigenbetrieb AWS Abfallwirtschaft Stuttgart unterstützte das Projekt, indem sie Personal und Logistik bereitstellte. An der Reinigung beteiligt waren Fahrzeuge der Firmen: Faun, Reuther und Kärcher.

Aufbau Mooswand

Überregionale Beachtung fand die Mooswand. Zahlreiche Medien haben über die Moose und deren erhoffte Filterwirkung berichtet.

Bei diesem Test soll untersucht werden, ob sich Moose dazu eignen, Feinstaub-Partikel aus der Atmosphäre zu filtern. Laborstudien hatten gezeigt, dass Moose Feinstaub reduzieren können, nun wird dieses Potenzial außerhalb des Labors untersucht.

Die Mooswand befindet sich auf einem Grünstreifen direkt an der B14/Cannstatter Straße, unweit der Messstation Neckartor. Sie ist ca. 100 Meter lang und drei Meter hoch. Insgesamt befinden sich dort 3,6 Tonnen Moos. Verwendet werden zwei unterschiedliche Moos-Arten: das Hornzahnmoos (Ceratodon purpureus) und das Graue Zackenmützenmoos (Racomitrium canescens). Sie wurden eigens für den Versuch gezüchtet.

Der Projektversuch ist zunächst auf ein Jahr angelegt. Stadt und Land investieren über 500.000 Euro in den Versuch. Erste Ergebnisse - sowohl für den Feinstaub als auch die Stickoxide - werden Ende des Jahres erwartet.

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Experten des Instituts für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen und des Instituts für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik der Universität Stuttgart sowie dem Naturkundemuseum Stuttgart.

Weitere Informationen:

www.feinstaubalarm.stuttgart.de

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