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Botnang - Demografischer Wandel

Der Botnanger Bezirksbeirat hat auf Vorschlag des Bezirksamtes im September 2007 eine Zukunftswerkstatt zum Demografischen Wandel beschlossen. Die Kick-Off-Veranstaltung fand im April 2008 vor rund 300 interessierten Bürgerinnen und Bürgern statt. Das "formale" Verfahren wurde mit einer ebenso gut besuchten Veranstaltung am 3. März 2009 beendet. Im Februar 2010 fand ein Folgegespräch zur Nachhaltigkeit der begonnenen Maßnahmen im Bezirksrathaus statt. Durch die Zukunftswerkstatt entstand eine zusätzliche Vernetzung mit 15 bis 20 regelmäßig aktiven Akteuren, die über die bestehenden Strukturen (bspw. Bezirksbeirat, Sicherheitsbeirat oder Vereinsgespräche) hinausreicht. Dies schlägt sich unter anderem bereits in Folgeprojekten nieder. Auch das nun zu startende Demografielotsenprojekt kann auf dieses Netzwerk zurückgreifen.

Ziele

Ziel in Botnang ist es, den demografischen Wandel gemeinsam mit den Bürgern zu gestalten und sie zur Übernahme von intergenerativer Verantwortung zu motivieren. Des Weiteren sollen die Gemeinschaft und das Wir-Gefühl weiter gestärkt werden. Die Kernfragen der Zukunftswerkstatt waren, wie Botnang zukünftig aussehen soll und welche Wünsche und Erwartungen die Bürger an das künftige Leben im Stadtbezirk haben. Mit der Dokumentation der Zukunftswerkstatt wurde zeitgleich ein Leitbild für den Bezirk erstellt.

Als Stadtbezirk mit dem höchsten Durchschnittsalter lagen etliche Schwerpunkte im Bereich der Seniorenarbeit. Dennoch wurde sowohl im Rahmen der Zukunftswerkstatt als auch beim Thema Demografielotse ein ganzheitlicher und generationsübergreifender Ansatz gewählt.

Während der Auftaktveranstaltung stellte sich die Gestaltung der Ortsmitte als "Clusterthema" heraus, an der sich die Arbeit von mehreren der sieben Arbeitsgruppen ausgerichtet hat. Wie zentral die Bedeutung der neuen Ortsmitte ist, zeigt sich jetzt, da es - bedingt durch die Insolvenz des investors - einen Schwebezustand gibt. Etliche Vorhaben, Überlegungen und Projekte hängen eng mit der weiteren Entwicklung in der Ortsmitte Botnangs zusammen.

Themenschwerpunkte

Identifikation & Verwurzelung, Gestaltung der Ortsmitte

Die AG "Identifikation & Verwurzelung, Gestaltung der Ortsmitte" entwickelte Ideen um eine lebendige Ortsmitte für Botnang zu schaffen. Dazu zählt die Errichtung einer "Piazza", die die bereits bestehenden Einkaufs- und Freiflächen über die Griegstraße bis zum neu gestalteten Marktplatz und der neuen Ortsmitte verknüpft. Mit einem eigenständigen Leitbild fand die AG Eingang in einen laufenden Architektenwettbewerb.
Mit der Errichtung eines Interimskindergartens (der alte Kindergarten wird abgerissen und neu aufgebaut) ist Ende 2009 der Startschuss zur neuen Ortsmitte in Botnang gefallen. Die Bauplanung wurde 2010 weitgehend zum Abschluss gebracht, der Satzungsbeschluss im Gemeinderat steht noch aus. Derzeit wird geprüft, wer anstelle des bisherigen Investors für die Aufgabe in Frage kommt. Die AG wird sich - je nach Fortschritt - zu gegebener Zeit wieder zu Wort melden (Neugestaltung Marktplatz, Gastronomie, Hotel Garni). Zur Neugestaltung des Marktplatzes hat der Bezirksbeirat zwei Beschlüsse gefasst, die in engem Kontext zu den Leitlinien der AG Ortsmitte stehen. Der Gemeinderat wurde aufgefordert, die entsprechenden Planungsmittel bereit zu stellen.

Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle bei der Zukunftswerkstatt BotnangVergrößernWolfgang Stierle bei der Zukunftswerkstatt Botnang. Foto: TommasiWolfgang Stierle bei der Zukunftswerkstatt Botnang. Foto: Tommasi

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Dienstleistungen im Alltag

Die AG "Dienstleistungen im Alltag" beschäftigte sich mit der Kommunikation zwischen den Generationen, stellte einen Mangel an bestimmten Fachärzten fest und wünscht sich eine Begegnungsstätte für Jung und Alt. Von Feuerbach wurde der dort erfolgreich erprobte Dienst "Senioren helfen Senioren" (Seniorenhandwerksdienst) übernommen.  Die AG begleitet ebenfalls die Entwicklung der neuen Botnanger Ortsmitte mit Blick auf das angedachte Haus der Begegnung. Die Zertifizierung seniorenfreundlicher Geschäfte erzielte bereits greifbare Ergebnisse. Vertreter der AG sind zugleich im örtlichen Stadtseniorenrat aktiv und unterstützen das Projekt "Demografielotse".

Zukunftswerkstatt BotnangVergrößernReges Interesse bei der Zukunftswerkstatt Botnang. Foto: TommasiReges Interesse bei der Zukunftswerkstatt Botnang. Foto: Tommasi

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Arbeiten und Wohnen

Die AG "Arbeiten und Wohnen" strebt die Integration junger Benachteiligter und Älterer in ein Beschäftigungsverhältnis an, Mitglieder der AG werben für Praktikaplätze. Des Weiteren muss bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Ferner hat man sich intensiv mit der Gewerbesituation (Angebot an Praxen, Einzelhandel und Gastronomie) und der Frage nach einem Haus der Jugend auseinandergesetzt.
Über 30 Praktikaplätze konnten bislang akquiriert werden. Die konkrete Umsetzung erfolgt unter anderem über den Internetauftritt der beiden Stadtbezirke West und Botnang:
www.jugend-beruf.net

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Integration und Kultur

Die Integration von Migranten und Neubürgern hat sich die AG "Integration und Kultur in Botnang" zum Ziel gesetzt. Ausländische Eltern sollen z.B. von Ehrenamtlichen zu Elternabenden und anderen Veranstaltungen begleitet werden. Hierbei besteht eine enge Verzahnung mit dem beispielhaften Botnanger Projekt "Brückenbauer", das von der Stuttgarter Zeitung finanziell unterstützt wird. Eine Begrüßung der Neu-Botnanger mit anschließender Stadtteilführung durch Ehrenamtliche ist ebenso vorgesehen wie eine "Willkommensbroschüre". Die Neubürgermappe wird in Zusammenarbeit mit dem GBJ-Praktikanten des Bezirksamtes erarbeitet. Die Finanzierungsfragen sind allerdings noch offen. Bürger mit Migrationshintergrund werden seit 2009 über das Familien- und Nachbarschaftszentrum eingeladen, mit Stand und persönlich beim jährlichen Botnanger Straßenfest dabei zu sein. Von dort aus wurden auch bereits ortsgeschichtliche Vorträge und Exkursionen für Migranten angeboten.

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Bildung

Auch das Thema Bildung wurde von einer AG bearbeitet. Die Weiterentwicklung und Vernetzung der bereits vielfältigen Bildungsangebote und -einrichtungen war der Schwerpunkt der Bearbeitung. In enger Zusammenarbeit wurde eine neue Veranstaltungsreihe "KulturOrt Botnang" kreiert. Die Kooperation mit der vhs läuft seitdem, die Kurse werden angeboten und nachgefragt. Der AG ist es damit auch - entgegen dem derzeiten Trend - gelungen, die vhs-Angebote dezentral und wohnortnah aufrecht zu erhalten. Mit dem Internetauftritt www.bobinet.org (Botnanger Bildungsnetzwerk) wurde zuletzt der erste Schritt zu einer umfassenden Darstellung aller Bildungsangebote inklusive Erwachsenenbildung geschafft. Die Seite ist noch nicht vollständig und erweiterungsfähig. Die entsprechenden Mittel sind vom Bezirksbeirat bereit gestellt worden. Mittelfristiges Ziel bleibt eine Botnanger Plattform im Internet, die über den Bildunsansatz hinaus geht.

Außerdem sollte eine "Botnanger Lernwerkstatt" eingerichtet werden, die das Interesse von Kindern und Jugendlichen an Naturwissenschaft und Kultur wecken soll. Dieser Teilaspekt konnte aus personellen Gründen bislang nicht weiter verfolgt werden.

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Mobilität

Die AG "Mobilität" stellte fest, dass Nahversorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen nur noch in der Ortsmitte vorhanden sind. Des Weiteren sind zahlreiche Wohnlagen nicht ausreichend an den ÖPNV angeschlossen.

Ortsbus Botnang

Dieses Defizit kann durch einen Ortsbus abgemildert werden, für den bereits ein Konzept vorliegt. 2009 und 2010 wurden Sponsoren und Spender für dieses ehrenamtliche Projekt gefunden, am 6. September 2010 startete ein einjähriger Probebetrieb des Ortsbusses (www.ortsbus-botnang.de). Der "BOB" (Botnanger Ortsbus) ist die erste rein ehrenamtlich betriebene ÖPNV-Linie in Stuttgart. Derzeit fahren sechs Männer und eine Frau an sechs Tagen die Woche in einem Winksystem durch den gesamten Stadtbezirk. Der BOB trägt damit entscheidend dazu bei, insbesondere älteren Mitmenschen und Menschen mit Mobilitätseinschränkung in der schwierigen topografischen Lage des Stadtbezirks eine Teilhabe am öffentlichen Leben zu gewährleisten. Mit diesem Ansatz wurde kürzlich ein Wettbewerb der Drogeriekette dm und der Deutschen UNESCO-Kommission gewonnen. Der Ortsbus ist sicherlich das greifbarste bzw. sichtbarste Ergebnis der Bemühungen im Rahmen der Zukunftswerkstatt. Die Anregungen der AG sind auch in den Nahverkehrsplan der Region Stuttgart eingeflossen.

Preisverleihung für den Botnanger OrtsbusVergrößernPreisverleihung für den Botnanger Ortsbus. Foto: Bürgerverein BotnangPreisverleihung für den Botnanger Ortsbus. Foto: Bürgerverein Botnang

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Sport

Die sportliche Betätigung aller Botnanger Bürger setzte sich die AG "Sport für alle" zum Ziel. Sie erörterte Kooperationsmöglichkeiten der örtlichen Vereine und zur Verfügung stehende Sportstättenkapazitäten.
Die begonnenen Gespräche unter dem Motto "Sport für alle Botnanger" bilden eine hervorragende Ausgangsgrundlage für die vom Sportamt im März 2010 begonnenen Gespräche zur Sportentwicklungsplanung in den nördlichen Stadtbezirken. Parallel dazu finden regelmäßige Kooperationsgespräche der Botnanger Sportvereine statt. Im Rahmen der Sportentwicklungsplanung wird eine verbesserte Zusammenarbeit mit den Kindereinrichtungen des Ortes angestrebt.

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Sonstige Themen

Bereits seit Jahren bietet der Bezirksvorsteher einen Kindertag im Bezirksrathaus an. Der Bau einer Skateranlage ist in Arbeit. Obwohl seitens des Bezirks bereits über 11.000 € gesammelt wurden, hat der Gemeinderat das Projekt leider nicht in den Haushalt 2010/2011 aufgenommen. für das Vorhaben wird weiter geworben und 2011 ein neuer Anlauf genommen. Ein weitgehend barrierefreies Bezirksrathaus ist vorhanden: Sehr erfolgreich war die stadtweit erste Einrichtung eines Concierge-Büros in einem Hochhausgebiet durch die SWSG und dessen Kooperation mit dem dortigen Familien- und Nachbarschaftszentrum. Die SWSG hat jüngst auch etliche Sanierungs- und Modernisierungsprogramme in den Wohngebieten der 1960er und 1970er Jahre erfolgreich umgesetzt.

Ein großer Wunsch fast aller AGs wäre die Ansiedlung einer Frühstückspension, nachdem es in Botnang keinerlei Hotels oder Pensionen mehr gibt. Hier erhofft man sich neue Impulse im Zuge der Bebauung der Ortsmitte.

Das Bezirksamt ist parallel zu den fortgeführten Aktivitäten der AGs dazu übergegangen punktuell weitere Aktionen aufzugreifen bzw. anzubieten. Als Beispiel kann die Veranstaltung "Sicher mobil" in Kooperation mit dem ADAC genannt werden, die im Juli 2010 erfolgreich im Bezirksrathaus angeboten wurde. Weitere Veranstaltungen für Senioren sind in Arbeit.

Z.Zt. wird das Projekt "Gemeinde Leben Botnang" unter Federführung von katholischer Kirchengemeinde, Bezirksamt und evangelischer Kirchengemeinde entwickelt, das sich zum Ziel setzt, generations- und institutionsübergreifende Nachbarschaftshilfe zu leisten und die vorhandenen Strukturen im Ehrenamt noch besser zu vernetzen. Hierbei soll auch die Demografielotsin des Bezirks zum Einsatz kommen. Weiteres Ziel wird der Aufbau einer "örtlichen Ehrenamtsbörse" sein. 

Aktuell ist ein generations- und institutionsübergreifendes Projekt der Nachbarschaftshilfe (also nicht nur auf die Generation der Senioren bezogen) angedacht. Hier wird es in absehbarer Zeit Sondierungsgespräche zwischen den Akteuren der Zukunfswerkstatt der Stadt und den beiden örtlichen Kirchengemeinden geben.

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Die Ergebnisse der AGs wurden im Februar 2009 präsentiert. Anschließend wurde eine Dokumentation erstellt. Das damit entstandene Leitbild soll in die Arbeit des Bezirksbeirates einfließen.
Die Dokumentation wurde Ende 2009/Anfang 2010 an die Ehrenamtlichen sowie die für Botnang relevanten politischen Entscheidungsträger verteilt.

Material


24. März 2011

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More information

Für weitere Informationen steht Ihnen Herr Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle, Telefon (0711) 216-3582, gerne zur Verfügung.

Zahlen und Fakten zur Einwohnerstruktur und zum demografischen Wandel im Stadtbezirk Botnang finden Sie oben rechts unter "Publikationen".

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